Fußball

„Wenn einer Real schlagen kann, dann der FC Bayern“

Das Liga-Gastspiel am Samstag in Hannover ist kaum ein Thema bei Meister FC Bayern. Bei Thomas Müller wird der Erfolgshunger auf die nächsten Ziele immer größer.

Gierig und gnadenlos: Der FC Bayern Nimmersatt lässt unter Trainer-Altmeister Jupp Heynckes nicht locker und schickt einen Liebesgruß nach dem anderen Richtung Madrid. „Wenn wir so auftreten wie heute, wird es auch für Real schwer“, sagte Münchens Torwart Sven Ulreich voller Selbstbewusstsein nach der 6:2 (2:1)-Gala des alten und neuen deutschen Meisters Bayern München im Halbfinale des DFB-Pokals bei Bayer Leverkusen. Ulreich war damit ebenso wie die meisten Bayern mit seinen Gedanken schon beim Halbfinal-Kracher in der Champions League gegen Titelverteidiger Real Madrid.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge nahm ungeachtet des Liga-Gastspiels bei Hannover 96 am Samstag (15.30 Uhr) nach dem Sechserpack unter dem Werkskreuz offensiv das Triple ins Visier. „Wir müssen die Konzentration bis zum Champions-League-Halbfinale am Mittwoch hoch halten. Wenn im Moment einer Real Madrid schlagen kann, dann der FC Bayern. Die Mannschaft hat offenbar die Riesenqualität, alles zu schaffen, was sie sich vornimmt. Nächsten Mittwoch werden wir versuchen, noch weiter zu gehen“, sagte der 62-Jährige vor dem Hinspiel gegen Superstar Cristiano Ronaldo und Co. Heynckes sprach nach dem 22. Finaleinzug des Rekordsiegers im deutschen Cup-Wettbewerb an seiner alten Wirkungsstätte ebenso wie Rummenigge und Bayern-Präsident Uli Hoeneß von einer „Demonstration der fußballerischen Qualität unserer Mannschaft“.

Dem 72-Jährigen war zwar nicht entgangen, dass seiner Mannschaft ohne den verletzen Arturo Vidal der eine oder andere Abwehrfehler unterlief, den mehr als einmal der erneut herausragende Ulreich ausbügelte. Über das Gesamtkunstwerk FC Bayern geriet Heynckes wenige Wochen vor seiner endgültigen Pensionierung, die möglichst nach dem Champions-League-Finale am 26. Mai mit seinem letzten Titel gefeiert werden soll, allerdings ins Schwärmen: „Bei uns gibt es keine Ich-AGs, sondern bei uns ist das Teamwork der Schlüssel zum Erfolg. Zudem sind unsere Ergebnisse das Resultat harter Arbeit.“

Der dreifache Torschütze Thomas Müller verdeutlichte seinerseits voller Tatendrang, dass die Mannschaft trotz der vorzeitigen 28. Meisterschaft und dem Einzug ins nationale Pokalfinale in Berlin (19. Mai) noch lange nicht zufrieden ist: „Noch haben wir außer der Meisterschaft nichts gewonnen. Die Euphorie ist noch nicht am Ende, der Hunger ist noch größer geworden und wir wollen den nächsten Schritt machen. Die Gier ist vorhanden.“

Das attestierte den Bayern auch der Gegner, der sich teuer verkauft hatte, letztlich aber chancenlos war. „Die Dominanz, die Effizienz, die totale Gier und Geilheit der Bayern sind beeindruckend“, sagte Bayer-Trainer Heiko Herrlich voller Anerkennung. Und Leverkusens Torjäger Kevin Volland konstatierte: „Sie sind einfach gnadenlos effektiv.“

Die Titel-Party der Bayern auf dem Münchner Marienplatz wird frühestens am 20. Mai stattfinden. Die Stadt sprach sich dafür aus, dass das Team nicht schon am Abend des letzten Bundesliga-Spieltags am 12. Mai feiert. Die Geschäfte befürchten wegen der Sicherheitsvorkehrungen mit weiträumigen Absperrungen und Kontrollen an einem Samstag Umsatz-Einbußen.

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