Werden im Landkreis Limburg-Weilburg nur noch selten gesetzt: Die Spritzen zur Impfung gegen das Coronavirus.
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Werden im Landkreis Limburg-Weilburg nur noch selten gesetzt: Die Spritzen zur Impfung gegen das Coronavirus.

Corona-Virus

Nachfrage nach Corona-Impfung stockt im Kreis Limburg-Weilburg – Impfzentrum schließt

  • Sebastian Semrau
    VonSebastian Semrau
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Die Sonderimpfaktionen des Landkreises Limburg-Weilburg bringen kaum Resonanz. Die Schließung des Impfzentrums am 30. September bleibt.

Limburg-Weilburg – Der Landkreis Limburg-Weilburg bemüht sich redlich, die Impfquote weiter nach oben zu bewegen. Doch egal, ob mit Sonderimpfaktionen, mobilem Impfen auf Anruf zu Hause oder verlängerten Öffnungszeiten im Impfzentrum, es tut sich nur noch wenig. „In den vergangenen drei Kalenderwochen betrug die Anzahl der durchgeführten Erstimpfungen zwischen 450 und 1406 Impfungen pro Woche“, berichtet Kreissprecher Jan Kieserg.

Insgesamt sind die Zahlen im Kreis nicht schlecht - zumindest im bundesweiten Vergleich. 117.866 Menschen haben im Impfzentrum Limburg, in Arztpraxen und im Impfzentrum Wiesbaden die Erstimpfung erhalten (68,4 Prozent), 110.370 sind vollständig geimpft (64,1 Prozent). Bundesweit sind es laut Robert Koch-Institut 66,2 beziehungsweise 61,7 Prozent. Der Anstieg im Kreis ist allerdings nur noch gering. Vor drei Wochen hatten auch schon 114.043 Menschen die Erstimpfung erhalten (66,3 Prozent), 103.638 waren damals vollständig geimpft (60,3 Prozent).

Corona in Limburg-Weilburg: „Die bisherigen Sonderimpfaktionen hatten nur einen sehr mäßigen Erfolg“

Mit der vergangenen Aktion ist man auch in der Kreisverwaltung nicht zufrieden. „Die bisherigen Sonderimpfaktionen hatten nur einen sehr mäßigen Erfolg: Am letzten Wochenende wurde im Landkreis an zwei verschiedenen Lokalisationen und auf Anruf zu Hause mobil geimpft. Dabei wurden insgesamt 73 Personen geimpft“, so Kieserg.

Für das Impfen daheim hat sich für das anstehende Wochenende niemand mehr gemeldet. Diese Aktion wird daher in den kommenden drei Wochen nur noch fortgesetzt, um die erforderlichen Zweitimpfungen zu verabreichen. Mit zwei Sonderimpfaktionen in Limburg und Mengerskirchen versucht es der Kreis aber dieses Wochenende (11./12. September) erneut.

Kreis Limburg-Weilburg: Corona-Impfzentrum mit neuen Öffnungszeiten

Auch die verlängerte Öffnungszeit des Impfzentrums dienstags bis 20 Uhr, um Berufstätigen die Möglichkeit zur Impfung zu geben, wird laut Kieserg nur „verhalten angenommen“. Am Freitag (10.09.2021) versucht man dennoch etwas Neues: Weil festgestellt wurde, dass die größte Zahl der Impfinteressierten freitags ab 14 Uhr kommt - damit mögliche Impfreaktionen auf das Wochenende entfallen - wird das Impfzentrum vom 10. September an jeden Freitag bis 20 Uhr geöffnet sein.

Klar bleibt auch, dass das Impfzentrum in seinen bisherigen Räumlichkeiten auf der Dietkircher Höhe zum 30. September schließen wird. Dies hat das Land Hessen vorgegeben. Allerdings soll die Corona-Impfkampagne ab Oktober dennoch auf zwei Säulen aufbauen, nämlich erstens dem öffentlichen Gesundheitsdienst, also den Gesundheitsämtern, und zweitens auf der Regelversorgung, also den niedergelassenen Ärzten und Betriebsärzten.

