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Top-Pferdesport unter der ehrwürdigen Kuppel: Das Turnier in der Frankfurter Festhalle ist seit langem ein gut besuchter Klassiker. Foto: dpa

Festhallen-Reitturnier

Die Weltelite der Reiter kommt nach Frankfurt

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Die Weltelite sattelt für Frankfurt. Vom 13. bis 16. Dezember werden trotz der übermächtigen Konkurrenz-Veranstaltung in Prag Olympiasieger und Weltmeister die Besucher des Festhallen-Reitturniers mit ihren Leistungen begeistern.

Langeweile kommt nie auf: Das Programm ist sehr abwechslungsreich, in der Festhalle jagt eine attraktive Prüfung die nächste. Nach dem Hessentag am Donnerstag werden Reiter aus rund 20 Nationen um insgesamt rund 345 000 Euro Preisgeld reiten.

In den vier Weltranglistenspringen werden sich namhafte Springreiter wie die Olympiasieger Ulrich Kirchhoff (Ukraine) und Jeroen Dubbeldam (Niederlande) vorstellen. Neben dem Titelverteidiger Gerrit Nieberg sind mit dem Deutschen Meister Mario Stevens (2009), Welt- und Europameisterin Janne-Friederike Meyer-Zimmermann (2010), dem Niederländer Gert Jan Bruggink (2013), Jörne Sprehe (2014) und Patrick Stühlmeyer (2015) sechs Gewinner des Großen Preises von Hessen erneut in Frankfurt am Start. Zum Kreis der Favoriten zählen auch Maurice Tebbel, Mitglied der deutschen Bronze-Equipe der Weltmeisterschaften, der dreifache Europameister Marco Kutscher, der amtierende irische Team-Europameister Denis Lynch oder der Zweite der Olympischen Spiele 2008 und Europameister von 2011, Lars-Göran Bengtsson aus Schweden.

Hochdotiertes Turnier in Prag läuft parallel

Erstaunlich, dieses Teilnehmerfeld. Denn eigentlich wurden die Reiter-Stars alle in Prag erwartet.

In der „Goldenen Stadt“ findet parallel das bestdotierte Turnier der Geschichte statt. Beim Finale der Global Champions Tour werden 11,4 Millionen Euro Preisgeld ausgeschüttet. Zum Vergleich: Beim berühmtesten Turnier der Welt, dem CHIO in Aachen, verdienen die Springreiter insgesamt 1,963 Millionen.

„Es gibt keinen, der sich dagegen wehrt, wenn es mehr Geld gibt“, kommentiert die Rekord-Dotierung Marcus Ehning, der ebenso wie Ludger Beerbaum, Christian Ahlmann, Daniel Deußer, Holger Wulschner oder David Will in Prag reiten wird.

Dort geht’s im Großen Preis um 1,25 Millionen, die siegreiche Mannschaft erhält 2,743 Millionen Euro. In Frankfurt beträgt das Preisgeld im Großen Preis 70 000, der Sieger bekommt 28 000 Euro und ein Auto. Einer von denen, die statt an der Moldau lieber am Main sind, ist Ulrich Kirchhoff, Einzel- und Team-Olympiasieger von 1996. „Die Global Tour finde ich sehr interessant. Aber dabei ist nicht nur die Crème de la Crème. Die zehn bis 20 besten Reiter der Welt ja, der Rest hat sich in die teilnehmenden 19 Teams eingekauft. Wer keine Einladung bekam, keinem Team angehört oder nicht das geeignete Pferd hat, kann Prag vergessen.“

Um alle großen Turniere reiten zu können, benötige man sechs Grand-Prix-Pferde. Früher hätten zwei ausgereicht. „Wer in Prag startet, muss die Pferde bis zum Jahresende in Form halten. Sie benötigen auch Pausen. Da braucht man dann andere Starter." In dieser Lage sei er selber nicht. „Ich habe mit Cancun und Al Pacino zwei vielversprechende Pferde, die erst neun Jahre alt sind, in die Festhalle bringe ich außerdem ein junges Pferd mit.“ Er freue sich, in Frankfurt dabei zu sein. Nicht nur, weil er neuerdings ein Lokalmatador ist. Zehn Jahre lang lebte der in Lohne geborene Springreiter in Italien, seit 2013 startet er für die Ukraine, seit zwei Wochen lebt er in Pfungstadt, wo er von Dietmar Gugler das Gestüt Prinzenberg übernahm.

In der Festhalle ist Kirchhoff lange nicht mehr geritten. „Es ist ein sehr schönes Turnier, gut organisiert. Das Preisgeld ist o.k., die Konkurrenz stark. Aber wer hier gewinnen will, muss mich erst einmal schlagen“, verbirgt der Neu-Hesse nicht, dass er ambitioniert an den Start geht. Welches Pferd er im Großen Preis sattelt, soll sich in den vorherigen Springen entscheiden. Doch bei allen Bekenntnissen zu Frankfurt bleibt der 51-Jährige ehrlich: „Hätte ich ein geeignetes Pferd, wäre ich in Prag. Denn Reiten ist mein Beruf, nicht mein Hobby!“

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