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Joachim Löw (rechts) und Oliver Bierhoff: Sie arbeiten an einem anderen Erscheinungsbild der Nationalmannschaft.

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Kommentar zur DFB-Elf: Nur ein kleiner Schritt

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Es gibt Menschen, die den Chefs beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und ihrem Bundestrainer seit dem peinlichen Vorrunden-Aus bei der WM alles Schlechte wünschen. Viele von ihnen werden insgeheim gehofft haben, dass die Nations-League-Premiere gegen den Weltmeister so sehr misslingt, dass die Diskussion über Joachim Löw wieder an Fahrt aufnimmt. Es ist dann doch nicht so gekommen, Löw kann das 0:0 gegen Frankreich als Teilerfolg verbuchen. Zumal die Reaktionen der Fans in der Münchner Arena – auch bei der Einwechslung von Ilkay Gündogan – überwiegend positiv waren. Das Projekt „Versöhnung“ ist also erfolgreich angelaufen.

Es gibt Menschen, die den Chefs beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und ihrem Bundestrainer seit dem peinlichen Vorrunden-Aus bei der WM alles Schlechte wünschen. Viele von ihnen werden insgeheim gehofft haben, dass die Nations-League-Premiere gegen den Weltmeister so sehr misslingt, dass die Diskussion über Joachim Löw wieder an Fahrt aufnimmt. Es ist dann doch nicht so gekommen, Löw kann das 0:0 gegen Frankreich als Teilerfolg verbuchen. Zumal die Reaktionen der Fans in der Münchner Arena – auch bei der Einwechslung von Ilkay Gündogan – überwiegend positiv waren. Das Projekt „Versöhnung“ ist also erfolgreich angelaufen.

Wer allerdings einen mutigen, reformwilligen Löw erwartet hatte und wegweisende Personalveränderungen, wurde weitgehend enttäuscht. Der Bundestrainer setzte erneut auf einen starken Block von 2014er Weltmeistern. Sie dankten es ihm – im Gegensatz zur WM in Russland – mit einer engagierten Leistung. Die Mannschaft zeigte die geforderte Reaktion. Löw ließ auch – wie in Brasilien – mit vier Innenverteidigern in der Abwehr spielen. Nach den Debakeln in Russland war defensive Sicherheit gegen die schnellen, fußballkünstlerisch hoch veranlagten Franzosen das oberste Gebot. Auch das hat weitgehend funktioniert. Joshua Kimmich als Sechser war die einzige wirkliche – und kleine – Überraschung. Die ist Löw geglückt. Deutlich erkennbar waren dagegen die anhaltenden Probleme nach vorne. Es fehlte bei allem Bemühen von Kimmich oder Toni Kroos oft der Mut oder die zündende Idee – und ein eiskalter Vollstrecker.

Insgesamt war die Nullnummer gegen Frankreich nur ein erster kleiner Schritt. Löw muss den Kader im Hinblick auf die EM 2020 ohnehin verjüngen. Er sollte rasch damit beginnen. Am Sonntag beim reinen Testspiel gegen Peru sollen die Neulinge Kai Havertz, Thilo Kehrer und Nico Schulz ihre Chance bekommen. Sie und die gesamte Mannschaft sollten sie nutzen. Die kritisch denkenden Fans werden wieder ganz genau hinschauen.

christian.heimrich@fnp.de Berichte auf dieser Seite

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