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Herr der Ringe: Eintrachts Spitzenturner Eduard Yermakov.

Kunstturnen

Eduard Yermakov macht den Unterschied für Eintracht Frankfurt

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Der Siegeszug der Kunstturner von Eintracht Frankfurt geht weiter. Beim Erfolg gegen Grünstadt überragte der Ukrainer Eduard Yermakov.

Der Zweitliga-Neuling, der nach seinen zwei vorherigen Aufstiegen in das Unterhaus jeweils nur ein einjähriges Gastspiel gab, gewann alle drei bisherigen Wettkämpfe und belegt mit 6:0-Punkten Rang zwei. Am Samstag empfangen die Adlerträger Mitaufsteiger TV Großen-Linden (15 Uhr, Wolfgang-Steubing-Halle, Riederwald) und gelten in diesem Vergleich nun sogar als Favorit.

Der 39:33-Erfolg über die TSG Grünstadt ähnelte den vorhergehenden wie ein Ei dem anderen. Die Frankfurter gewannen die ersten drei Geräte souverän, lagen zur „Halbzeit“ deutlich vorne (32:3), ehe ein Einbruch am Sprung die Aufholjagd des Gegners einleitete. Auch der Barren ging an den Widersacher. Am Reck schmolz der Vorsprung weiter, vor dem letzten Gerät des Tages betrug er nur noch zwei Zähler.

Doch die Eintracht hatte noch ihr Trumpf-Ass im Ärmel. Als letzter Frankfurter turnte Eduard Yermakov am Reck. „Riskiere nichts, lautete die Anweisung“, so der bei den Frankfurtern für die Zweitliga-Riege verantwortliche Michael Schmidt. Und das tat der Ukrainer souverän. Seine Sicherheitsübung war zwar mit einer kleinen Unsicherheit behaftet, reichte jedoch aus, um mit 11,65 Punkten den Vergleich mit Niko Weickert klar für sich zu entscheiden.

Yermakov bestätigte bei seinem dritten Einsatz, der aktuell beste und vor allem beständigste Turner der Zweiten Bundesliga zu sein. Der 20 Jahre alte ukrainische Meister bekam diesmal trotz der Zurückhaltung am Reck im Sechskampf starke 77,85 Punkte, deutlich mehr als der für Grünstadt turnende französische Nationalturner Edgar Boulet. Höhepunkt des Tages war einmal mehr Yermakovs Ringe-Übung, für die es mit 14,25 Punkten (Ausgangswert 5,6) auch die Bestnote der Veranstaltung gab.

Schwäche nach der Pause

Den Grundstein zum Sieg legten die Frankfurter schon am ersten Gerät. Obwohl sie kurzfristig umstellen mussten, der junge Niklas Neuhäusel verletzte sich beim Einturnen am Fuß, so dass er am Boden nicht eingesetzt werden konnte, wurde dieser erste Vergleich dank der soliden Übungen von Yermakov, Tim Spetzke, Niklas Volk und Peter Seufert mit 13:0-Scorepunkten gewonnen. Am Seitpferd zeigten vor allem Seufert und Alexander Winter sehr saubere Übungen. Der ungewollte Abstieg von Spetzke hatte wegen der total verpatzten Übung des Franzosen Boulet keine Folgen, so dass die Eintracht 12:0 Zähler verbuchen konnte. Da neben dem überragenden Yermakov an den Ringen auch Neuhäusel, Seufert und Volk zu gefallen wussten, ging auch dieses Gerät trotz der starken Übungen der Gäste an die Adlerträger.

„Mittlerweile wissen alle Gegner, dass nach der Pause unsere Schwäche kommt. Da müssen wir im Training bis zum nächsten Wettkampf einiges tun“, betont Schmidt. Allerdings sind die Alternativen beim Sprung kaum vorhanden. Die verletzten Sprung-Spezialisten Marvin Lauer und Tim Schneider werden in der laufenden Saison kaum noch zum Einsatz kommen.

Dominic Sartorio hätte die Fähigkeit, mehr Zähler zu holen, doch dazu müsste er intensiver trainieren. Vielleicht könnte Neuhäusel, falls sein Fuß den Sprung in einer Woche schon zulässt, eine Option sein. Alexander Winter und Niklas Volk haben zwar anspruchsvolle Sprünge im Repertoire, was ihnen aber fehlt, ist die Sicherheit. Beide konnten ihren Sprung nicht stehen. Und beim diesmal eingesetzten Marvin Keller fehlt für eine ordentliche Note die Schwierigkeit.

An den Barren lieferten die Frankfurter das ab, was sie können, am Reck taten dies Seufert und Neuhäusel, lediglich Volk patzte. Die Schwierigkeiten sind aber an beiden Geräten nicht so hoch, um da zu dominieren. Da die Pfälzer, die etliche Anhänger mitgebracht hatten, die für Stimmung in der Halle sorgten, fleißig Punkte sammelten, wurde es noch einmal eng. Bis Yermakov die Eintracht erlöste.

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