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Priv.-Doz. Jan Zöllner und Prof. Sebastian Wutzler

Neuer Fachbereich für Endoprothetik an Helios-Kliniken

Zeit für Beratung ist besonders wichtig

An den Wiesbadener Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken wird die umfassende Beratung der Patienten groß geschrieben. Häufigste Ursache für Gelenkersatz ist verschleißbedingte Arthrose. Doch auch Unfälle, Infektionen oder Tumore machen Endoprothesen nötig.

Endoprothetik wird der zweite Schwerpunkt an den neuen Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden

Seit dem 1. August des vergangenen Jahres gibt es den neuen Fachbereich Endoprothetik innerhalb der Klinik für Unfall-, Hand- und orthopädische Chirurgie. Warum erfolgte dieser Schritt?

Prof. Wutzler: Die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden zeichnen sich schon immer durch eine exzellente Traumatologie aus. 

Die Endoprothetik haben wir als zweite wichtige Säule deutlich ausgebaut und dafür weitere Expertise hinzugewonnen. Damit bieten wir als Klinik der Maximalversorgung auch in diesem Bereich medizinische Versorgung auf exzellentem Niveau an. 

Die Gründung des Fachbereichs für Endoprothetik unter Leitung von Dr. Zöllner ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Genauso wie der Neubau unseres gesamten Krankenhauses, in den wir 2021 einziehen. 

Von daher war die Gründung des Fachbereichs für Endoprothetik mit Priv.-Doz. Dr. Zöllner als deren Leiter ein wichtiger Schritt in Richtung Zu­kunft.

Welches sind die meist betroffenen Gelenke, die einen künstlichen Ersatz erforderlich machen?

Priv.-Doz. Dr. Zöllner: Sicherlich die Hüftgelenke, gefolgt vom Kniegelenk. Endoprothesen gibt es aber auch für das Schultergelenk, das Sprunggelenk, Ellenbogen, Handgelenk und Finger. Ursache ist im Prinzip immer eine Arthrose, bedingt durch Verschleiß, ein akuter Unfall mit Fraktur, in selteneren Fällen auch eine Infektion oder Tumor.

Wann ist eine Endoprothese erforderlich und wie hoch ist deren Akzeptanz?

Priv.-Doz. Dr. Zöllner: Es gibt eigentlich kein Akzeptanzproblem. Wichtig ist nur, dass wir uns Zeit für die Beratung des Patienten nehmen und mit ihm mögliche Alternativen besprechen. Prof. Wutzler: Wir behandeln ja keine Röntgen- oder MRT-Bilder, wir behandeln den Menschen. Ein Patient, der dauerhaft täglich Schmerzmittel benötigt bei dem festgestellt wurde, dass der Knorpel irreparabel beschädigt ist, und der eine gute, dauerhafte Lösung sucht, fährt in der Regel sehr gut mit einem Gelenkersatz. Wer sich damit noch nicht anfreunden kann, dem können wir auch Alternativen, wie die Umstellung der Gelenkachse, anbieten – sofern es medizinisch sinnvoll ist. 

Ein Arthrosepatient wird aufgrund des Leidensdrucks aber irgendwann den Wunsch nach einer Endoprothese haben.

Wie lange sind künstliche Gelenke haltbar und lassen sie sich problemlos tauschen?

Priv.-Doz. Dr. Zöllner: Nach 15 Jahren sind 93 Prozent der Endoprothesen noch intakt, 20 bis 25 Jahre Lebensdauer sind nicht ungewöhnlich. Bei einer gelockerten Prothese ist eine Revisionsoperation problemlos möglich. Angesichts des deutlich höheren Alters dieser Patienten mit meist vielfältigen Grunderkrankungen ist eine Be­handlung in einer Klinik der Maximalversorgung sicher von Vorteil, da alle Fachdisziplinen, wenn nötig sofort hin­zugezogen werden können.

Können Sie das näher erläutern?

Priv.-Doz. Dr. Zöllner: Nach Bedarf verfügen wir über alle notwendige Expertise im eigenen Haus, wie unsere Rheumatologie von Weltruf oder die personell und apparativ exzellente intensivmedizinische Abteilung. 

Prof. Wutzler: Unsere Patienten bekommen die maximal verfügbaren Standards bei der Behandlung von Unfällen und in der Primär- wie auch in der Revisionsendoprothetik. Das belegen auch unsere Zertifizierungen als überregionales Traumazentrum und SAV-Klinik der Berufsgenossenschaft für die Schwerstverletztenversorgung. Derzeit befinden wir uns zudem im Zertifizierungsprozess als Endoprothetikzentrum und Alterstraumatologisches Zentrum.

Wie sieht Ihre Zusammenarbeit im Team aus?

Prof. Wutzler: Ein konkretes Beispiel: Für eine Schlittenprothese im Kniegelenk benötigen wir ein intaktes Knie, inklusive der Kreuzbänder. Sind diese beschädigt, können wir gemeinsam in einer Sitzung das Kreuzband rekonstruieren – eine Domäne der Unfallchirurgie – und dann die Schlittenprothese einbauen, was der Endoprothetiker übernimmt. Damit erzielen wir die nach aktuellem medizinischem Stand beste Lösung für den Patienten. 

Priv.-Doz. Dr. Zöllner: Natürlich tauschen wir uns täglich aus, beraten uns, um für unsere Patienten die beste Lösung zu finden. Daneben ist es für das Erzielen maximaler Qualität erforderlich, gemeinsame Standards zu haben. Das be­inhaltet Aspekte wie den Operationsablauf, die Hygiene, die Schmerztherapie oder die Nachsorge. Damit reduzieren wir nicht zuletzt das Komplikationsrisi­ko auf ein Minimum.

Wie steht es um die Nachsorge?

Prof. Wutzler: Über das MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) in unserem Haus und in Bad Schwalbach können wir eine Rundumversorgung aus einer Hand anbieten, was viele unserer Patienten sehr zu schätzen wissen. Dies gilt für den gesamten Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie. Priv.-Doz. Dr. Zöllner: Die Verweildauer unserer Endoprothesepatienten liegt im Mittel bei etwa sieben Tagen. Im Anschluss ist eine Reha, ob stationär oder ambulant, dringend angeraten. Auch hier unterstützen wir mit unseren Beratungsangeboten intensiv. Nach sechs Wochen können die Gelenke ohne Hilfsmittel voll belastet werden, auch sportlichen Aktivitäten steht dann nichts mehr im Wege.

Herr Dr. Zöllner, Sie operieren auch am Standort Idstein?

Priv.-Doz. Dr. Zöllner: Für die Patienten vor Ort und deren Angehörige ist es sicherlich von großem Vorteil, dass wir endoprothetische Standardleistungen auch in Idstein anbieten können.

2021 eröffnet der Neubau in Wiesbaden? Was erwarten Sie sich davon?

Prof. Wutzler: Die Arbeitsbedingungen und Abläufe werden sich weiter verbessern, vor allem profitieren unsere Patienten durch eine erheblich höhere Aufenthaltsqualität.

Priv.-Doz. Jan Zöllner und Prof. Sebastian Wutzler
Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden
Klinik für Unfall-, Hand- und Orthopädische Chirurgie
Ludwig-Erhard-Straße 100
65199 Wiesbaden
Telefon (06 11) 43-27 90

jan.zoellner@helios-gesundheit.de
www.helios-hsk.de

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