„Verbrechen an der Natur“

Gift für Ihren Garten: Warum Bambus und Kirschlorbeer verbannt gehören

  • Tobias Utz
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In der Corona-Pandemie entdecken viele Leute ihren grünen Daumen. Im Garten sollte die Auswahl der Pflanzen jedoch genau überdacht werden.

Frankfurt – Der Sommer hält Einzug in Deutschland, die Temperaturen steigen und damit auch die Lust, Zeit im Grünen zu verbringen. Viele Menschen tun das am liebsten im eigenen Garten. Doch dieser bedarf intensiver Pflege. Ein Teil davon ist die Auswahl der Pflanzen, die im Garten wachsen und gedeihen sollen. Allerdings gibt es Pflanzen, die der Umwelt nicht guttun.

Pflanzen, auf die Verbraucherinnen und Verbraucher oftmals zurückgreifen, da sie als pflegeleicht gelten, sind unter anderem Kirschlorbeer und Forsythien. Auch Bambus zählt dazu. Fachleute kritisieren diese Entwicklung: Die Pflanzen seien für die Umwelt nutzlos, heißt es. „Wer Kirschlorbeerhecken pflanzt, begeht ein Verbrechen an der Natur“, betont Sönke Hoffmann. Er ist Geschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland, kurz: NABU.

Bestimmte Gartenpflanzen sind ein „Verbrechen an der Natur“

Selbst eine „Betonmauer“ sei ökologisch wertvoller, teilt der Verband mit. Darauf hätten Moose und Flechten immerhin die Möglichkeit zu wachsen. Ganz im Gegenteil zu Kirschlorbeerhecken, so Hoffmann. Das begründet der NABU-Geschäftsführer damit, dass Kirschlorbeeren keine Nahrung für die Tierwelt böten. „In den vergangenen Jahren gab es eine Inflation dieser Sträucher, gemeinsam mit den ebenfalls exotischen Rhododendren verdrängen sie heimische Pflanzen. Damit verschwindet die Nahrungsgrundlage für Insekten und damit die Babynahrung vieler Vögel“, erklärt er.

Kirschlorbeerhecken bezeichnet der Experte als ein „Verbrechen an der Natur“.

Laut Hoffmann gelte dasselbe für Bambus. Dieser sei bei Verbraucherinnen und Verbrauchern beispielsweise beliebt, da er gut als Sichtschutz diene. Für die Natur sei er jedoch nutzlos. Insekten biete der Bambus zum Beispiel keine Nahrung und keinen Nistplatz. Auch Forsythien seien solch ein Beispiel: Der Zierstrauch, auch „Goldflieder“ genannt, habe seine Blütephase zwar in der Zeit, in der Bienen auf Nahrungssuche seien. Jedoch produzieren die Blüten von Forsythien keinerlei Pollen oder Nektar für die Tiere, so Hoffmann.

Zusammengefasst haben folgende Pflanzen demnach keinen Nutzen für Insekten und andere Tiere:

  • Bambus
  • Dahlien
  • Forsythie
  • Flieder
  • Geranien
  • Gefüllter Schneeball
  • Hortensie
  • Kirschlorbeer
  • Pfingstrose
  • Perückenstrauch
  • Rhododendron
  • Scheinhasel
  • Thuja
  • Zierkirsche

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Einheimische Pflanzen für Vögel und Insekten sinnvoller

Jedoch existieren auch Pflanzen, die sinnvollerweise im Garten angepflanzt werden können. Die Expertinnen und Experten verweisen darauf, dass Verbraucher eher auf einheimische Stauden, Blumen, Bäume und Sträucher setzen sollten. Vögel finden demnach darin Samen und Früchte als Nahrung. Insekten werden zusätzlich angelockt.

Weißdorn schätzen die Fachleute als eine insektenfreundliche Pflanze ein.

Laut Angaben des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern können Tiere, die in Deutschland beheimatet sind, nur schwer etwas mit fremdländischen Pflanzen im Garten anfangen. Zur insektenfreundlichen Anpflanzung empfohlen werden unter anderem diese Pflanzen:

  • Brombeere
  • Eibe
  • Haselnuss
  • Liguster
  • Roter Hartriegel
  • Schlehe
  • Vogelbeere
  • Weißdorn

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(tu)

Rubriklistenbild: © Imago

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