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Ist ja auch nicht so schlecht: Matthias Knossalla auf Cap Formentor auf Mallorca.

Triathlon

Zwangspause für Matthias Knossalla 

Die Nassauische Neue Presse begleitet den Limburger Triathlon-Profi Matthias Knossalla durch das Jahr. In seinem „Blog“ hält der 35-Jährige Sie, liebe Leser, auf dem Laufenden und nimmt Sie mit auf eine Reise um die Welt. Diesmal auf die Sonnen-Insel Mallorca.

„Eigentlich wollte ich ja bei der Challenge Roth starten – oder war es doch der „Norseman“, der härteste Triathlon der Welt, der jedes Jahr in einem norwegischen Fjord mit einem Sprung von der Fähre ins 14 Grad kalte Wasser beginnt? Ehrlich gesagt, weiß ich es schon gar nicht mehr ganz genau . . .

Aktuell sind Wettkämpfe bei mir in weite Ferne gerückt. Statt auf dem Rad oder beim Lauftraining zu schwitzen oder an irgendeiner Startlinie auf dieser Welt zu stehen, mache ich einbeinige Reha-Übungen, bekomme Lymphdrainagen und trage Kompressionsstrümpfe. Vor drei Wochen wurde ich am Sprunggelenk operiert; eine nicht ausheilende Verletzung hat mein Training in den letzten Monaten sehr stark eingeschränkt, und das Team um meinen behandelnden Professor und ich haben uns nun für diese Möglichkeit entschieden. Auch wenn damit in dieser Saison keine Rennen mehr möglich sein werden, kann ich so bald wieder völlig schmerzfrei trainieren. Langfristig ist das natürlich die richtige Entscheidung.

Eine solche Geschichte sieht zu Beginn immer wie eine herbe Niederlage aus. 2014, gleich am Anfang meiner Profi-Karriere, musste ich mich zum letzten Mal operieren lassen – und was ist dann passiert? Richtig, ich zeigte meine besten Rennen und feierte tolle Erfolge, die ich niemals für möglich gehalten habe. Ich habe schon früh in meinem Leben gelernt, immer die positiven Dinge in vermeintlich herben Rückschlägen zu sehen und mich nicht verbittert zu Hause einzuschließen. Rückschläge gehören zum Leben und besonders auch zum Sportler-Leben dazu, und jeder Mensch entscheidet selber, ob er sie als Lernfeld, Chance oder Motivation sehen möchte. Ich nutze die freie Zeit dazu, andere Projekte voranzubringen und nicht den ganzen Tag unmotiviert die Decke anzustarren. Schon länger haben meine Frau Susanne und ich den Traum, ein gemeinsames Buch zu veröffentlichen, in dem wir unsere beiden Geschichten erzählen.

Dieses Buch soll jungen Menschen als Inspiration und Motivation für ihren Lebensweg dienen, und wir wollen so einen kleinen Beitrag leisten und etwas zurückgeben. Wir haben jeder so viel Unterstützung auf unserem bisherigen Lebensweg von vielen tollen Menschen erhalten, dass es für uns selbstverständlich ist, dass nun auch wir etwas weitergeben möchten. Um dieses Vorhaben bestmöglich umzusetzen, haben wir uns Unterstützung von einigen namhaften Experten geholt, und so sitzt zum Beispiel auch der Wahl-Limburger Tobias Beck mit im Boot. Auch wenn das Buch erst im kommenden Jahr erscheinen wird, habe ich aktuell schon genug damit zu tun, so dass mir nicht langweilig wird und ich mir nicht ständig an den Fingernägeln kaue, bis ich endlich wieder richtig trainieren kann.

Das Leben hält Hochs und Tiefs für uns bereit, die Frage ist nur, was man aus den Tiefs macht. Meine empfinde ich eigentlich gar nicht mehr als richtige Tiefs, sondern eher als interessante Abzweigungen auf dem Lebensweg. Die Hauptsache ist doch einfach, dass man in Bewegung bleibt . . .

Euer Matthias

Euer Matthias

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