Bio, regional und ohne Verpackung -  Nachhaltiges Einkaufen wird beliebter. Der Grund: Den Konsumenten ist eine gute Ökobilanz bei Lebensmitteln immer wichtiger.
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Bio, regional und ohne Verpackung - Nachhaltiges Einkaufen wird beliebter. Der Grund: Den Konsumenten ist eine gute Ökobilanz bei Lebensmitteln immer wichtiger.

Klimaschutz

Deshalb wird unverpacktes Einkaufen in Hessen immer beliebter

  • Yasemin Kamisli
    VonYasemin Kamisli
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Unverpackt, regional und nachhaltig – für weniger Plastikmüll. Das unterstützen immer mehr Menschen, indem sie in Unverpackt- und Hofläden einkaufen gehen.

Frankfurt – Gesund, frisch und lokal einkaufen, und das auch noch ohne Plastikmüll? Das soll nun immer mehr Menschen ansprechen. Den Konsumenten und Konsumentinnen ist eine gute und nachhaltige Ökobilanz bei Lebensmitteln kontinuierlich wichtiger. Ob in Unverpackt-, Hofläden oder auch auf Märkten: Nachhaltiges Einkaufen liegt klar im Trend.

Der Grund: Allein in Hessen* sind im Jahr 2019 mehr als 409.000 Tonnen Verpackungsmüll angefallen. Um diese Zahl zu reduzieren, entscheiden sich immer mehr Menschen für das unverpackte Einkaufen. Dies sei laut Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) bereits in 35 Läden möglich sein. Darüber hinaus seien 24 weitere in Planung.

Unverpacktes Einkaufen in Hessen: Bewusstsein für nachhaltiges Einkaufen steigt an

„Unsere Kunden wollen den Plastikmüll-Wahnsinn aufhalten und bedarfsgerecht einkaufen“, sagt Bettina Meudt. Im Juli 2016 gründete sie in Wiesbaden mit „Bio-unverpackt Meudt“ den ersten Unverpackt-Laden in ganz Hessen. Obwohl das Bewusstsein für nachhaltiges Einkaufen bei den Kunden und Kundinnen stetig ansteige, würden viele noch immer skeptisch sein. Auch Bettina Will, ebenfalls Besitzerin mehrerer Unverpackt-Läden in Hessen und Bayern, ist dieser Meinung: Obwohl das Konzept anfangs kritisch hinterfragt wurde, haben wurde die nachhaltigen Läden mittlerweile gut angenommen.

Die Idee hinter dem unverpackten Einkaufen findet mittlerweile Zustimmung in jeder Altersgruppe: ob bei Jung, Alt, Familien oder Singles. Neben den verschiedenen Unverpackt-Läden ist laut LLH das nachhaltige Einkaufen ohne Plastikmüll auch in der Direktvermarktung von landwirtschaftlichen Betrieben von großer Bedeutung. So auch auf dem Reinhardtshof in Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis: „Wir sind zwar kein klassischer Unverpackt-Laden, aber auch wir verzichten, wo immer möglich, auf das Einschweißen unserer Produkte“, betont Leiterin Marianne Reinhardt-Pfaff. Im Mittelpunkt stehe bei den Kunden die bewusste Ernährung: „Unseren Kunden ist wichtig, wo die Ware herkommt, wie sie herangezogen wurde.“ Besonders in der Corona*-Pandemie habe sich ihrer Erfahrung nach der Trend zur bewussteren Ernährung verstärkt, so Reinhardt-Pfaff.

Frankfurt: Hier ist unverpacktes und nachhaltiges Einkaufen möglich

Auch in Frankfurt* kann man gesund, regional und ohne Verpackung einkaufen. Zum Beispiel kann man auf dem Erzeugermarkt an der Konstablerwache* fündig werden: Jeden Donnerstag und Samstag bieten dort etwa 50 Betriebe aus der Region frische Produkte wie Brot, Obst und Gemüse, Fisch oder Käse an. „Viele Marktbesucherinnen und -besucher bringen inzwischen ihre eigenen Beutel und Behältnisse mit. Besonders in den letzten zwei Jahren hat das stark zugenommen“, sagt Feyza Morgül, Geschäftsführerin des Frankfurter Marktvereins laut LLH.

Auf dem Erzeugermarkt in Frankfurt, welcher als erster in seiner Art in Hessen im Jahr 1989 gegründet wurde, bieten viele Stände Pfandsysteme an. Um die Nachhaltigkeit zu unterstützen, können Marktbesuchende beispielsweise Gläser für eingemachtes Obst und Gemüse kaufen und diese dann nach dem Gebrauch gereinigt zurückgeben. Alle, die ihre Stofftaschen zum Einkaufen vergessen haben, können sich an den sechs Taschenstationen am Markt kostenfrei bedienen. „Ziel ist es, ein plastikfreies Kreislaufdenken bei den Kundinnen und Kunden zu stärken“, erläutert Morgül. (Yasemin Kamisli mit dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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