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Dr. med. Manfred Krieger (links) und Ralf Dörrhöfer (rechts)

Die Spezialisten für das Hüftgelenk

Schnell wieder fit mit AMIS

Die innovative Operationsmethode AMIS reduziert nicht nur die Risiken bei der Hüft-OP deutlich, der Eingriff ist auch schonender für die Patienten. Sie können schon kurz nach dem Eingriff wieder voll belasten und sind innerhalb kürzester Zeit wieder fit.

Herr Dr. Krieger, dank modernster Technik und innovativer Verfahren lassen sich die Risiken einer Hüftoperation heute deutlich reduzieren. Außerdem verkürzen Sie mit dem von Ihnen angewendeten AMIS-Verfahren auch noch die Regeneration nach der Operation deutlich. Was ist das Besondere an dieser Methode? 

Dr. Krieger: Unter AMIS (Anterior Minimal Invasive Surgery) versteht man eine Operationsmethode, bei welcher der Zugang zum Hüftgelenk von vorne er- folgt. Diese Methode ist wesentlich schonender als die herkömmliche, bei der die Gesäßmuskeln durchtrennt werden. Bei AMIS erfolgt der Zugang über sogenannte Muskellogen. Die Muskeln werden lediglich zur Seite geschoben, so dass Weichteile, Sehnen und Nerven unverletzt bleiben. Die Prothese selbst wird zementfrei eingebracht und durch eine spezielle Verankerungstechnik fest mit dem Oberschenkelknochen verbunden. Ein weiterer Vorteil von AMIS ist der geringere Blutverlust im Vergleich zu herkömmlichen Methoden. Das Trauma bleibt also gering, und auch die verbleibende Narbe ist relativ klein. Die Kraft im Bein bleibt weitgehend erhalten, und die Patienten werden nach dem Eingriff wesentlich schneller wieder mobil. 

Hinzu kommt, dass sie anschließend auch wesentlich weniger Schmerzen haben, da der Operateur während des Eingriffs ein Lokalanästhetikum in das Operationsgebiet injiziert. Die Patienten gewinnen früher ihre Leistungsfähigkeit wieder und können schneller ihren sportlichen und beruflichen Aktivitäten nachgehen. Das ist besonders für jüngere Patienten wichtig.

Sie und Herr Dörrhöfer setzen diese Methode als Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie mittlerweile seit sechs Jahren erfolgreich um und haben gerade die 1000. Operation damit hinter sich gebracht. Eignet sich dieses Verfahren für alle Hüftgelenksoperationen und Patienten, oder gibt es Einschränkungen? 

Dr. Krieger: Die AMIS-Methode eignet sich für jeden Patienten, der einen Hüftgelenksersatz benötigt. Auch bei den Implantaten gibt es keine Einschränkungen. Es kann jede Art von Prothese eingebaut werden.

Herr Dörrhöfer, wie bei jeder Operation ist auch bei der Hüftoperation eine ausführliche Planung des gesamten Ablaufs von entscheidender Bedeutung. Wie erfolgt diese bei Ihnen und Dr. Krieger? 

Dörrhöfer: Eine große Hilfe ist uns das mediCAD®-System, mit dem wir den Eingriff vorab am Bildschirm simulieren können. Auf diese Weise ist es möglich, auch ein konfektioniertes Implantat millimetergenau einzuplanen – eine wichtige Voraussetzung, um das Risiko, dass sich die Prothese irgendwann lockert, zu minimieren. Außerdem lässt sich die Gefahr einer Beinlängendifferenz reduzieren. In Einzelfällen führen wir auch eine 3D-Planung durch. Die so gewonnenen Daten können in bestimmten Fällen z. B. dazu genutzt werden, eine Individualendoprothese anzufertigen.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter? 

Dörrhöfer: Früher bedeutete ein künstlicher Gelenkersatz bis zu drei Wochen Krankenhausaufenthalt und danach noch mal bis zu vier Wochen Reha. 

Heute sind es normalerweise gerade mal fünf Tage in der Klinik mit anschließend zwei Wochen Reha. Und selbst das muss nicht sein. Je schneller der Patient wieder auf die Beine kommt, desto geringer ist das Risiko von Komplikationen wie Thrombosen oder Infekte und desto schneller erholt er sich. 

Unsere Patienten stehen bereits kurz nach dem Eingriff auf und können meist noch am OP-Tag voll belasten. Die Zeit vom Eingriff bis zur Entlassung ist in Trainings-, Essens- und Ruhezeiten unterteilt. 90 Prozent aller Patienten können innerhalb von zwei bis drei Tagen entlassen werden. 

Selbstverständlich muss der Kreislauf des Patienten stabil sein, und es darf ihm weder übel noch schwindlig werden. Seine Wunde darf nicht schmerzen, und er muss in der Lage sein, 200 Meter ohne Hilfe zu gehen und alleine die Treppe zu steigen. Natürlich sollte die häusliche Betreuung sichergestellt sein. 

Einige Patienten sind nach dem Eingriff bereits wieder so fit, dass sie am Tag der OP problemlos nach Hause entlassen werden können. Ein großer Vorteil. Denn in der häuslichen Umgebung erholt man sich meist wesentlich besser.

Herr Dr. Krieger, ein derart kurzer Krankenhausaufenthalt ist einerseits der AMIS-Methode zu verdanken, andererseits aber auch Ihrem Schmerzmanagement, nicht wahr? 

Dr. Krieger: Das ist richtig. Wir operieren in Spinal- bzw. Allgemeinanästhesie mit zusätzlicher lokaler Infiltrationsanästhesie. Dadurch können die Pa-tienten bereits wenige Stunden nach dem Eingriff aufstehen und umhergehen. Zusätzlich erhalten sie Schmerz- mittel zum Einnehmen für den Bedarfsfall. So ist auch ein ungestörter, erholsamer Nachtschlaf gesichert. 

Sie verlassen sich aber nicht allein auf die Nachsorge nach einem Eingriff, sondern bereiten Ihre Patienten auch gezielt vor... 

Dr. Krieger: Ja, denn der Patient muss auch selber einiges dazu tun, dass er schnell wieder auf die Beine kommt. Dafür haben wir das sogenannte Rapid Recovery Programm, das unter anderem auch spezielle Schulungen für die Patienten beinhaltet, um sie auf den Eingriff und die Zeit danach vorzubereiten. 

Zudem wird ein dem Patienten nahe- stehender Mensch als Coach für die Rehabilitation geschult. Dazu kooperieren die Fachärzte Rhein-Main unter anderem mit der GPR Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim gemeinnützige GmbH.

Fachärzte Rhein-Main 
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