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Traditionsbäckerei muss neun Filialen schließen – „Ein Stück Backtradition geht verloren“

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Von: Kilian Bäuml

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Die Inflation ist für viele Bäckereien eine große Herausforderung. Eine Traditionsbäckerei muss jetzt nach 200 Jahren einige Filialen schließen.

Kassel – Steigende Strompreise, sparende Kunden und Supermärkte als Konkurrenz. Bäckereien werden seit Monaten vor wachsende Herausforderungen gestellt – viele müssen schließen.

Besonders tragisch ist das, wenn es sich um Geschäfte mit Tradition handelt, wie die Stadtbäckerei Gatenbröcker. Seit über 200 Jahren gibt es die Bäckereikette im Ruhrgebiet bereits, doch einige Filialen werden bis Ende des Jahres schließen.

Bäckerei Gatenbröcker
Gründungsort:Gelsenkirchen
Mitglieder:ca. 750
Filialen bisherca. 60

Zu hohe Kosten: Nach 200 Jahren schließt Traditionsbäckerei einige Filialen

Die Traditionsbäckerei Gatenbröcker ist eine Institution im Ruhrpott. Auf der eigenen Webseite schreibt die Bäckerei „Wir sind Pott“. Das Familienunternehmen selbst sagt gegenüber der WAZ, dass es die Bäckerei bereits seit 200 Jahren gibt. Insgesamt werden über Filialen betrieben, davon werden bis Ende des Jahres jedoch 9 Filialen geschlossen – nach „eingehender Wirtschaftsprüfung“, wie das Unternehmen betont.*

Eine Person backt Laugenzöpfe
Viele erwarten eine Schließungswelle von Bäckereien. (Symbolbild) © Wolfgang Spitzbart/Imago

Grund dafür sind die steigenden Preise. „Wir haben alles auf den Prüfstand gestellt“, sagte Geschäftsführer Christian Leben der WAZ, die Lage sei ernst. Die Inflation sorgt schon seit Monaten für massive Preissteigerungen bei Getreide. Für den Winter werden auch stark steigende Strompreise erwartet, dadurch werden Bäckereien von der Krise doppelt getroffen. Viele Bäckereien möchten auf ihre Situation aufmerksam machen, wie vor kurzem mit der Aktion „Alarmstufe Brot“ in Berlin. Die Regierung möchte dieser mit der Strompreisbremse ab Januar entgegenwirken.

Nach 200 Jahren schließt Traditionsbäckerei einige Filialen: „Ein Stück Backtradition geht verloren“

Viele Bäckereien möchten die steigenden Kosten nicht vollständig an die Kunden weitergeben. „Das würde natürlich dazu führen, dass ein Brot drei- oder viermal so teuer werden würde und dementsprechend würden die Kunden ausbleiben. Die würden in erster Linie natürlich zu den Discountern gehen. Die Bäcker hätten keine Umsätze mehr und müssten schließen“, sagte Helge Sommerwerk, Betreiber von sechs Bäckereien, gegenüber dem MDR.

Die steigenden Kosten belasten die Bäckereien deutschlandweit, daher wird eine Schließungswelle erwartet. Besonders betroffen sind kleinere Bäckereien. „Und mit jedem Bäckereibetrieb, der schließen wird, geht irgendwo ein Stück Backtradition verloren – eines der ältesten Handwerke. Es geht eine Menge Know-how verloren, alte Rezepte. Wo Deutschland sich doch eigentlich rühmt, Weltmeister im Backen und der Brotvielfalt zu sein“, sagte Sommerwerk dazu.

Traditionsbäckerei schließt einige Filialen: Andere Traditionsbetriebe überstehen Krise nicht

Andere Traditionsbetriebe fielen der Inflation zum Opfer. Erst vor einigen Monaten gab der bekannte Süßwarenhersteller Bodeta bekannt, insolvent zu sein. Auch der Klopapierhersteller Hakle und der Schuhverkäufer Görz haben Insolvenz angemeldet. (Kilian Bäuml)

*Sehr geehrte Leser*innen, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass 60 Filialen der Traditionsbäckerei schließen werden. Es werden jedoch nur 9 Filialen schließen. Das war ein Fehler und wir bitten, dies zu entschuldigen.

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