Corona im Kreis Limburg-Weilburg: Neues Impfzentrum wird wohl kleiner

„Der Landkreis bereitet dementsprechend für die Bürgerinnen und Bürger ab dem 1. Oktober die Möglichkeit vor, auch weiterhin die benötigten Impfungen zu erhalten, erwartet in dieser Frage aber noch weitere Vorgaben durch das Land Hessen“, teilt Kieserg mit. Der Kreis habe bereits entsprechende Vorbereitungen getroffen, warte aber noch auf finale Vorgaben des Landes. Es wird also wohl ein „neues“ Impfzentrum des Kreises geben - sicherlich kleiner und an anderer Stelle.

Dies wird auch deshalb benötigt, weil alle, die jetzt geimpft werden (Ausnahme der Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem es nur einer Dosis bedarf) ja noch eine Zweitimpfung brauchen. Die findet übrigens auch bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Sonderimpfaktionen anschließend im Impfzentrum statt. Allerdings sind auch bei den Sonderimpfaktionen Zweitimpfungen möglich, wenn der Termin den im entsprechenden Zeitfenster der Personen liegt.

Impfzentrum Limburg-Weilburg: Keiner will den Corona-Impfstoff Astrazeneca

Bei der Nachfrage nach den einzelnen Impfstoffen ist nur eins klar: den von Astrazeneca will niemand. „Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist, obwohl es sich um einen Vektorimpfstoff handelt, durchaus beliebt, da man bereits nach 14 Tagen als vollständig geimpft gilt“, sagt Kieserg. Ansonsten werde am häufigsten Biontech nachgefragt. Aber auch Moderna sei durchaus beliebt, „insbesondere weil er auch einen guten Schutz gegen die Delta-Variante zeigt“.

Mobile Sonderimpfaktionen des Impfzentrums des Landkreises Limburg-Weilburg werden am Samstag, 11. September, auf dem Kaufland-Parkplatz in Limburg von 9 bis 15 Uhr durch das DRK Limburg sowie auf dem Rewe-Parkplatz in Mengerskirchen von 9 bis 15 Uhr durch das DRK Oberlahn angeboten. Hiermit möchte der Landkreis den Bürgerinnen und Bürgern weitere heimatnahe Impfangebote unterbreiten. Die Impfung an den mobilen Impfstationen ist ohne Termin oder Voranmeldung möglich. Alle impfwilligen Bürgerinnen und Bürger ab zwölf Jahren können an diesem Tag eine Corona-Schutzimpfung erhalten.

Impfzentrum Limburg-Weilburg: Keine Anmeldung mehr nötig

Es gelten die gleichen Regelungen, die auch weiterhin im Impfzentrum in der Senefelderstraße 2 in Limburg (auf der Dietkircher Höhe) gelten - der Weg ist ausgeschildert. Auch dort ist keine Anmeldung mehr notwendig. Geöffnet ist wochentags immer ab 8 Uhr, montags, mittwochs und donnerstags bis 17 Uhr sowie dienstags und nun auch freitags bis 20 Uhr.

Es werden sowohl Erst- als auch Zweitimpfungen mit den Impfstoffen der Firmen Biontech, Moderna oder Johnson & Johnson angeboten. Bei Letzterem ist allerdings keine Zweitimpfung nötig, so dass man bereits 14 Tage nach der Spritze als geimpft gilt.

Impfzentrum Limburg-Weilburg: Schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten bei 12- bis 15-Jährigen

Für die Impfung der 12- bis 15-Jährigen ist die schriftliche Einwilligung eines Erziehungsberechtigten auf dem aktualisierten Aufklärungsbogen für mRNA-Impfstoffe erforderlich. Dieser kann im Vorfeld von der Homepage des Landkreises heruntergeladen werden (www.landkreis-limburg-weilburg.de/impfaktionen). Kinder und Jugendliche (12-15 Jahre) stellen sich in Begleitung eines Erziehungsberechtigten zur Impfung vor.

  • Folgende Unterlagen sind zu jeder Impfung mitzubringen:
  • Lichtbildausweis (nur über 16-Jährige, Führerschein oder Schülerausweise sind auch zulässig).
  • Krankenkassenkarte (wenn vorhanden)
  • Gelber Impfpass (wenn vorhanden).

(Sebastian Semrau)

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