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Corona: Nach wie vielen Infektionen ist man immun? Virologe gibt Auskunft

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Virologe Klaus Stöhr
Virologe Klaus Stöhr im ZDF-Talk bei Markus Lanz. (Archivfoto) © Teutopress Gmb/Imago Images

Verleiht die mehrfache Infektion mit dem Coronavirus und der damit verbundene Aufbau von Antikörpern eine Immunität? Virologe Stöhr hat eine Antwort.

Frankfurt – Die Omikron*-Variante hat die Corona-Fallzahlen in Deutschland auf den Höchststand getrieben. Wer geimpft und geboostert ist, der ist zwar vor einem schweren Verlauf, jedoch nicht vor einer Infektion sicher. Doch auch nach einer durchgestandenen Erkrankung ist der Schutz vor einer Reinfektion nicht vollständig. Das Robert Koch-Institut passte deshalb zu Beginn des Jahres die Dauer des Genesnen-Status an. Viele stellen sich die Frage, nach wie vielen Infektionen man nun immun ist. Der Virologe Klaus Stöhr liefert dazu eine klare Antwort.

Virologe Stöhr über Immunschutz: Wie viele Corona-Infektionen braucht es?

Antikörper sind Proteine, welche vom Immunsystem eingesetzt werden, um gegen Krankheitserreger wie Bakterien und Viren zu kämpfen. Während einer Corona-Infektion baut das körpereigene Abwehrsystem eine Vielzahl an Antikörpern auf, um den Organismus zukünftig vor eindringenden Viren zu schützen. Es besteht die Annahme, dass nach mehreren durchlaufenen Corona-Infektionen der Antikörper-Schutz eine Schwelle erreicht, an der eine erneute Ansteckung unmöglich wäre. Quasi eine Immunität.

Von dieser These hält Virologe Klaus Stöhr nur wenig. „Einen hundertprozentigen Schutz vor wiederholter Reinfektion, Virusausscheidung und potenziell schwerem Krankheitsverlauf bietet weder die Impfung noch die Infektion“, wird der Virologe zitiert. Eine Infektion sei mit einem Sicherheitsgurt vergleichbar, der sich mit jedem Verlauf enger schnürt. Man könne damit die Auswirkungen zwar jeweils abmildern, aber eine Immunität gäbe es nicht.

Corona-Infektion verstärkt Impfschutz

Bereits nach der ersten Infektion mit Sars*-CoV-2 beginnt der Körper mit der Bildung von Antikörpern. Je nach Alter und Gesundheitsstatus würde eine Infektion die Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken, um mehr als 50 Prozent senken, sagt Stöhr. Im Gespräch mit RTL beschreibt der Experte die Wirkung von Impfung und Infektion: „Die Infektion nach einer vorherigen Impfung wird die schon hohe bestehende Wirksamkeit der Impfung nochmal vergrößern und vor allem dauerhafter machen. Das sollte für die allermeisten Menschen ausreichend sein für den Eintritt in die Endemie in Erwartung der Reinfektionen in den nächsten Jahren.“ (aa)

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