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Aldi, Lidl & Co. – Verbraucherschützer decken freche Mogelpackungen auf

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Eine Person schiebt ihren Einkaufswagen durch die Supermarktgänge
Ein mitunter teurer Gang: Verbraucherschützer kritisieren, dass der Inhalt vieler Lebensmittel immer weniger werden, die Preise aber gleich bleiben oder sogar steigen. © Sven Hoppe/dpa

Hersteller und Supermärkte kaschieren die Teuerung ihrer Produkte mit einer besonders dreisten Methode. Die Mogelpackung des Monats gibt es bei Aldi.

Kassel – Viele kennen das Gefühl: Der Kassenzettel wird immer länger, der Einkaufswagen aber nicht voller. Die Inflation lässt die Preise in den Supermärkten und Discountern wie Aldi und Lidl schon seit Wochen sukzessiv steigen. Besonders ärgerlich aus Sicht von Verbrauchern sind die versteckten Preisanhebungen vieler Lebensmittel.

„Shrinkflation“ nennt man dieses Phänomen, bei dem der Inhalt der Produkte reduziert wird, der Preis dafür aber gleich bleibt. Der Begriff setzt sich aus dem englischen Wort „shrink“ für „schrumpfen“ und dem wirtschaftlichen Fachbegriff „Inflation“ zusammen. Ziel der Hersteller mit der Methode ist eben genau das: Die Inflation durch schrumpfende Mengen zu verbergen.

Mogelpackungen: Verbraucherzentrale wirft den Herstellern vor, Kunden hinters Licht zu führen

Verbraucherschützer werfen daher den Herstellern und Supermärkten, wie Aldi, Lidl und Co. vor, mit Mogelpackungen den Verbraucher hinters Licht führen zu wollen. Die Verbraucherzentrale Hamburg führt unter dem Motto „Achtung, Mogelpackung“ eine Liste, in der sie regelmäßig und detailliert die diversen Preiserhöhungen bei nahezu allen Produkten aufführt.

Die Steinofen-Pizza (Mozezrella, Spinat und Feta) der Eigenmarke von Rewe ist eine der Produkte aus der Liste, dessen Preis am krassesten gestiegen sind: Der ursprüngliche Inhalt von 460 Gramm ist auf 410 Gramm heruntergesetzt worden. Das macht bei dem neuen Verkaufspreis von 2,99 Euro (ursprünglich 2,49€) einen satten Preisanstieg von 35 Prozent.

Auch wer gerne Kartoffelchips isst, bekommt nun weniger für sein Geld: 1,59 Euro kostete ursprünglich die 175-Gramm-Tüte der Marke Lay‘s (Geschmacksrichtung Paprika), in der sich nun nur noch 150 Gramm befinden. Damit ist sie 17 Prozent teurer als zuvor. Doch besonders Dicke kommt es beim Katzenfutter. Denn: In der „Sheba Filets - Natürliches Hühnchen“-Schale bekommt die Samtpfote künftig nur noch 60 Gramm statt 80 serviert; der Preis steigt aber von 75 Cent auf 95 Cent an.

Verbraucherschützer verleihen „Mogelpackung des Monats Juni“ an zwei Aldi-Produkte

Zwölfmal im Jahr verleiht die Verbraucherzentrale Hamburg die Auszeichnung „Mogelpackung des Monats“. Die für Hersteller und Supermärkte wenig schmeichelhaft Ehrung bekommen jene Produkte, die aus Sicht der Verbraucherschützer besonders verteuert wurden. Die Mogelpackung des Monats „Juni“ bekommen gleich zwei Produkte aus dem Aldi-Sortiment verliehen: Zum einen das Lammsteak der Marke „Jack‘s Farm“, in dem statt 400 Gramm nur noch 300 sind. Der Preis liegt nach wie vor bei 6,99 Euro. Zum anderen der „Westminster Grüner Tee“ zum Selbstaufbrühen, der rund 22 Prozent teurer wurde.

Die Lebensmittelpreise bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und Co. werden wohl noch weiter steigen, so die Prognose von Experten. Doch: Stellten Verbraucherschützer in der Vergangenheit vor allem bei bekannteren Markenprodukten deutliche Preissteigerungen fest, sei laut einer Ende Mai veröffentlichten Untersuchung nun vor allem ein Preisanstieg von den sonst eher günstigeren Eigenmarken zu verzeichnen. Darüber berichtete die Verbraucherzentrale Hamburg auf ihrer Homepage. (Romina Kunze)

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