Nils Hohmeier, hier als Solist im Ober-Erlenbacher Trikot zu sehen, trumpft gerne zu zweit an der Tischtennisplatte auf. foto: strohmann
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Nils Hohmeier, hier als Solist im Ober-Erlenbacher Trikot zu sehen, trumpft gerne zu zweit an der Tischtennisplatte auf.

Tischtennis, Deutsche Meisterschaften

Toller Erfolg für Nils Hohmeier: Im Zufallsdoppel zum deutschen Meistertitel

  • vonGerhard Strohmann
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Mit Janina Kämmerer hatte er noch nie zusammen gespielt. Wie Nils Hohmeier vom TTC OE Bad Homburg mit der Langstadterin im Gemischten Doppel seinen größten sportlichen Erfolg perfekt machte.

Seit Sonntag steht Nils Hohmeier vom TTC OE Bad Homburg in einer Reihe mit so namhaften Spielern wie Jörg Roßkopf, Eberhard Schöler, Wilfried Lieck, Georg Böhm, Torben Wosik und Patrick Franziska: Er ist in Chemnitz deutscher Tischtennis-Meister im Mixed geworden.

Der fünfte Wettbewerb neben den beiden Einzel- und Doppel-Konkurrenzen hatte im vergangenen Jahr in der Rittal Arena in Wetzlar sein Comeback gefeiert, nachdem er von 2006 bis 2018 bei der DM nicht ausgespielt worden war. Vor Jahresfrist hatten sich die A-Nationalspieler Patrick Franziska und Petrissa Solja den Titel im Gemischten Doppel gesichert. Bei den 88. Deutschen Meisterschaften in Chemnitz standen nun überraschenderweise U23-Nationalspieler Hohmeier und Janina Kämmerer vom Bundesliga-Neuling TSV Langstadt oben auf dem Siegertreppchen.

"Sicherlich ein unvergesslicher Augenblick, aber der viel spannendere Moment bei einem solchen Erfolg ist die Phase unmittelbar vor dem Matchball. Da dreht sich einem fast der Magen um", beschreibt der 22-jährige Hohmeier, "zum Glück haben wir hoch genug geführt und uns das 11:4 im fünften Satz nicht mehr nehmen lassen."

Im Endspiel hatte in der Richard-Hartmann-Halle zunächst alles nach einem Sieg der Favoriten ausgesehen. Erik Bottroff (Borussia Dortmund) und Nadine Bollmeier (TuS Bad Driburg) lagen souverän mit 11:5, 11:7 vorn. Sie benötigten somit nur noch einen weiteren Satz zum Gewinn der deutschen Meisterschaft.

Kurzzeitig "nicht mehr dran geglaubt"

"In dieser Phase habe ich nicht mehr an den Titel geglaubt", gibt Hohmeier offen zu, "zumal wir vor den 2000 Zuschauern in der Halle sehr nervös begonnen und zunächst nicht zu unserem Spiel gefunden haben." Frei nach dem Motto "Wir haben nichts mehr zu verlieren, sondern können nur noch gewinnen", gelang den Außenseitern jedoch die Wende. Mit 11:3, 11:8, 11:4 sicherten sich Hohmeier und Kämmerer ihre jeweils erste deutsche Meisterschaft.

Diesen Triumph, der bei der Siegerehrung durch ITTF-Präsident Thomas Weikert mit Sekt, Pokal, Medaillen und Blumen belohnt wurde, haben die Doppelpartner am Abend mit den Kollegen aus der Nationalmannschaft im Tischtennis-Leistungszentrum in Düsseldorf gebührend gefeiert. Dort lebt und trainiert Nils Hohmeier. Den gestrigen trainingsfreien Montag hat er dann genutzt, um mit seiner Freundin gemütlich essen zu gehen. Seinen Akku muss der junge Niedersachse schnell wieder aufladen. Bereits heute beginnt die Vorbereitung auf die Polish Open, die vom 13. bis 15. März in Gliwice ausgespielt werden. "Zum Feiern bleibt bei meinem eng gestrickten Terminplan leider nur sehr selten Zeit", erzählt der 1,83 Meter lange Rechtshänder.

Bescheidenheit ist ein Markenzeichen des neuen deutschen Meisters: "Ich bin noch lange nicht dort, wo ich hin möchte und will mich auch auf internationaler Ebene konstant beweisen." Mit dem TTC OE Bad Homburg würde er gerne in die 1. Liga aufsteigen. Der Verein muss die Finanzierbarkeit noch klären, würde Hohmeier im Aufstiegsfall aber gerne halten.

Der gebürtige Einbecker und Fan des FC Bayern München spielt übrigens von Kindesbeinen an gerne Doppel. Seinen bis dato größten Erfolg - den Jugend-Europameistertitel 2016 - hat Hohmeier ebenfalls zu zweit gefeiert. Mit Tobias Hippler, mit dem er zusammen bei TuS Celle spielte. Überraschend für die Experten war sein Erfolg in Chemnitz dennoch, hatten Hohmeier und Kämmerer doch noch nie zusammen an der Platte gestanden. "Ich kannte sie von früher aus gemeinsamen Einsätzen in der Jugend-Nationalmannschaft, unser Auftritt ist spontan über den Landesverband zustande gekommen", erzählt Hohmeier.

Mit 3:0-Siegen in den ersten beiden Runden, einem 3:2 im Halbfinale gegen Frederik Spreckelsen (TSV Schwarzenbek) und Vivien Scholz (ESV Weil), ebenfalls nach einem 0:2-Satzrückstand, sowie dem 3:2 im Endspiel hat sich das Zufallsdoppel als Glücksfall für den Hessischen Tischtennis-Verband erwiesen.

Im Doppel hat Hohmeier eine weitere Medaille knapp verpasst. An der Seite des früheren Ober-Erlenbachers Julian Mohr (NSU Neckarsulm) musste er sich im Viertelfinale gegen Erik Bottroff (Borussia Dortmund) und Alexander Fleming (TV Hilpoltstein) mit 1:3 (6:11, 11:7, 6:11, 15:17) geschlagen geben.

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