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Blieb gestern nicht immer so ruhig: Horst Hrubesch.

Frauen-Fußball

DFB-Frauen lösen das WM-Ticket

Eigentlich wollte Horst Hrubesch gestern nach dem standesgemäßen Kantersieg auf den Färöern als Frauen-Bundestrainer abtreten. Jetzt kommt es anders.

Durch ein abschließendes 8:0 (3:0) beim völlig überforderten Tabellen-Schlusslicht Färöer sicherten sich die deutschen Fußball-Frauen als Gruppensieger die Teilnahme an der Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli 2019).

Drei Tage nach dem wichtigen 2:0 (1:0) in Island stellte Interims-Bundestrainer Horst Hrubesch eine Bestmarke ein. Mit fünf Siegen in Serie egalisierte der 67-Jährige den Startrekord von Silvia Neid aus dem Jahr 2005. Und da Nachfolgerin Martina Voss-Tecklenburg noch mit der Schweiz in die Play-offs muss, kann Hrubesch seine Bilanz in den kommenden Testspielen sogar noch ausbauen. Voss-Tecklenburg wird erst zum 1. Januar Bundestrainerin, somit macht Hrubesch noch ein paar Monate weiter. Das von Voss-Tecklenburg trainierte Schweizer Frauen-Nationalteam muss in der WM-Qualifikation nachsitzen und versuchen, in den Play-offs das WM-Ticket zu lösen. In Mielic kam die Schweiz gegen Polen nicht über ein 0:0 hinaus. Da Konkurrent Schottland gegen Albanien mit 2:1 (1:1) gewann, zogen die Schottinnen in der Tabelle der Gruppe 2 an der Schweiz vorbei.

Der DFB hatte drei Termine im Oktober und November für eventuelle Play-off-Spiele vorgesehen. Diese Termine in Osnabrück, Essen und Erfurt werden nun für Freundschaftsspiele genutzt. Die Gegner stehen noch nicht fest. Für die Vorbereitung zur WM ist das für die DFB-Auswahl keine glückliche Situation. „Wir hätten es gerne anders gehabt“, sagte Hrubesch, freute sich aber erst einmal über das WM-Ticket: „Insgesamt können wir mit diesem Spiel zufrieden sein.“

Vor 651 Zuschauern in Torshavn schossen Lea Schüller (3.), Lina Magull (25./68.), Leonie Maier (27.), Carolin Simon (58./73.) und Alexandra Popp (71./90.+2) den siebten deutschen Erfolg im achten Qualifikationsspiel heraus. Einziger Wermutstropfen bei stürmischem Regenwetter: Der zweimalige Weltmeister ließ noch zahlreiche Chancen ungenutzt.

Bei der Partie auf dem ungewohnten Kunstrasen im Nationalstadion Torsvöllur schonte Hrubesch vier Akteurinnen aus der Startelf gegen Island. Lena Goeßling lief für Kristin Demann in der Innenverteidigung auf, Linda Dallmann ersetzte in der Zentrale Sara Däbritz. Davor kamen Turid Knaak und Magull anstelle von Verena Schweers und Svenja Huth zum Einsatz.

Hrubesch hatte bereits vor der Premiere seiner „Mädels“ auf den Schafsinseln Bilanz gezogen: „Wir wollten die Mannschaft wieder da hinbringen, wo sie hingehört. Es wird noch ein bisschen dauern, bis sie bei 100 Prozent sind, aber der Weg ist der richtige.“ Dass sie noch ordentlich Luft nach oben hat, zeigte die DFB-Auswahl auch gegen die Färingerinnen. Beim Spiel auf ein Tor mangelte es oftmals noch an Präzision – im Kombinationsspiel, aber auch bei der Chancenverwertung. Hrubesch schimpfte zeitweise an der Seitenlinie.

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