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Eintracht:

So wird der Kader fit für die neue Saison

Die vergangenen Jahre boten Eintracht Frankfurt die Möglichkeit des klaren sportlichen Aufschwungs. Die Verantwortlichen gaben sich große Mühe, um junge und talentierte Spieler in die Stadt zu lotsen.

Jene Talente haben ihren Anteil daran, dass es erneut möglich war, bis in das internationale Geschäft vorzustoßen. Doch wird es möglich sein, den Kader auch für die neue Saison auf einem solch hohen Niveau zu halten?

Lassen sich Abgänge vermeiden?

Besonders in der Offensive sorgte die Eintracht in der abgelaufenen Saison für Furore. Drei Spieler waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Team vermeintlich überlegene Gegner in Bedrängnis bringen konnte. Gerade in den Topspielen wurde deutlich, auf welchem Niveau das Team inzwischen agiert und welche Fortschritte in den vergangenen Jahren gemacht wurden. Bei Luka Jovic, Ante Rebic und Sebastian Haller stellt sich nun die Frage, ob sie auch über den Sommer hinaus im Verein gehalten werden können. Die Liste der Interessenten, die die Spieler in ganz Europa jagen, ist lang.

Einerseits ist es die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb, die als Argument auf der Seite der Eintracht dient. Auf der anderen Seite ist bekannt, dass die Akteure die Atmosphäre vor Ort schätzen und dadurch dazu bereit sind, bis an ihre Grenzen zu gehen. Im Hinblick auf ihr Salär könnten die drei jedoch sehr viel bessere Angebote finden. So stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen bei der Eintracht ihre Argumente so überzeugend vorbringen können, dass an der Verlängerung der Verträge und dem Verbleib gar kein Weg vorbeiführt.

Auch die Buchmacher haben längst erkannt, wie wichtig die drei Offensiven doch für das Spiel der Eintracht sind. Die Quoten fallen deshalb niedriger aus, wenn sie alle fit sind und auf dem Platz stehen können. Gleichwohl spielt hier eine Rolle, welcher Buchmacher in den Blick genommen wird. Bekannt für den hohen Quotenschlüssel sind die Quoten von XTiP.

Der Blick auf die Nummer eins

Doch es wäre falsch, den Blick im Sommer nur auf die Offensive zu lenken. An und für sich war dies das Herzstück der jüngsten Mannschaft. Doch allein die Stürmer sind nicht für die Erfolge verantwortlich, die zuletzt eingefahren werden konnten. Auf der anderen Seite fällt der Blick auf die neu formierte Defensive. Dort ist es vor allem durch die Verpflichtung von Torhüter Kevin Trapp gelungen, neue Qualität auf den Platz zu bringen. Es liegt auf der Hand, dass der neue alte Torwart aus Paris keine Schwierigkeiten damit hatte, sich selbst für die Saison in Schwung zu bringen und in den Verein zu integrieren.

Doch der Wechsel nach Frankfurt erfolgte zunächst nur auf Leihbasis. Bis dato ist also nicht klar, wer in der nächsten Saison als klare Nummer eins zwischen den Pfosten stehen wird. An und für sich wird es notwendig sein, über diese Besetzung noch einmal gründlich zu diskutieren. Denn nur so kann es möglich sein, die erhoffte Qualität zu erhalten, die es zulässt, die Defensive auch für die neue Saison zu stabilisieren.

Der Wechsel der Generationen

Mit einem Durchschnittsalter von 25,3 Jahren lag die Eintracht zuletzt im Mittelfeld der Liga. Der Wert an sich ist nicht herausragend und deutet sogleich darauf hin, dass erfahrene Stützen vorhanden sind. Mehrere Spieler waren dazu in der Lage, das Spiel in den richtigen Phasen zu beruhigen. Besonders wichtig war dies bereits nach dem durchwachsenen Start in die neue Saison, als alle Verantwortlichen mit einem Mal stark unter Druck standen. Doch nun wird es notwendig sein, auf diesen Positionen langsam den Wechsel einzuleiten.

Eine Verlängerung ist zumindest bei Makoto Hasebe denkbar. Der inzwischen 35-jährige Japaner spielte sich auch in diesem Jahr oft in die Startelf und war dazu in der Lage, besonders in der Defensive eine solide Arbeit zu leisten. Durch neue Zahlungen großer Sponsoren wie Fraport und indeed könnte die Eintracht jene Kosten stemmen. Die Vereinslegende Marco Russ war derweil nicht fähig, sich noch einmal in den Mittelpunkt zu spielen. Gegen Ende der Saison bremste den Mittelfeldakteur zudem eine langwierige Verletzung aus. Da David Abraham nach wie vor die Rolle des etatmäßigen Kapitäns trägt, könnten auch für ihn die Zeichen auf Verbleib stehen. Doch im neuen Jahr könnte es für ihn noch schwerer werden, den Platz in der ersten Elf zu behaupten.

Die Bedeutung der Jugend

Schon in den vergangenen Jahren stellte Eintracht Frankfurt immer wieder unter Beweis, wie stark die eigene Jugendarbeit ist. Schon jetzt machte sich Trainer Adi Hütter daran, einige neue Akteure bis in die erste Mannschaft zu holen. Als besonders vielversprechend gilt zum Beispiel Nils Stendera, dessen Bruder bereits im Verein den Durchbruch bis in den Profifußball schaffte. Nun geht es für die jungen Talente erst einmal darum, mit der ersten Mannschaft zu trainieren und dort neue Erfahrungen zu sammeln. Langfristig könnte es für sie möglich sein, bis in den erweiterten Kader zu rutschen und vor allem im nächsten Jahr eine Rolle zu spielen.

In Anbetracht der hohen Ablösesummen, die derzeit auf dem Transfermarkt zu zahlen sind, scheint der Weg mit der Hilfe der eigenen Jugend kein schlechter zu sein. Obwohl die Eintracht damit rechnen kann, für den einen oder anderen Spieler hohe Ablösen zu erhalten, wird es mit dem Geld schwer werden, einen adäquaten Ersatz zu finden. In der Zeit eines überhitzten Marktes wäre es möglich, entstandene Lücken in der Mannschaft mit der eigenen Jugend zu schließen. Dass die jungen Akteure das Potenzial haben, langfristig bis zu einem gestandenen Spieler zu reifen, wird von keiner Seite infrage gestellt. Nun geht es nur noch darum, sie schonend in Kontakt mit ihren neuen Aufgaben zu bringen und dadurch ihren Durchbruch in Frankfurt vorzubereiten.

Der Trainerstab bleibt zusammen

Ein weiterer Aspekt, der für den künftigen Erfolg der Eintracht spricht, ist die Arbeit der Trainer. Das ganze Team, welches hinter dem Coach Adi Hütter steht, wird auch in der neuen Saison wieder die Arbeit aufnehmen. Da nun wichtige Strukturen bekannt sind, könnte der Start in die ersten Spiele noch leichter verlaufen, was die Möglichkeit bieten würde, wieder die oberen Regionen in der Tabelle anzupeilen und dadurch den Weg der letzten Jahre erfolgreich weiterzugehen. Die wichtigsten Weichen dafür sind längst gestellt.

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