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Wehrte gestern neun Breakbälle ab und steht erstmals im Viertelfinale des bedeutendsten Tennis-Turnieres der Welt: Julia Görges.

Tennis

Wimbledon: Ein deutsches Endspiel rückt näher

Erstmals seit vier Jahren stehen zwei deutsche Tennis-Damen unter den besten Acht von Wimbledon. Heute spielen Angelique Kerber und Julia Görges ums Halbfinale.

Jetzt rückt sogar ein deutsches Wimbledon-Finale näher. Nach dem Erreichen des Viertelfinals spielen Angelique Kerber und Julia Görges heute beim populärsten Tennis-Turnier der Welt ums Halbfinale. In einer Wimbledon-Auflage voller Überraschungen haben beide die Chance auf einen Grand-Slam-Coup: Je zwei Siege trennen die beiden letzten verbliebenen Deutschen auf den berühmten Rasenplätzen in London von einem Duell gegeneinander um die wohl begehrteste Trophäe im Tennis. Ein deutsches Wimbledon-Finale bei den Damen gab es bislang nur 1931 zwischen Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel.

Die frühere Finalistin Kerber setzte sich gestern mit 6:3, 7:6 (7:5) gegen die Schweizerin Belinda Bencic durch. Mit ihren Defensivkünsten, der größeren Konstanz, aber auch Glück verdiente sich die 30-Jährige mit dem zweiten Matchball den Erfolg. Görges zog mit einem souveränen 6:3, 6:2 gegen die Kroatin Donna Vekic zum ersten Mal in der Runde der besten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier ein. Die 29-Jährige wirkte, als könnte sie es selbst nicht recht glauben, was ihr gelungen war, als sie lächelnd in die Katakomben verschwand.

Die Bad Oldesloserin bekommt es heute im Kampf um das Halbfinale mit der Niederländerin Kiki Bertens. Die ehemalige Weltranglisten-Erste und zweimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber kämpft gegen die Russin Darja Kassatkina, die sie zuletzt beim Vorbereitungsturnier in Eastbourne knapp besiegt hatte.

Diesen besonderen Montag der zweiten Woche, an dem nur in Wimbledon alle Achtelfinal-Partien ausgetragen werden, nennen die Engländer gern „Manic Monday“. Normalerweise spielen dann alle Favoriten, bei den Damen haben aber so gut wie alle Wimbledon bereits verlassen. Am Montag scheiterte auch die an Nummer sieben gesetzte Karolina Pliskova mit 3:6, 6:7 (1:7) an der nächsten Gegnerin von Görges. Zum ersten Mal in der Wimbledon-Geschichte steht bei der 132. Auflage keine der ersten Zehn der Setzliste im Viertelfinale. Kerber ist als Nummer 11 die am höchsten platzierte Spielerin im verbliebenen Wettbewerb. Dahinter folgen Jelena Ostapenko (Lettland/Nr. 12) und Görges (Nr. 13).

Vor einem Jahr war Kerber trotz einer herausragenden Leistung im Achtelfinale gegen Garbiñe Muguruza ausgeschieden, vor zwei Jahren hatte sie im verlorenen Endspiel gegen Serena Williams geglänzt. Diesmal scheint nicht nur für die erste deutsche Grand-Slam-Siegerin seit Steffi Graf wieder vieles möglich, sondern auch für Görges. Sie ließ sich die Chance in ihrem ersten Achtelfinale von Wimbledon nicht nehmen. Alle neun Breakbälle gegen sich wehrte die 1,80 Meter große Rechtshänderin ab.

Für Tim Pütz ist das Wimbledon-Abenteuer hingegen beendet. Der Frankfurter verlor im Doppel-Achtelfinale mit Philipp Petzschner gegen das Duo Ben McLachlan/Jan-Lennard Struff 3:6, 4:6, 6:7 (3:7). Die Partie war insofern reizvoll, da der Japaner Ben McLachlan der einzige Nicht-Deutsche auf dem Platz war und Pütz zudem gegen seinen eigentlichen Doppel-Partner Struff antrat, mit dem er gemeinsam im Davis-Cup noch ungeschlagen ist. Pütz und Petzschner kassierten für den Einzug in die dritte Wimbledon-Runde ein gemeinsames Preisgeld von 29 000 Pfund (etwa 32 850 Euro) – das dritthöchste Preisgeld in der bisherigen Karriere des 30 Jahre alten Frankfurters Pütz.

(dpa,joi)

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