Zwei Tage vor der Kommunalwahl 2016 bereiteten Sylvia Kunz, Andrea Sierra-Eifert, Silke Moses und Laura Born (v.li.) im Bürgerbüro in Usingen die Wahlurnen und Wahlunterlagen vor. Archivbild: pieren
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Zwei Tage vor der Kommunalwahl 2016 bereiteten Sylvia Kunz, Andrea Sierra-Eifert, Silke Moses und Laura Born (v.li.) im Bürgerbüro in Usingen die Wahlurnen und Wahlunterlagen vor. Archivbild: pieren

Abschluss der großen Kommunalwahl-Serie

"Gehen Sie bitte wählen!"

  • VonAndreas Burger
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Unser Autor Andreas Burger appelliert an alle Wahlberechtigten, ihr Recht am 14. März auch wahrzunehmen.

Nie war die Briefwahl so wertvoll wie heute - in Corona-Zeiten. Und: Weil vielleicht die Wahlbeteiligung mal wieder steigt. Einen Artikel als Aufruf, sich am urdemokratischen Recht zu beteiligen, ohne persönliche Anmerkungen zu schreiben, ist kaum möglich. Und so fordert der Autor klar, deutlich, unmissverständlich und fast befehlend dazu auf: Geht wählen!

Sicher kennt jeder die von wenig Demokratiebewusstsein geprägten Aussagen wie "Ich kann ja doch nichts verändern" oder "Meine eine Stimme bringt nichts". Doch, kann man und doch, tut sie. Ganze Berghänge sind schon gerutscht, weil ein einzelner Tropfen Steine ausgehöhlt hat.

Gerade in der Kommunal- und Kreistagswahl sollte jeder Bürger jemanden kennen, der sich engagiert, der politisch aktiv ist oder mit Parteien zu tun hat. Denn wir sind im kleinen Taunus, in dem fast jeder jeden kennt - wenngleich inzwischen die Gartenzäune stetig wachsen und selbst lange Stimmzettel kaum noch über manche (geistige) Mauer reichen.

Das Argument: "Ich habe andere Sorgen", weil mal für die Haushaltskasse zu viele Tage im Monat übrig bleiben, zieht ebenfalls nicht. Nur wer wählt, kann Veränderungen anstoßen.

Und dennoch muss niemand den Wahlvorschlägen seine Stimme geben. Wer seinen Stimmzettel ungültig macht, wählt auch: Seht her: Ihr passt mir alle nicht. Nur nicht-wählen sagt lediglich: Ich habe keine Lust auf Demokratie. Und bringt im Umkehrschluss die ungewollte Folge, dass dann niemand dessen Nichtwähler Willen vertritt.

Wir alle wählen am 14. März jene Volksvertreter, die in den kommenden fünf Jahren bestimmen werden, wohin die Millionen im Haushalt fließen, welche Straße wann gemacht wird, ob Gebühren steigen, Wasser ausreichend vorhanden ist und Kindergärten gut ausgestattet sind.

Wir bestimmen, ob die Jugend Plätze erhält und Senioren Freiräume, ob eine Innenstadt lebendig bleibt (oder wieder wird) und die Infrastruktur intakt. Das Kreuzchen kann schnelles Internet bringen, weil man die entsprechende Partei wählt oder mehr Grün in die Stadt (im Idealfall natürlich beides). Ob der Bauherr künftig Zisternen einbauen muss oder Solaranlagen, ob der Wald geschont wird oder als finanzielles Polster dient. Die Liste ist schier unendlich lang, die mit einem (oder vielen) Kreuzchen abgearbeitet werden kann.

Diese Wahl betrifft jeden von uns. Direkt. Und wer noch nicht weiß, welche Partei was will: Inzwischen sind genügend Infos im Internet auf den jeweiligen Seiten zu finden.

Wählen gehen hat aber auch noch einen Grund: Diejenigen, die wir in die kommunalen Parlamente wählen, machen dies ohne Geld, freiwillig, ehrenamtlich. Fünf Jahre Sitzungen und Beratungen, Akten wälzen und Zahlenkolonnen lesen. Und sich natürlich von all denen anfeinden lassen, die mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind. Wählen gehen ist also auch eine Art Danke sagen, der Applaus für Politiker, denn nach der Wahl wird Klatschen selten.

Wir haben ein Wahlrecht, für den Autoren leider keine Wahlpflicht. Es ist für mich die Pflicht, sich an der Demokratie, dem Sozialstaat und der Gesellschaft zu beteiligen. Die Zukunft ein Stück mitzugestalten. Demokratie lebt von der Teilhabe, nicht vom Meckern.

Und: Wer wählt, verhindert Extremisten. Denn die haben ihre Wähler. Immer und zahlreich. Deutschland hat das bereits hinter sich - die Sache mit der vorgetäuschten Wahlmöglichkeit und den an der Macht durchdrehenden Extremisten. Vor allem Jungwähler sind in der Pflicht, Farbe zu bekennen - für unsere Demokratie.

Es gibt keine logische Begründung, am 14. März seine Stimme nicht abzugeben - alleine schon die Briefwahl bietet alle Chancen, das Haus nicht verlassen zu müssen - falls Pandemie-Ängste bestehen. Wir haben eine Wahl: Nutzen wir sie!

Sie finden am Wahlabend alle Ergebnisse zur Kommunalwahl im Hochtaunuskreis im Liveticker.

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