Ab Oktober

Neu an Tankstellen: Was steckt hinter den gelben Plakaten?

  • Svenja Wallocha
    VonSvenja Wallocha
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Im Oktober gibt eine Neuerung an größeren Tankstellen. Denn dann hängen dort gelbe Plakate mit dreizehn Zahlen. Diese Botschaft steckt dahinter.

Berlin/Frankfurt - Ab Oktober 2021 werden Autofahrern an größeren Tankstellen in Deutschland gelbe Plakate mit dreizehn Zahlen auffallen. Doch was hat es damit auf sich? Dabei handelt es sich um einen Preisvergleich, genauer gesagt ein Energiekostenvergleich. Aber für was?

Mit den Plakaten an Tankstellen sollen Verbraucher in Kürze vergleichen können, was sie die Energie für 100 Kilometer kostet - mit jeweils unterschiedlichen Antriebsstoffen. Also was zahlen Autofahrer, je nach Fahrzeuggröße, für 100 Kilometer mit Strom, Wasserstoff oder Superbenzin. Die Regelungen mit den gelben Plakaten an Tankstellen ist eine EU-Vorgabe, die zum 1. Oktober in Deutschland umgesetzt wird. Das Ziel: „Künftige Kaufentscheidungen der Verbraucher bei der Personenkraftfahrzeugwahl zu unterstützen“, heißt es in dem Gesetzestext.

Gelbe Plakate ab Oktober an Tankstellen in Deutschland: Das ist der Grund

Denn beim Autokauf hat man längst nicht mehr nur die Wahl zwischen Benziner oder Diesel. Auch Elektro- oder Hybridautos rücken immer mehr in den Fokus. Zwei Fahrzeuggrößen sind auf dem Plakat angegeben: Klein- und Kompaktwagen beziehungsweise Mittel- und Oberklasse – auf Basis typischer Verbrauchswerte Energiekosten. Nur für Wasserstoff bei kleineren Fahrzeugen fehlt mangels Daten ein Wert. Die Zahlen werden vierteljährlich vom Wirtschaftsministerium aktualisiert, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Doch welche Energieform kostet Autofahrer denn aktuell überhaupt am wenigsten?

  • Diese Antriebsstoffe werden auf den Plakaten angegeben:
  • Superbenzin
    E10-Benzin
    Diesel
    Strom
    Wasserstoff
    Autogas
    Erdgas

Nach den aktuellen Werten zufolge sind es E-Autos. Für einen typischen Ober- oder Mittelklassewagen veranschlagt das Ministerium 4,84 Euro pro 100 Kilometer. Am teuersten unter den sieben genannten Energieträgern ist Superbenzin mit 11,42 Euro pro 100 Kilometern (Stand 26.09.2021). Die Aufstellung berücksichtigt allerdings nur die reinen Energiekosten: Anschaffung, Reparaturen, Versicherung und Steuer bleiben außen vor. Zudem wird bei E-Autos davon ausgegangen, dass zuhause geladen wird, wo der Strom günstiger ist als an Ladesäulen.

Gelbe Plakate mit Botschaft an Tankstellen: Kritik an Energiekostenvergleich

Die Plakate mit dem Energiekostenvergleich an Tankstellen könnten in Zukunft für mehr Transparenz sorgen und den Klimaschutz voranbringen - doch es gibt auch Kritik. Zwar unterstütze der Mineralölwirtschaftsverband generell solche Maßnahmen, „ob die geplante Energiepreis-Information an der Tankstelle dazu zählt, ist eher fraglich“, so Hauptgeschäftsführer Christian Küchen der Zeitung Welt am Sonntag.

Ab Oktober soll ein Energiekostenvergleich an Tankstellen Autofahrer darüber informieren, wie viel sie mit einem anderen Antrieb zahlen müssten. (Symbolbild)

Neben den Kraftstoffpreisen seien auch andere Faktoren für Käufer wichtig, um sich für eine Antriebsart zu entscheiden. „Das Potenzial, den Verbraucher umfassend über Kosten und Nutzen verschiedener Mobilitätsoptionen zu informieren, wird so leider nur zu einem sehr kleinen Teil ausgeschöpft“, sagte Küchen.

Kritik an gelben Plakaten: „Könnte zu einer falschen Erwartung bei Verbrauchern führen“

Auch vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), in dem viele Ladesäulenbetreiber organisiert sind, gibt es Kritik. Man begrüße zwar, dass Transparenz geschaffen werden solle. „Die Darstellung der Energiekosten schafft jedoch insbesondere mit Blick auf die Vergleichbarkeit von fossil betriebenen und E-Pkw keine tatsächliche Transparenz, sondern könnte vielmehr zu einer falschen Erwartung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern führen“, sagte eine BDEW-Sprecherin. So sei der Verbrauch im Stadtverkehr völlig anders als bei Autobahnfahrten.

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Der Energiekostenvergleich an Tankstellen ist nicht die einzige Neuerung für Autofahrer in 2021. Auch beim Bußgeldkatalog stehen gravierende Änderungen* an. Für viele Verkehrssünden müssen Autofahrer bald tief in die Tasche greifen. (svw mit dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jose Carlos Ichiro/Imago

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