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Franziska van Almsick feiert heute ihren 40. Geburtstag.

Schwimmen

Franziska van Almsick ist auch ohne Gold einfach nur glücklich

Franziska van Almsick blickt vor ihrem 40. Geburtstag auf eine Karriere mit extremen Höhen und Tiefen zurück. Der erste gesamtdeutsche Sportstar ist über all diese Ausschläge froh.

Franziska van Almsick lief es vor dem Fernseher „eiskalt den Rücken hinunter“, als Biathlet Simon Schempp bei den Olympischen Winterspielen im Fotofinish hauchdünn Gold verlor. Ihr sei „für einen kurzen Moment schlecht“ geworden, berichtete sie, denn es kamen Erinnerungen hoch, wie sie selbst „zweimal an diesem Olympiasieg, der mir immer alles bedeutet hat“, vorbeigeschrammt war.

Dieser unerfüllte Goldtraum habe zwar Narben hinterlassen, sagte der frühere Schwimmstar, aber „das tut mir heute gut in meinem Leben“. Dieses vermeintliche „Scheitern“ am höchstmöglichen Ziel hat aus ihr die Person gemacht, die sie heute ist. Und Franziska van Almsick ist kurz vor ihrem 40. Geburtstag am heutigen Donnerstag ein glücklicher Mensch. Auch ohne Olympiagold.

Nach vielen Höhen und Tiefen im Sport und im privaten Leben genießt sie ihr eher zurückgezogenes Leben in Heidelberg. „Das Wahnsinnige und Übertriebene und Gehypte der heutigen Welt hatte ich alles schon“, sagt van Almsick. Und wie. Als damals 14 Jahre junge „Göre“ ist die Ost-Berlinerin der erste gesamtdeutsche Sportstar nach der Wiedervereinigung. Kess in der Öffentlichkeit und brutal schnell im Wasser – Franzi erobert die Herzen der Fans im Sturm. Für ihr Olympiasilber 1992 in Barcelona über 200 Meter Freistil wird die junge Athletin gefeiert wie ein Popstar. Vier Jahre später in Atlanta schwimmt sie erneut auf Platz zwei, doch diesmal ist alles anders. Van Almsick wird als Verliererin wahrgenommen – und es kommt noch schlimmer.

2000 in Sydney nimmt die damalige Weltrekordlerin wieder Anlauf auf Gold – und scheitert mit Platz elf. Von Boulevard-Blättern verspottet, muss der einst umjubelte Jungstar erkennen, dass gerade die Hochgelobten tief fallen können. Doch die Kämpferin gibt nicht auf, in Athen gewinnt sie noch zweimal Staffelbronze, und bei der Heim-EM 2002 in Berlin glänzt van Almsicks Stern fast wieder so hell wie zu Karrierebeginn. Sie habe damals mehr geholt als nur fünf Titel und einen Weltrekord, sagte „FvA“: „Ich bekam meine Ehre zurück.“

Van Almsick schaut mit Stolz auf ihre Karriere zurück, vor allem weil sie „nie versucht“ habe, „jemand zu sein, der ich nicht bin.“ Auch in ihrer Funktion als ARD-Expertin sprach van Almsick oft aus ihrem Herzen heraus, was durchaus für Wirbel sorgte. Ihr Verhältnis zu Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen ist nach ein paar deftigen Worten („Soll Arschbacken zusammenkneifen“) noch immer angespannt.

Entspannt geht die zweifache Mutter dagegen mit ihrem Alter um. Die Zahl 40 bereite ihr zwar ein „mulmiges Gefühl“, aber sie freue sich auch auf die Zeit, die nun komme. Sie will endlich die Abiturprüfungen ablegen und vielleicht mal den Hubschrauberschein machen.

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