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Der Kapitän übernimmt Verantwortung: Jonas Herdering (in Rot) rückt mit Co.-Trainer Ralf Schuchardt bis Saisonende in die Führungsrolle beim SV Rot-Weiß Hadamar.

Fußball-Hessenliga

Zurück zur Normalität - irgendwie 

In der Fußball-Hessenliga steht für den SV Rot-Weiß Hadamar am Sonntag das erste Spiel nach der Ära Torsten Kierdorf auf dem Plan. Bei Schlusslicht Spvgg. Neu-Isenburg (Anstoß: 15 Uhr) sind drei Punkte fest eingeplant, um der Rekord-Saison ein Stückchen näher zu kommen. Kapitän Jonas Herdering und Co.-Trainer Ralf Schuchardt wurde zunächst die Verantwortung übertragen.

VON PATRICK JAHN

Der Rücktritt von Trainer Torsten Kierdorf am vergangenen Dienstagabend war für die Spieler des Fußball-Hessenligisten SV RW Hadamar ein harter Schlag. Torwart Christopher Strauch meinte am Mittwochmorgen: „Natürlich waren wir schockiert und auch berührt, als Torsten uns seine Entscheidung mitgeteilt hat. Es ist sehr schade, weil der Trainer mit allen gut zurecht kam und alle fair behandelt hat. Er hat damit aber auch ganz klar Größe bewiesen. Auch deswegen wollen wir in den letzten beiden Spielen alles geben, um Torsten noch zwei Siege zu widmen.“ Sollte es so weit kommen, hätten die Hadamarer mit 62 Punkten ihren Rekord aus der Saison 2014/2015 gebrochen. Kurzum: Die Fürstenstädter könnten die beste Saison ihrer Hessenliga-Geschichte spielen. „Daran hat Torsten Kierdorf einen großen Anteil“, macht Strauch unmissverständlich klar.

Kapitän Jonas Herdering, der für die beiden letzten Spiele zusammen mit Co.-Trainer Ralf Schuchardt die Mannschaft betreuen wird, schlägt in die gleiche Kerbe: „Wir haben sehr erfolgreich zusammengearbeitet und nicht nur mehr Punkte als in den Jahren zuvor geholt, sondern auch mit den schönsten und attraktivsten Fußball der Liga gespielt. Natürlich hätten wir gerne mit ihm weitergemacht.“ Sowohl Herdering als auch Strauch liegt es jedoch fern, nachträglich Öl ins Feuer zu gießen oder schmutzige Wäsche zu waschen. „Als Kapitän vertrete ich die Mannschaft, alles andere geht uns nur sekundär etwas an“, sagt Jonas Herdering, der sich seit Mittwoch auf die SpVgg. Neu-Isenburg vorbereitet hat.

Und wie sieht diese Vorbereitung aus? Jonas Herdering: „Wir haben am Donnerstag das Abschlusstraining absolviert, und Geburtstagskind Alexander Schraut hat für uns gekocht. Wichtig ist, dass die Stimmung positiv bleibt, und wir den Schwung der letzten Wochen mit in das Spiel transportieren. Drei Punkte gegen Neu-Isenburg zählen genauso wie ein Sieg gegen Kassel oder Gießen.“

Rein sportlich betrachtet, müsste es mit einem Auswärtssieg beim bereits abgeschlagenen Tabellenschlusslicht klappen. Nach nur zwei Jahren Hessenliga muss die Spielvereinigung nach dieser Runde wieder den bitteren Gang in die Verbandsliga Süd antreten. Was aber auffällt: Seit der Abstieg feststeht, spielen die Neu-Isenburger deutlich besser mit. In den letzten beiden Spielen bei Viktoria Griesheim (4:5) und gegen den FV Bad Vilbel (2:3) ging es knapp zu, zumal der Tabellenletzte auch in beiden Partien in Führung gelegen hatte. „Sie wirken irgendwie befreiter“, meint Jonas Herdering, der ankündigt, dass sich an der „Kierdorfschen Spielphilosophie“ nichts ändern wird: „Wir werden sie früh attackieren und pressen. Es ist selbstverständlich, dass es unser Anspruch ist, dort zu gewinnen.“ An das Hinspiel werden sich die Rot-Weißen gerne zurückerinnern: Am 20. Oktober 2018 war der kommende Widersacher beim unfassbaren 9:0 mit einer gehörigen Tracht Prügel wieder nach Hause geschickt worden. Seit dem 3. Oktober 2018 hat die Mannschaft von Trainer Peter Hoffmann im Übrigen auch kein Ligaspiel mehr gewonnen.

Aus personeller Sicht sollte sich im Normalfall nicht allzu viel ändern. Alexander Schraut wird nach seiner frühen Auswechslung beim 2:1-Sieg gegen Buchonia Flieden nicht mitwirken können. Da auch die zweite Mannschaft zeitgleich im Einsatz ist, wird sich der Hadamarer Tross mit nur 15 Spielern nach Neu-Isenburg begeben.“ Auch wenn aktuell große Unruhe rund um den Verein herrscht, ist die Mannschaft jetzt gefordert, derartige Geschehnisse nicht zu sehr an sich heranzulassen. Jonas Herdering & Co. jagen schließlich ihren eigenen Rekord.

Samstag:

Hessen Kassel - SC Waldgirmes

14.00

FC Gießen - Türk Gü. Friedberg

15.00

Buchonia Flieden - SGB Fulda-Lehnerz

15.00

Hünfelder SV - Bayern Alzenau

15.00

FSC Lohfelden - KSV Baunatal

15.00

Sonntag:

Spvgg. Neu-Isenb. - SV RW Hadamar

15.00

FC Eddersheim - VfB Ginsheim

15.30

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