Die Deutsche Bahn will es ihren Kunden jetzt einfacher machen, Geld nach Verspätung zurückzubekommen. (Symbolbild)
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Die Deutsche Bahn will es ihren Kunden jetzt einfacher machen, Geld nach Verspätung zurückzubekommen. (Symbolbild)

Verbraucher

Rückerstattung bei Verspätung: So erhalten sie von der Deutschen Bahn ihr Geld zurück

  • Sophia Lother
    VonSophia Lother
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Die Deutsche Bahn stellt eine digitale Neuerung vor. Bei Verspätungen kann man das Geld jetzt mit der DB-App zurückfordern - ganz ohne Papierkram.

Frankfurt – Die Deutsche Bahn hat immer wieder mit Verspätungen und genervten Kunden zu kämpfen. Täglich machen viele Reisende ihrem Ärger auf der Facebook-Seite der Bahn Luft. Kein Wunder, gerade zu Zeiten von Corona möchte sich kaum jemand gemeinsam mit vielen anderen die Beine in den Bauch stehen. Einziger Lichtblick im Verspätungschaos: Dauern sie lang genug, gibt es Geld für das Ticket zurück.

Doch diese Freude wurde für viele Kunden schnell getrübt, wenn sie versuchten, ihre Rückerstattung bei der DB zu beantragen. Bislang müssen Fahrgäste dafür analog ein Formular ausfüllen und dieses per Post an die Deutsche Bahn schicken. Das sogenannte Fahrgastrecht-Formular wurde bei langen Verspätungen oft in den Zügen verteilt. Um das Geld für das Ticket wiederzubekommen, musste auch das Original der Fahrkarte oder eine Kopie der Zeitkarte oder Bahncard 100 mitgesendet werden. Alternativ war es auch möglich, den Antrag bei einem der Reisezentren an Bahnhöfen abzugeben. Viel Aufwand für die Reisenden. Doch das soll sich nun ändern. Dann soll das Geld schnell und vor allem einfach via App zurückgefordert werden können.

Deutsche Bahn – Geld zurück nach Verspätung bei der DB

Erstattungen gibt es bei der DB* nicht für jede Verspätung. Ausschlaggebend ist deren Dauer. Übersteigt diese eine Zeitspanne von 60 Minuten, haben Fahrgäste Glück im Unglück: Die Deutsche Bahn zahlt ihnen dann mindestens 25 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt zurück. Wenn Kunden Tickets für die Hin- und Rückfahrt gekauft haben, berechnet die DB die Rückerstattung auf Grundlage des halben entrichteten Fahrpreises. Auch Inhaber von Zeitkarten können ab einer Verspätung von 60 Minuten eine Entschädigung beantragen. Es werden auch hier maximal 25 Prozent des Zeitkartenwertes entschädigt.

Dauer der VerspätungHöhe der Erstattung
Ab 60 Minuten25 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt
Ab 120 Minuten50 Prozent des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt

Deutsche Bahn: Ärger bei Verspätungen – Geld via DB-App zurückfordern

Doch die Rückerstattung bei der DB war für die Kunden oft einfacher gesagt als getan. Denn das analoge Abschicken der Anträge kostete viel Zeit und Nerven. Das betraf so viele, dass einige Startups sogar damit warben, diesen Service komplett zu übernehmen. Dann endlich machte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber die Ankündigung: „In diesem Juni werden wir unseren Kunden digitale Erstattungsmöglichkeiten anbieten“. Wie Kunden bei ihrer Erstattung in Zukunft genau vorgehen müssen, um ihr Geld online oder per App zurückzufordern ist noch nicht klar. Bisher hat die Deutsche Bahn dazu noch nichts auf ihrer Webseite veröffentlicht.

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Klar ist jedoch, einfach und schnell soll es nun gehen. „Die Erstattung über das Smartphone ist künftig kinderleicht und mit wenigen Klicks in fünf Minuten erledigt“, erklärte Bahnchef Richard Lutz der dpa und fügte hinzu: „Unsere Kunden müssen keine Zugnummern mehr heraussuchen oder Fahrkarten einreichen. Damit machen wir die Entschädigung deutlich einfacher.“ Ebenfalls einfacher ist der Fahrkartenkauf für Kunden geworden. Seit April 2021 können sie bei der Deutschen Bahn den Fahrschein auch noch bis zu zehn Minuten nach Abfahrt am Handy oder Laptop buchen.

Deutsche Bahn: Alternativen zum Fahrgastrechte-Formular bei der Rückerstattung

Aber auch für Kunden, die ihr Geld nach einer Verspätung nicht online zurückfordern möchten, gibt es Alternativen. Denn das Fahrgastrechte-Formular wird keineswegs eingestampft. Das Unternehmen betont: Wer will, kann sein Geld weiter über den analogen Weg zurückfordern. Fahrgäste können folglich ihren Antrag auch weiterhin in Papierform fertig machen und dann abschicken oder an Reisezentren in Bahnhöfen, wie dem Hauptbahnhof Frankfurt, abgeben. (slo)*ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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