Basketball

Skyliners nach verrücktem Sieg in München mit Playoff-Matchball

  • schließen

Sie fühlten sich benachteiligt von den Schiedsrichtern, verloren ihren Trainer zur Halbzeit wegen Disqualifikation und lagen im dritten Play-off-Duell gegen den FC Bayern deutlich mit 19 Punkten zurück. Am Ende jedoch stand der erste Sieg überhaupt der Skyliners in München – und die 2:1-Führung in der Viertelfinal-Serie. Nun scheint für die Frankfurter der Coup gegen den wankenden Favoriten möglich.

Dieses Spiel war eigentlich nicht zu gewinnen. Nicht bei diesen Begleitumständen. Nicht beim FC Bayern, wo sie in bisher zehn Spielen noch nie siegen konnten. Alles lief am Samstagabend gegen die Basketballer der . Eine Halbzeit lang trafen sie kaum einen Wurf und gerieten anfangs des dritten Viertels mit 25:44 in Rückstand. Und auch die Schiedsrichter trafen harte Entscheidungen gegen sie. Nachdem der Münchner Nationalspieler Danilo Barthel zu Beginn der Partie mit einer Schauspiel-Einlage Erfolg hatte und damit die 6000 Zuschauer und offenbar auch die Referees hinter sich brachte, kassierten die Hessen alleine im ersten Durchgang 16 Foulpfiffe (Bayern 9). Als Barthel, der sich nach einem Zweikampf am Boden wälzte, schwer verletzt schien, wenig später aber wieder wie gewohnt mitwirkte und in der Halbzeit-Pause mit Schiedsrichterin Anne Panther locker auf dem Feld plauderte, kam es zum Eklat. Skyliners-Trainer Gordon Herbert lief vorbei, rief Panther kritische Worte zu und erhielt von der Olympia-Schiedsrichterin ein Technisches Foul. Herbert schleuderte wutentbrannt sein Taktik-Brett auf den Boden, erhielt folgerichtig sein zweites Technisches Foul und wurde somit der Halle verwiesen. Nur mit Mühe konnte Skyliners-Kapitän Quantez Robertson den aufgebrachten Kanadier wegführen.

Dass die Frankfurter das dritte Play-off-Duell gegen die Bayern schließlich noch mit 86:83 (25:39) gewannen, grenzte an eine Sensation. Im Heimspiel am Dienstag (19 Uhr) können sie nun mit dem dritten Sieg in Folge ins Halbfinale einziehen. Dort würde Titelverteidiger Bamberg warten, der Bonn im Viertelfinale mit 3:0-Siegen bezwang. Verliert Frankfurt morgen, fände ein entscheidendes fünftes Spiel am Donnerstag in München statt.

Und die große Überraschung scheint nun möglich. Die Frankfurter haben weiteres Selbstvertrauen getankt, bewiesen eine großartige Moral und können weiter auf den angeschlagenen Spielmacher Tai Webster zurückgreifen. Bei einer Kernspintomografie am Freitag war bei dem Neuseeländer zwar „ein kleiner Schaden entdeckt worden“, so Herbert. Doch Webster, den offenbar eine Bandscheibenvorwölbung plagt, konnte in München überraschend spielen und avancierte mit 20 Punkten sogar zum Topscorer. Kurz vor Schluss traf er einen wichtigen Dreier zum 81:81.

Nachdem die Bayern durch einen spektakulären Treffer von Jared Cunningham (20) noch einmal mit 83:81 in Führung gingen, konterte Frankfurts Phil Scrubb (15) mit einem Dreier zum 84:83. Als dann der ansonsten gute Bayern-Spielmacher Braydon Hobbs (8) vier Sekunden vor Schluss bei einem Distanzwurf mit der Ferse auf der Auslinie stand und der Ballbesitz wieder an die Frankfurter überging, war die Überraschung perfekt. Skyliners-Kapitän Quantez Robertson (14) wurde gefoult und verwandelte beide Freiwürfe zum Endstand. Die Aufholjagd hatte zuvor Shawn Huff (12) mit drei Dreiern eingeleitet.

Die Münchner Startruppe, die auf den verletzten Schlüsselspieler Vladimir Lucic verzichten musste, trat erneut nicht mit der Entschlossenheit und dem Teamgeist der Frankfurter auf. Die Bayern wirken unter ihrem neuen Trainer Dejan Radonjic nicht als Einheit. Münchens Flügelspieler Nihad Dedovic befand nach der Pleite: „Das ist nicht zu erklären. Unsere Konzentration war offensichtlich nicht da. Ich weiß auch nicht, was in unseren Köpfen los war.“ Sein Teamkollege Alex King gab sich hingegen weiter positiv. „Ich bin total zuversichtlich“, sagte der Ex-Frankfurter, „die Frankfurter haben jetzt den Druck, daheim gewinnen zu müssen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare