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Dr. Aristotelis Kaisidis

Schulterschmerzen früh behandeln

Schmerzfreiheit durch gelenkschonende Operation

Anders als beim Knie- oder Hüftgelenk rät der Frankfurter Schulterexperte, bei Schulterschmerzen nicht zu lange zu warten, bis man einen Spezialisten aufsucht. Dadurch lasse sich häufig eine Operation vermeiden.

Herr Dr. Kaisidis, was macht das Schultergelenk so besonders?

Das Schultergelenk ist ein sehr kompliziertes Gelenk. Es ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers, für dessen Funktionalität ein komplexes System aus Bändern, Schleimbeuteln und Muskeln sorgt. 

Die Schulter reagiert sehr empfindlich auf Belastungen, vor allem, wenn diese einseitig erfolgen. Beim Heben von Lasten oder Gewichten wirken enorme Kräfte auf das Schultergelenk, sodass es langfristig zum Verschleiß kommen kann. 

Übertriebenes Gewichtheben oder Überkopfsportarten wie Handball und Tennis stellen eine große Belastung für die Schulter dar. Auch langjährige Fehlhaltung (z. B. am PC) und Bewegungsmangel können sich negativ auswirken.

Bei Schulterschmerzen sollte man schnell den Schulterexperten aufsuchen

Bei Knie- und Hüftgelenk wird in der Regel so lange wie möglich zum Abwarten geraten. Warum ist dies beim Schultergelenk genau das falsche?

Im Gegensatz zum Knie und zur Hüfte haben wir bei der Schulter nur ein sehr beschränktes Zeitfenster und das muss optimal genutzt werden. 

Wer zu lange wartet, riskiert, dass seine Schulterprobleme chronisch werden. Wenn Schmerzen an der Schulter länger als zwei bis drei Monate anhalten, sollte man unbedingt zum Schulterspezialisten gehen. 

Bei frühzeitiger Behandlung lässt sich sehr häufig eine Operation vermeiden.

Auch bei scheinbar aussichtslosen Fällen kann Schmerzfreiheit erzielt werden

Wenn sich trotz fachkundiger konservativer Behandlung die Beschwerden nicht bessern und eine Operation doch notwendig wird – wie sind die Erfolgsaussichten?

Die Ergebnisse sind exzellent. Die moderne Schulterchirurgie ist derart fortgeschritten, dass selbst in scheinbar aussichtlosen Fällen Schmerzfreiheit erzielt werden kann. Voraussetzung hierfür ist jedoch zum einen der erfahrene Schulterspezialist, der solche Eingriffe regelmäßig und in großer Zahl durchführt und zum anderen die frühestmögliche Behandlung. Je eher ein notwendiger Eingriff erfolgt, desto einfacher ist er.

Die moderne Schulterchirurgie kennt eine Vielzahl von Möglichkeiten. Nur in Ausnahmefällen wird noch offen operiert. Standard sind heute minimal-invasive arthroskopische Eingriffe z. B. bei Impingement-Syndrom, Kalkschulter oder Schultersteife „frozen shoulder“.

Zudem gibt es eine Vielzahl von Schulterprothesen, die unter Schlüssellochtechnik patienten- und gelenkschonend eingebracht werden. Diese gewähren Schmerzfreiheit und hervorragende Funktionalität. Zudem sind sie langlebig: 80 Prozent der Prothesen halten bereits 15 Jahre – so lange, wie es die Schulterprothesen gibt.

Dr. Aristotelis Kaisidis
Frankfurter Rotkreuz-Kliniken e.V.
Klinik für Schulterchirurgie
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Telefon (069) 40 33-8 90 · Fax (069) 40 33-8 92 
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