Einen Brief zu verschicken, ist manchmal nicht so einfach, wie es sich viele vorstellen.
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Einen Brief zu verschicken, ist manchmal nicht so einfach, wie es sich viele vorstellen.

Brief-Horror

Harte Regeln bei der Deutschen Post: Diese Fehler werden teuer

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Manchmal kann das Verschicken eines Briefes zum reinsten Horror werden. Schuld daran sind auch die harten Regeln der Deutschen Post.

Frankfurt - Die meisten Menschen haben wohl schon einmal einen Brief, eine Karte oder ein Paket verschickt – nichts leichter als das, denken sich viele. Doch ganz so einfach ist es tatsächlich nicht, denn damit Sendungen maschinell sortiert und bearbeitet werden können, hat die Deutsche Post* harte Regeln aufgestellt, die viele Bürger wahrscheinlich gar nicht kennen. Hält man sich nicht daran, können Privatpersonen hohe Strafen drohen. Dann kann ein Brief plötzlich mehr als 50 Euro kosten.

So ging es auch Petra Wagner aus Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz, die für 14 Briefen 700 Euro Schadenersatz an die Deutsche Post zahlen sollte. Das berichtet die Bild. Demnach wollte die 59-Jährige Ämtern und Firmen ihre neue Bankverbindung mitteilen.

Deutsche Post schickt Rechnung in Höhe von 700 Euro für 14 Briefe

Um Geld zu sparen, verschickte sie die Schreiben in bereits benutzten Fensterumschlägen, aber mit neuen Briefmarken. „Ich habe lediglich die rosa Striche am unteren Rand des Umschlages durchgestrichen.“ Ein Fehler, wie sich später herausstellte.

Denn einige Monate nach ihrer Versendung bekommt Petra Wagner eine Rechnung über stolze 700 Euro von der Deutschen Post. Wagner soll pro Brief 50 Euro „pauschalierten Schadenersatz bei unzulässiger Frankierung“ zahlen. Laut Bild erklärt die Post die Rechnung so: „Die Umschläge trugen in der Codierzone bereits eine rosa Leitcodierung.“

Bei der Sortierung gelangten die Sendungen in eine maschinelle Schleife, wo sie erneut gestempelt wurden. Das fiel „Mitarbeitern der Entgeltsicherung“ auf. Für sie sah es so aus, als sei eine bereits gestempelte Marke genutzt worden. Deshalb kam es zu der hohen Strafe. Nach der Recherche der Bild wurde die Forderung dann doch noch fallen gelassen. Glück für Petra Wagner, doch so ergeht es nicht jedem, der beim Verschicken von Briefen einen Fehler macht.

Umschläge, Briefmarken, Klebeband: Diese Regeln gelten bei der Deutschen Post

Es ist also Vorsicht geboten, wenn man einen Brief oder ein Päckchen verschicken möchte. Die Liste der Dinge, die nicht erlaubt sind, ist lang. Wir haben noch einmal die wichtigsten Punkte zusammengetragen, damit keine hohen Strafzahlungen an die Deutsche Post fällig werden.

  • Wer einen gebrauchten Briefumschlag nutzt, muss das Porto eines Kompaktbriefes in Höhe von 95 Cent auf den Brief kleben, da benutze Umschläge laut Deutscher Post manuell bearbeitet werden müssen.
  • Wer eine gefälschte oder bereits abgestempelte Briefmarke nutzt und erwischt wird, muss 50 Euro als „erhöhtes Einziehungsentgelt“ zahlen.
  • Farbige Umschläge dürfen nur dann verwendet werden, wenn die Empfängeradresse in Schwarz auf weißem oder hellem Hintergrund steht. Andernfalls müssen 15 Cent mehr auf den Brief geklebt werden.
  • Wer zu viel Paketband auf ein Paket klebt, muss einen Sperrgutzuschlag als Strafe in Höhe von 26,78 Euro zahlen, weil die Pakete dann laut Deutscher Post zu rutschig sind.
  • Jeder Brief sollte zusätzlich nochmal mit einem Klebestreifen fixiert werden, da der Klebestreifen am Briefumschlag oft nicht ausreicht.
  • Briefmarken dürfen nicht mit Klebestreifen oder anderem Kleber auf den Umschlag geklebt werden.
  • Privatpersonen ist es nicht gestattet, ihre Sendung in einer Tüte zu versenden. Nicht formstabile Sendungen kosten bei der Deutschen Post Sperrgutzuschlag in Höhe von 26,78 Euro.

Ein kurioser Fall beschäftige Anfang des Jahres die Polizei. Ein Mitarbeiter der Deutschen Post bunkert jahrelang Briefe und Postkarten in seiner Wohnung in Wiesbaden*. Die Zustellung erfolgte erst jetzt. *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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