+
Paul Günther, Trainer von TSG Oberursels Oberliga-Handballerinnen

Handball

Zwei folgenschwere Niederlagen für die TSG Oberursel

  • schließen

Während das Handballspiel der Landesliga-Männer gegen Holzheim früh entschieden ist, bleibt es im anschließenden Topspiel der Frauen-Oberliga in Oberursel bis zum Schluss spannend.

Die Enttäuschung ist groß bei den Handballerinnen der TSG Oberursel, die nach einem nervenaufreibenden Spiel das Verfolgerduell in der Oberliga Hessen gegen den Tabellendritten TuS Kriftel mit 31:32 verloren haben. „Wir können Nieder-Roden zur Meisterschaft gratulieren“, sagte TSGO-Trainer Paul Günther, nachdem sein Team nach 13 Auftritten ohne Niederlage wieder einmal eine kassiert hatte. Mit dem 37:37-Malheur bei Abstiegskandidat Eintracht Böddiger in der Vorwoche ergibt dies jedoch einen Rückstand von drei Punkten auf die HSG Rodgau Nieder-Roden, dessen letzte Niederlage im Oktober geschah. Überdies hat die TSGO den schwächeren direkten Vergleich.

Günther ist ein Trainer, der emotional bei den Partien mitgeht, in seiner Spielanalyse aber stets sachlich vorgeht. Ungewöhnlich ist deshalb seine Aussage, dass am Samstagabend „Oberursel gegen neun und nicht gegen sieben Kriftelerinnen verloren hat“. Der Trainer bezog sich damit auf die Schiedsrichterleistung des Gespanns Nico Apel/Markus Lang (HSG Rodenstein), die mit zweierlei Maß gemessen hätten. Auch auf den gut gefüllten Rängen sorgte manche Entscheidung unter den 250 Zuschauern für lautstarke Unmutsäußerungen. So aufgebracht habe er das Publikum in Oberursel noch nie gesehen, meinte Günther. Er würde sich wünschen, wenn der Verband nicht nur über fehlende Schiedsrichter klage, sondern auch die bestehenden Gespanne besser ausbilde.

Nichtsdestotrotz gelte in solchen Fällen der Leitsatz: „Dann musst du halt besser spielen als die Schiedsrichter“, so Günther. Mit einer Top-Leistung sei auch ein solcher Nachteil auszugleichen. Jedoch habe sein Team keine solche abgerufen und zu viele Fehler gemacht. Die Moral habe gestimmt, das Team habe gekämpft und die Zuschauer es angefeuert. Jedoch zogen die Gastgeberinnen nicht wie gewohnt ihr Tempospiel auf, was Kriftel im Derby der Ex-Drittligisten in die Karten spielte.

Auch die schnelle 18:16-Führung nach dem Wechsel gab den Hausherrinnen nicht die notwendige Sicherheit, direkt reihten sich wieder Undiszipliniertheiten im Angriff an. Kriftel wendete das Blatt, führte nach einem Tor von Helena Nitzke in der 45. Minute das erste Mal im zweiten Durchgang (22:23) und baute den Vorsprung auf 31:27 aus (55.). Oberursel kämpfte sich wieder heran, Michelle Okrusch gelang das 31:32 eine halbe Minute vor Schluss. Im letzten Angriff des Spiels monierte Günther dann zweimal Stürmerfoul, doch Kriftel blieb in Ballbesitz. „Wir haben aus unerfindlichen Gründen in den letzten drei Wochen unsere gute Form verloren“, rätselte der Oberurseler Trainer noch am Morgen nach der ärgerlichen Niederlage.

TSGO: Claudia Schilling, Ayana Petri; Viktoria Heilmann (7/5), Nadine Okrusch (6), Michelle Okrusch, Elfi von der Wehl (je 5), Berit Mies (4), Jana Sellner, Katharina Löbrich (je 2), Jennifer Krasnansky, Lisa Greb, Selina Walde, Caroline Stahl.

Trainer Lodders, Trainer der Oberliga Landesliga-Handballer, blieb auch nach der 29:34-Niederlage gegen TuS Holzheim ein Optimist. „Die Jungs haben noch sechs Spiele in dieser Saison und können selbst noch dazu beitragen, wo sie zukünftig spielen“, lautet das Fazit von Lodders.

Angesichts von vier möglichen Absteigern müsste allerdings – eine Siegesserie der TSGO vorausgesetzt – auch die Konkurrenz im Abstiegskampf viele Punkte liegenlassen, wenn der Klassenverbleib noch gelingen soll. Gegen Holzheim sah es nicht danach aus. Die Gäste führten das gesamte Spiel und schon relativ früh deutlich, wenn Lodders auch meinte, dass die Leistung seines Teams in der ersten Viertelstunde richtig gut gewesen sei. Es folgte ein böser Hänger, was Holzheim zur 17:10-Pausenführung nutzte.

Lodders lobte die Moral der Mannschaft im zweiten Abschnitt, spannend wurde es freilich nicht mehr. Vor allem Giovanni Ilestro (25 Jahre) und Martin Walz (24) hätten sich richtig reingehängt. „Die beiden ältesten Spieler erzielten nicht nur die meisten Tore, sie waren auch kämpferisch überragend“, stellte Lodders heraus.

TSGO: Adi Hadziabdic, Dennis Geier, Victor Lotz; Giovanni Ilestro (7), Martin Walz (6), Bennent Wienand (4), Janosch Juli (4/2), Tobias Jockel, Robert Oliver Avemann (je 2), Timo Günther, Christian Ghinea, Robin Louis Landvogt, Luca Gogolin (je 1), Julian Rummel.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare