United Volleys

Der Routinier ist für DeRocco unverzichtbar

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Feuertaufe für die United Volleys in der Champions League: Heute treten die Frankfurter Volleyballer erstmals in dem prestigeträchtigen Wettbewerb an.

Die Liste der Erfolge von Sebastian Schwarz ist bemerkenswert. Zweimal war der Volleyballspieler Deutscher Meister, viermal Pokalsieger. Er gewann die European League, holte Bronze mit Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2014 und wurde Fünfter bei Olympia 2012 in London. Die Liste ließe sich noch länger fortschreiben, auch der Gewinn der Champions League 2007 findet darin seinen Platz. Mehr als zehn Jahre später hilft seine Erfahrung, die er auch in Italien und Polen sammelte, Sebastian Schwarz aber nicht viel in dem Bemühen, die Konkurrenzfähigkeit der United Volleys Frankfurt in der Champions League einzuschätzen. Zu groß war der Umbruch im Kader. Sieben der 14 Spieler sind neu im Team, die meisten sind unter 25 Jahre alt. Immerhin bescheinigt der Mannschaftskapitän seinen Mitspielern großes Entwicklungspotenzial. „Unsere jungen Spieler sind sehr ehrgeizig und bringen viel Elan mit.“

Den werden die United Volleys auch brauchen, wenn sie an diesem Mittwoch im ersten Qualifikationsspiel zum Einzug in die Gruppenphase der Champions League bei Shaktior Soligorsk (18 Uhr; Livestream www.laola1.tv) bestehen wollen. Allein Ehrgeiz und Elan werden aber nicht genügen, um den mit international erfahrenen und routinierten Spielern besetzten Gegner zu bezwingen, glaubt Stelio DeRocco. „Um in Weißrussland bestehen zu können, müssen wir von Beginn an hellwach sein, taktisch clever und diszipliniert spielen“, fordert der Trainer der United Volleys. „Gelassen und fokussiert“ müsse seine Mannschaft in Minsk zudem bleiben. Eine zentrale Rolle wird dabei dem Kapitän zukommen. Auf die Frage, wer der wichtigste Spieler in seinem Team sei, antwortete DeRocco jedenfalls wie aus der Pistole geschossen: „Sebastian Schwarz.“

Der 33-Jährige, der nach seinem Wechsel zu den United Volleys im vergangenen Jahr monatelang mit einer Rückenverletzung zu kämpfen hatte, ehe er Ende der Saison wieder zu starker Form fand, ist für den Trainer unverzichtbar. Erst recht, da der zweite Routinier im Team, Zuspieler Patrick Steuernagel (32), wegen einer Fußverletzung bis auf weiteres nicht spielen kann. Mit Steuernagel fällt nicht nur einer aus, dessen Erfahrung auf internationalem Parkett den United Volleys gut zu Gesicht stehen würde. Auch über die so wichtige Position des Zuspielers musste sich DeRocco Gedanken machen. Zwei Spieler hat er noch für diese Position: Adam Kocian und Jackson Maris. Kocian war im Juni die erste Neuverpflichtung der United Volleys. Der 23-jährige Rheinland-Pfälzer ist nach Tobias Krick (19, Mittelblock), Julian Zenger (21, Libero) und Moritz Karlitzek (22, Außenangriff) der vierte Nationalspieler im Team. Er kam von der SVG Lüneburg und könnte dank seiner Erfahrung in der Bundesliga zunächst den Vorzug vor dem 25-jährigen Kanadier Maris erhalten, deutete DeRocco zuletzt an.

Wie seine Startformation ansonsten aussehen könnte, ließ der Cheftrainer offen. Keinen Hehl machte er jedoch daraus, dass er froh ist, 14 Spieler im Kader zu haben. Danach sah es noch nicht aus, als der 58 Jahre alte Kanadier Ende Juni Nachfolger von Michael Warm wurde. In dem Bemühen, ein Team zusammen zu stellen, das auch in der neuen Saison national mindestens die Nummer drei hinter dem VfB Friedrichshafen und den Berlin Volleys sein kann, habe er bei United-Volleys-Geschäftsführer und Hauptinvestor Jörg Krick stets ein offenes Ohr gefunden, berichtete DeRocco. „Immer wenn ich zu ihm gegangen bin, fragte er nur: wie viel und warum?“ Neben Kocian und Maris wurden Milija Mrdak 26 Jahre alter Serbe, und Tanner Syftestadt, 23-jähriger Kalifornier, beide für die Diagonalposition, sowie Außenangreifer Vasilis Kostopoulos (23) aus Griechenland und Paul Henning (20) für den Mittelblock verpflichtet. Der letzte Neuzugang brachte noch einmal jede Menge internationale Erfahrung mit: Mittelblocker Julius van Berkel (26), ein 2,10-Meter--Hüne, der kürzlich mit Kanada WM-Siebter wurde.

Ob die neu formierten United Volleys schon international konkurrenzfähig sind, muss sich zeigen. Trotz aller guten Eindrücke hält sich Sebastian Schwarz vor dem Champions-League-Spiel und dem Bundesliga-Auftakt am Samstag in Lüneburg mit Prognosen zurück. „Wir sind noch nicht auf Maximalstand, es ist schwer zu sagen, wo es endgültig hingeht“, sagt der Kapitän. „Ich verspreche aber, dass wir ein kämpferisches Team sind, das alles gibt, um zu gewinnen.“

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