Fechten

Aus auch für Schmidt

Im Vorjahr bei der Heim-WM auf Platz drei, in China schon früh raus: Auch Richard Schmidt aus Offenbach konnte den deutschen Fechtern bei der Weltmeisterschaft kein Erfolgserlebnis verschaffen.

Aus für Europameister Max Hartung im Achtelfinale, Richard Schmidt schon in der ersten Runde raus: Die größten Medaillenhoffnungen des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) sind nach dem zweiten Entscheidungstag bei den Weltmeisterschaften in Wuxi/China überraschend schnell geplatzt. Dem DFeB droht in der einstigen deutschen Vorzeigesportart eine historisch schlechte WM-Bilanz.

„Schmidt kann nicht immer Medaillen holen. Es sind viele Favoriten gestrauchelt, insbesondere im Herrendegen“, sagte DFeB-Sportdirektor Sven Ressel nach dem neuerlichen Rückschlag. Auch die Florettdamen wurden zu Wochenbeginn vorzeitig gestoppt. Die erst 19 Jahre alte Florettfechterin Leonie Ebert sowie Eva Hampel (beide Tauberbischofsheim) schieden im Achtelfinale aus.

Eine Medaillenvorgabe hatte der Verband vor den Titelkämpfen in China nicht ausgesprochen. Ressel stellte jedoch vor der WM klar, dass man „nicht ohne Medaille zurückkommen“ wolle. Es wird eng. Es droht die erste medaillenlose WM seit 1971 in Wien.

Die Konkurrenz scheint enteilt. Hauptgrund dafür sind auch die deutlich schlechteren Rahmenbedingungen im Vergleich zu den Top-Nationen. „Man muss nur nach Russland schauen, nach Italien, nach Frankreich oder Südkorea: Wenn man sieht, was da von staatlicher Seite für ein Aufwand betrieben wird, ist das auch nicht verwunderlich“, hatte „Säbler“ Max Hartung schon vor der Heim-WM im vergangenen Jahr in Leipzig gesagt. Und der Trend hält an.

Am Montag musste auch Degenfechter Richard Schmid die Planche frühzeitig als Verlierer verlassen. Nach seinem 8:15 in K.o.-Runde eins gegen den US-Amerikaner Curtis Mc-Dowald sagte der Offenbacher: „Ich bin mit dem Ergebnis und meinem Fechten sehr unzufrieden. Ich habe schlecht gefochten. Jetzt heißt es Mund abwischen. Ab morgen muss ich wieder nach vorne schauen. Momentan fällt mir das nicht so leicht. Ich hatte mir viel vorgenommen, habe mich gut in Form gefühlt.“ Im vergangenen Jahr hatte der Weltranglistenneunte mit Bronze noch für die einzige deutsche Medaille bei der Heim-WM in Leipzig gesorgt. Hartung, erfolgreichster deutscher Fechter der letzten Jahre und deutsches Aushängeschild der Sportart, hatte am Sonntag in der Runde der letzten 16 in der Wiederauflage des gewonnenen EM-Finals gegen den russischen Weltranglistensechsten Kamil Ibragimow verloren.

An diesem Dienstag stehen die letzten Einzelwettbewerbe an. Die Säbeldamen und Florettherren versuchen, die erste WM ohne deutsche Einzelmedaille seit Grenoble 1974 noch zu verhindern. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Anna Limbach (Dormagen), WM-Fünfte von Leipzig. Die vier Florett-Herren um die Routiniers Peter Joppich (Koblenz) und Benjamin Kleibrink (Tauberbischofsheim) haben allesamt den Sprung ins Hauptfeld geschafft. Zudem starten die Säbelherren im Teamwettbewerb in die Qualifikation. Das Dormagener Team um Hartung, Matyas Szabo, Benedikt Wagner und Richard Hübers hat wohl die größte noch verbliebene Medaillenchance. sid

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