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Gut gemacht: Nach dem gelungenen Versuch des ?80ers? Ian Minjire (Mitte) freuen sich (von links) Jens Listmann, Hasan Ryan, Mark Sztyndera, Kevin Lange, Lucas Deichmann und Anton Ewald.

Rugby SC 80

Zum Titelanwärter gemausert

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Die „80er“ haben ihre erste große Probe bestanden – und das bemerkenswerterweise lange in Unterzahl. In dieser Verfassung sind die Schwarz-Roten ein heißer Titelkandidat.

Über 400 Zuschauer waren an die Feldgerichtstraße gekommen, um das erste Spitzenspiel der Saison in der Rugby-Bundesliga Süd/West zu begutachten. Und die gehegten Erwartungen erfüllten sich: In einem bis zum finalen Pfiff intensiven, spannenden und überragenden Match besiegte der SC 80 Frankfurt die RG Heidelberg mit 29:22 (22:12). Viel Beifall war vor allem dem Sieger gewiss, der weiter mit maximaler Punkteausbeute die Tabelle anführt.

„Die Chancen stehen gut, dass wir ins Finale kommen“, war auch Ulrich Byszio, Zweiter Vorsitzender des Clubs und großer Rugby-Förderer, von der Leistung überzeugt. Ein Kraftakt bis zum Ende mussten die Frankfurter allerdings schon leisten, um die nie aufsteckenden Kurpfälzer zu bezwingen. Denn der Ligaprimus musste sich etwa 40 Minuten in Unterzahl behaupten.

Die Zeitstrafe gegen Nationalspieler Marcel Henn in der ersten Halbzeit konnte noch recht gut kompensiert werden. Als dann Ian Minjire in der Anfangsphase des zweiten Spielabschnitts die Rote Karte sah, musste sich der SC 80 aufs Verteidigen konzentrieren. Die Hinausstellung sei berechtigt gewesen, weil die Aktion des Akteurs technisch unsauber war, sagte Byszio. „Aber das habe ich auch schon bei Frankreich gegen Neuseeland gesehen.“ Minjire hatte einen Gegenspieler in der Luft attackiert, die Rote Karte war eine regelkonforme Entscheidung. Im Derby am Samstag (14 Uhr) beim RK Heusenstamm wird er wegen der Sperre nun ausfallen.

Bis dato war der kenianische Auswahlspieler der auffälligste Akteur auf dem Feld. Mit atemberaubender Schnelligkeit und viel Raffinesse legte Außendreiviertel Minjire zwei Versuche. Individuelle Klasse zeigte wieder auch Eduardo Stella, der zwischen Minjires Show den Ball ablegte. Am wichtigsten war jedoch der vierte Versuch Mitte der zweiten Halbzeit, als Colbin Schmidt eine Sturmphase nach Vorarbeit von Michael Poppmeier vollendete. „Insgesamt haben wir das gut gemeistert. Wir hätten nur den Ball mehr halten sollen“, registrierte Byszio zu viele Kicks im Unterzahlspiel.

Doch dies ist freilich nur ein Nebenaspekt. Die Bundesliga Süd/West ist in dieser Saison so interessant wie seit vielen Jahren nicht mehr, der Ausstieg des Rugby-Mäzens und Milliardärs Hans-Peter Wild beim Heidelberger RK macht es möglich.

„Nicht das Kapital gewinnt, sondern die Mannschaft, die am besten eingestellt ist“, sagte Byszio dazu. Doch das stimmt nicht ganz, denn die Schatulle muss schon ein bisschen gefüllt sein, um Deutscher Meister werden zu können. Das ist jedenfalls beim SC 80 Frankfurt der Fall.

SC 80: Moloi, Becker, Füchsel – Poppmeier, Rayan – Listmann, Henn, Du Plessis – Ketels – Deichmann – Minjire (10), Sztyndera, Stella (14), Lange – Ewald (Losado, Colbin Schmidt 5, Rumpf, Max Grimm, Haase, Schröter, Holmes).

(fri)

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