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Leonie Beck wurde EM-Zweite über fünf Kilometer.

Beck holt Silber im Freiwasser: „Erholen, erholen, erholen”

Für ausschweifenden Jubel hatte Leonie Beck nach ihrem Silber-Coup keine Kraft. Die 21 Jahre alte Freiwasserschwimmerin musste husten, nahm die Schwimmbrille ab und schnaufte erst einmal kräftig durch.

Für ausschweifenden Jubel hatte Leonie Beck nach ihrem Silber-Coup keine Kraft. Die 21 Jahre alte Freiwasserschwimmerin musste husten, nahm die Schwimmbrille ab und schnaufte erst einmal kräftig durch.

Beck schwamm im Loch Lomond eine Zeit von 56:17,8 Minuten und musste sich nur Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal aus den Niederlanden geschlagen geben, die im Fünf-Kilometer-Rennen bei den European Championships nach 56:01,0 Minuten anschlug. Bei den Männern belegte Rob Muffels Rang vier.

„Es war am Ende ziemlich hart, ganz schön anstrengend, aber zum Glück hat es gut funktioniert”, sagte Beck und gab die Devise vor: „Jetzt muss ich mich erholen. Erholen, erholen, erholen.”

Auf die Drittplatzierte Rachele Bruni aus Italien hatte Beck einen komfortablen Vorsprung von mehr als einer halben Minute. Für die Würzburgerin ist es die erste Medaille bei einem Saisonhöhepunkt im Freiwasser, für das deutsche Team ein starkes Signal nach dem WM-Debakel 2017. „Es ist sehr gut gelaufen. Es freut mich sehr, dass ich Zweite bin”, sagte Beck.

Van Rouwendaal und Beck hatten sich schon recht früh im Rennen von der Konkurrenz abgesetzt. Zunächst hielt Beck im kühlen Wasser des schottischen Sees mit der starken Niederländerin sogar noch mit, musste dann aber abreißen lassen. „Nach der Boje ist sie weggeschwommen. Da habe ich einen kleinen Fehler gemacht und sie nicht halten können”, erklärte sie. Hinter ihr versuchten Bruni und deren Landsfrau Arianna Bridi nochmal heranzukommen, doch Beck hielt sie auf Distanz. Lea Boy aus Elmshorn schwamm auf den zwölften Platz (58:04,0), die Essenerin Jeannette Spiwoks (58:24,5) belegte Rang 16.

Bei den Weltmeisterschaften in Budapest - den ersten seit 23 Jahren für die deutschen Freiwasserschwimmer ohne Medaille - waren bei Beck nach ihrem 24. Platz im Fünf-Kilometer-Rennen noch Tränen geflossen. Bundestrainer Stefan Lurz hatte in Bezug auf Beck gesagt: „Wenn jede kleine Entscheidung, die man treffen muss, gegen einen läuft, muss man sich am Ende des Jahres überlegen, ob Freiwasserschwimmen das Richtige ist.” Im Loch Lomond war es das auf jeden Fall.

Bei den Männern verpasste Rob Muffels in 52:55,4 Minuten Edelmetall nur um einen Platz. „Das ist schon ziemlich ärgerlich”, sagte der Magdeburger, der jedoch bereits nach vorne blickte: „Ich habe ja noch die zehn Kilometer. Da liegt auf jeden Fall der Fokus drauf.” Das Rennen über die olympische Distanz findet an diesem Donnerstag statt.

Muffels Rückstand auf Bronze und den Franzosen Logan Fontaine betrug elf Sekunden. Gold sicherte sich Kristof Rasovszky aus Ungarn vor Fontaines Landsmann Axel Reymond. Ruwen Straub aus Würzburg wurde Elfter, der Magdeburger Marcus Herwig schwamm auf Platz 13.

(Von Thomas Eßer, dpa)

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