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HANDBALL

Was Handball wirklich ausmacht

Die Handball-WM ist in vollem Gange: Viele haben Vorurteile gegenüber des schnellen Teamsports, doch wer einmal in der Halle war, wird eines Besseren belehrt.

Am Freitagabend treffen die Männer des Deutschen Handball-Bundes im Halbfinale der Heim-WM auf die Spieler des norwegischen Teams. Auch der Rest des Landes ist angesichts der Handball-WM euphorisch.

Vorurteil Aggressivität

Durch die Medien und die zahlreichen Übertragungen zu Hauptsendezeiten werden viele junge Leute auf den vielseitigen Sport aufmerksam. Dennoch werden oft negative Aspekte und einige Vorurteile gegenüber den Aktiven laut: Handball sei ein asozialer Sport, heißt es immer wieder. Der häufige, manchmal etwas ruppig wirkende Körperkontakt auf dem 800 Quadratmeter-großen Feld lässt einige davon ausgehen, dass es in diesem Teamsport nicht besonders fair zugehen kann.

Patrick Wiencek ist einer der Kreisläufer der DHB-Auswahl.

Wer schon Erfahrung im Handballspielen sammeln konnte, weiß es besser: Auf dem Feld geht es sowohl teamintern als auch teamübergreifend sehr fair und sportlich zu. Davon ist auch Fußballtrainer Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim) überzeugt, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch erklärte er, dass die deutschen Fußballer einiges von ihren Handball-Kollegen lernen können. "Am besten gefällt mir beim Handball, dass deutlich weniger palavert wird als im Fußball, außerhalb wie auf dem Feld.", so berichtet der Bundesliga-Trainer.

Auch der Nachwuchs des Sports schätzt den fairen Umgang mit Mitspielern und Gegnern. Im Handball wird man zum Teamplayer. Paradebeispiel dafür ist der 2 Meter große Kreisläufer der DHB-Auswahl, Patrick Wiencek. Mannschaftskollege und Torwart Andreas Wolf kennt "ganz wenige, die eine derart ausgeprägte soziale Ader haben". Gerade durch die kämpferische, emotionale Spielart wird der Zusammenhalt und die Sportlichkeit im fairen Sinne geprägt.  Eben dieser Zusammenhalt wird von vielen Zuschauern geschätzt, nicht nur bei Spielen der deutschen Profis ist dieses Gefühl präsent, schon in den Hallen der niedrigen Ligen ist die Euphorie und der Zusammenhalt zu spüren. Denn es heißt immer: „Einer für alle, alle für einen.“ Doch nicht nur die Spieler, auch die Zuschauer werden von der Energie des Spiels mitgerissen.

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Soziales Engagement im Handball

Die soziale Verantwortung endet nicht mit den vier Feldbegrenzungen der Handballfelder, viele Sportler und Aktive nutzen ihre Position um Gutes zu tun. Mit der Initiative "Handball hilft" setzen sich viele zugunsten der Deutschen Krebshilfe ein. Auch andere Organisationen und Fonds der Stiftung Deutsche Sporthilfe, wie die Joachim-Deckarm-Stiftung des schwer verunglückten ehemaligen Nationalspielers "Jo" Deckarm werden zahlreich unterstützt.

Durch die Handball-WM hoffen viele Aktive und Ehemalige auf Zuwachs in Deutschlands Handballvereinen. Nicht nur die WM-Botschafter Heiner Brand, Dominik Klein und Stefan Kretschmar versuchen die Sportart in die deutschen Wohn- und Kinderzimmer zu bringen, auch die Kampagne "Handball - Es lebe der Sport" wirbt mit eindeutigen Sprüchen wie "Bei uns steht keiner im Abseits.", oder "Sport mit Gehalt statt absurder Gehälter", die auch verstärkt für die faire, sportliche, bodenständige und soziale Ader des Handballs stehen.

Handball: Der emotionale, faire, ehrliche Sport für alle, die sich für echten Sport interessieren

Deutschlandweit haben Interessierte in 23 Verbänden und etlichen Vereinen die Möglichkeit, sich der Sportart Nummer 2 anzuschließen. Wer wahren Sport in ehrlichen, harten und fairen Spielen erfahren möchte, sollte sich dieser Sportart widmen.

Von Ann-Marit Micheel

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