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Auf verlorenem Posten: Für Max Körling und seine Steinbacher Mitspieler gibt es gegen Oberursels Abwehr selten ein Durchkommen.

Handball, Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt

Oberursel desklassiert Steinbach, Ober-Eschbach verliert unglücklich

So spannend die Schlussphase zwischen Ober-Eschbach und Goldstein/Schwanheim verläuft, so einseitig ist das Hochtaunus-Derby in der Handball-Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt.

Er hätte sich im Erfolg sonnen können. Jürgen Merz ist aber ein Trainer, der sich in der Öffentlichkeit ungern zu Spielen seines Teams äußert. So überließ er es auch am Sonntagabend Betreuer Bernhard Schmidt, den fulminanten 41:22-Derbysieg bei der HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten  zu beschreiben. Gelungener hätte das Trainerdebüt von Merz, bisher für die 2. Mannschaft verantwortlich, bei den Bezirksoberliga-Handballern der TSG Oberursel wahrscheinlich nicht mehr ausfallen können. „Die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt und ist auch als solche aufgetreten“, freute sich dann Schmidt. Nach dem plötzlichen Rücktritt von Klemens Naß hatte es für sie aber auch keine Ausreden mehr gegeben.

Leidtragender war die Dreier-HSG, die vor rund 100 Zuschauern in der Steinbacher Altkönighalle nicht den Hauch einer Chance hatte. 4:10 (13.), 11:19 (30.) und 18:35 (50.) lauteten Zwischenstände des ungleichen Spiels. Auch auf der Trainerbank der Gastgeber hatte mit Max Unterharnscheidt ein Trainer debütiert. Allerdings soll dies nur einmalig gewesen sein, weil die etatmäßigen Übungsleiter Daniel Sailler und Jens Petry verhindert waren. „Leider habe ich so ein Spiel erwischt“, trug’s der sonstige „Stand-by-Spieler“ Unterharnscheidt dennoch mit Fassung, „Oberursel war uns in allen Belangen überlegen.“ Die Enttäuschung beim Unterlegenen hielt sich einigermaßen in Grenzen, denn über die Schwere solcher Aufgaben sei man sich ja bewusst. Niklaus Haupt, gestern für die TSGO sechsmal erfolgreich, gehörte vor der Saison zu einer Reihe schwerwiegender Abgänge.

Bestnoten beim Gast verdienten sich Martin Walz und Adi Hadziabdic, unter Merz jetzt die Nummer eins zwischen den Pfosten. Dennis Geier befindet sich dafür nicht mehr im 14er-Aufgebot für die BOL, das der neue Trainer am Dienstag benannte. Solche unpopulären Maßnahmen gehörten zu den „klaren Ansagen“, die Merz im Training sogleich an die Mannschaft gerichtet habe, erläuterte Schmidt.

HSG-Tore: Haufe (6/5), Mollath (2/1), Hellwig (3), Beetz, Weigand, Niebergall, Hofmann (je 2), Langhammer, Reuß, Unger (je 1). TSGO-Tore: Walz (9), Haupt (6), Hentschel (5), Juli (4/4), Scheich, Günther (je 4), Bechtold (3), Macho (2), J. Schmidt, Ilestro, Mertzlin, Metz (je 1). (rem)

Nein, zu einem Punktgewinn reichte es für die Handballer der TSG Ober-Eschbach auch im vierten Spiel der Saison nicht. Noch nicht. Was das Team von Trainer Slobodan Jankovic aber speziell in der zweiten Halbzeit beim 23:24 gegen die HSG Goldstein/Schwanheim zeigte, war äußerst vielversprechend. Im ersten Durchgang lagen die Hausherren gegen den Favoriten zeitweise mit sechs Toren zurück. „Da haben wir uns hinten die Bälle erkämpft, nur um sie vorne wieder wegzuschmeißen“, berichtet Sportchef Thomas Jäth, „Goldstein hat dann unsere Fehler gnadenlos ausgenutzt.“ Umso länger die Partie dauerte, desto ausgeglichener wurde es jedoch. In der 57. Minute verkürzte Kristijan Katic auf 22:23, eine Minute später erzielte Top-Torschütze Zarko Jankovic das 23:23.

„Leider bekommen wir am Schluss zwei berechtigte, aber vermeidbare Zeitstrafen, müssten eigentlich noch einen Siebenmeter bekommen. Das war ein Krimi und am Ende hatte Goldstein Glück, dass sie den Sieg holten“, fasst Jäth zusammen. Erst 21 Sekunden vor Spielschluss trifft Jan Kleiber zum 24:23 für die Gäste. „Ich habe von Anfang an an die Mannschaft geglaubt, aber bisher sind uns die schlechte Vorbereitung und die vielen Verletzungen auf die Füße gefallen“, sagte Jäth, der Potenzial für das obere Tabellendrittel im Team sehe. Allerdings werde man wohl noch die gesamte Hinrunde benötigen, um die Versäumnisse aus der Vorbereitung aufzuholen, ehe man dieses Potenzial abrufen könne. „Ruhe bewahren“, lautet Jäths Devise. Das Spiel gegen Goldstein war trotz erneuter Niederlage ein erster Schritt in die richtige Richtung. TSG-Tore: Z. Jankovic (10/2), Kongestol, Ball (je 4), Katic (2), Heinen, Hess, Pagano (je 1). (rk)

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