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Von links nach rechts: Dr. med. Cüneyt Arkan, FA für Chirurgie (Viszeralchirurgie, Proktologie, Varizenchirurgie), Dr. med. Detlev Debertshäuser, FA für Chirurgie (Gefäß- und Viszeralchirurgie, Proktologie), Andreas B. Schmidt, FA für Chirurgie (Gefäßchirurgie, Phlebologie, Endovaskulärer Chirurg (DGG))

Fachärzte Rhein-Main helfen bei Krampfadern und Besenreisern

Venenerkrankungen effektiv therapieren

Bei Gefäßerkrankungen gibt es für Betroffene mehrere Behandlungsansätze. Die Experten des Venen-Kompetenz-Zentrums der Fachärzte Rhein-Main setzen neben operativen Methoden auf neue schonende und minimalinvasive Verfahren wie die Schaumverödung oder Radiowellen. Da die Therapie immer vom einzelnen Patienten abhängt, ist eine sorgfältige Diagnostik entscheidend.

Herr Dr. Debertshäuser: Sie und Ihre Kollegen aus dem Fachbereich Gefäßchirurgie haben sich insbesondere auf die Behandlung von Krampfadern und Besenreisern spezialisiert. Von der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und dem Berufsverband der Phlebologen wurden Sie für Ihre Arbeit mit dem Gütesiegel „Venen-Kompetenz-Zentrum“ ausgezeichnet. Was macht denn das Besondere an diesem Krankheitsbild aus? 

Krampfadern sind eine ernstzunehmende Venenerkrankung, die dadurch entsteht, dass die Klappen innerhalb der Venen undicht werden und es durch das Zurücksacken des Blutes zu einer Volumen- und Druckbelastung kommt. Bei den so genannten „Besenreisern“ handelt es sich dagegen vor allem um ein kosmetisches Problem. Beiden gemeinsam ist, dass es nicht nur die Gefäßerkrankung als solche zu behandeln gilt, sondern dass sich der Patient auch von seinem Äußeren her wieder wohlfühlen möchte. 

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Krampfadern? 

Grundsätzlich raten wir zu einer Operation, wenn die große oberflächliche Vene oder deren Seitenäste zu Krampfadern erweitert sind. Dann ist es nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern es kann zu Gewebe- und Hautschäden kommen. Für den Eingriff gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hierzu zählen unter anderem Stripping, Crossektomie, Mini-Phlebektomie sowie die Hitze- und Schaumverödung. Welche Therapie die beste ist, hängt vom jeweiligen Patienten ab. Für die Entscheidung ist eine sorgfältige Diagnostik ebenso wichtig wie das Gespräch mit dem Betroffenen und die Einbeziehung seiner Wünsche. Die meisten der Eingriffe können ambulant durchgeführt werden, sodass die Patienten nach der OP wieder nach Hause und ihrem normalen Tagesablauf nachgehen können. 

Herr Dr. Arkan: Neben den Standardmethoden wie Crossektomie und Stripping setzen Sie und Ihre Kollegen auch auf den leitliniengerechten Einsatz innovativer und schonender Techniken wie z. B. die Schaumverödung, Thermosonde oder die sogenannte CHIVA-Methode. Was ist darunter zu verstehen und für wen eignen sie sich? 

Die Schaumverödung ist eine sehr gute Alternative bei der Behandlung kleiner Krampfadern. Dabei wird Verödungsschaum in die Krampfader eingebracht und unter Ultraschallkontrolle gezielt an der gewünschten Stelle platziert. Der Eingriff ist sehr patientenschonend, da nur eine kleine Menge Verödungsmittel eingebracht wird und lediglich die Vene punktiert werden muss. Der Schaum bewirkt eine kontrollierte Entzündung der Venenwand, wodurch sich die Vene verschließt und anschließend auflöst. 

Alternativ zur Schaumverödung, aber auch in Kombination kann die Miniphlebektomie zur Anwendung kommen. Sie eignet sich hervorragend für oberflächliche und vorstehende Krampfadern. Hierbei sind lediglich winzige Hautschnitte nötig, durch die die Krampfader mit kleinsten Häkchen gezogen wird. Eine der modernsten und schonendsten Methoden zur Behandlung von Krampfadern ist die Laser- bzw. Radiowellentherapie. Hierbei wird über einen winzigen Schnitt eine dünne Sonde in die große Stammvene eingeführt und nach oben bis in die Kniekehle oder die Leiste vorgeschoben. Ist die Sonde an der richtigen Stelle platziert, wird die Spitze entweder mittels Laserlicht oder Radiowellen erhitzt. Die Hitze führt dazu, dass beim Zurückziehen der Sonde die Veneninnenwand verklebt, die Krampfader sich verschließt und im Verlauf einiger Wochen vom Körper abgebaut wird. 

Die Vorteile dieser Behandlungsmethode sind vielfältig: Da nur ein minimaler Hautschnitt erforderlich ist, entstehen keine großen Wunden. Das Infektionsrisiko ist somit äußerst gering. Zudem verheilt der Schnitt sehr schnell. Schmerzen und Blutergüsse kommen kaum vor. Darüber hinaus kann die Behandlung gut ambulant durchgeführt werden. Patienten können schon am Tag nach der Operation wieder ihren gewohnten Alltags- und Arbeitsaktivitäten nachgehen. 

Herr Schmidt: Trotz all der modernen minimal-invasiven Methoden setzen Sie und Ihre Kollegen aber auch noch auf die Standardeingriffe wie Crossektomie und Stripping. Warum? 

Weil es „den“ Veneneingriff für alle nicht gibt. Prinzipiell streben wir immer die Methode an, welche mit der geringsten Belastung („minimal-invasiv“) den besten Effekt erzielt. Bei den meisten Eingriffen werden daher Schaumverödung und nach Möglichkeit auch die moderne Radiofrequenztherapie oder Lasertherapie eingesetzt. Im Einzelfall kann aber auch mal eine Crossektomie mit Stripping (Ziehen der Stammvene) die bessere Option sein. Es geht also immer zuerst um eine sorgfältige Anamnese und präzise Diagnostik mit Ultraschalluntersuchung durch erfahrene Gefäßspezialisten. Dann erfolgt im Gespräch mit dem Patienten die Wahl des besten Operationsverfahrens. 

Wie wirkt sich das Operationsverfahren auf die Dauer der Kompressionsstrumpf-Behandlung aus? 

Während bei den traditionellen Therapiemethoden nach dem Eingriff mehrere Wochen Kompressionsstrümpfe getragen werden müssen, ist das bei den modernen, schonenden Verfahren nicht der Fall: Bei der Behandlung mittels Laser- oder Radiowelle werden Kompressionsstrümpfe maximal zwei Wochen benötigt. Bei der Schaumverödung in der Regel sogar nur fünf Tage. 

Wie sieht es mit der Kostenübernahme durch die Kassen aus? 

Lange Zeit wurden die Kosten für diese modernen Therapien nur von den privaten Krankenkassen übernommen. Im Rahmen der sogenannten „Integrierten Versorgung“ hat das Netzwerk Fachärzte Rhein-Main vor einiger Zeit jedoch mit diversen gesetzlichen Krankenkassen spezielle Vereinbarungen getroffen, die es ermöglichen, viele Kassenpatienten zuzahlungsfrei mit diesen modernen und schonenden Methoden zu behandeln.

Kontakt:
Fachärzte Rhein-Main
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Weitere Informationen und Standorte:
www.fachärzte-rhein-main.de · www.emma-klinik.de

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