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„Mein Auto hat Corona“: Twitter-Nutzerin erheitert das Netz – selbst Drosten reagiert

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Von: Karolin Schäfer

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Christian Drosten amüsiert sich über einen humorvollen Beitrag einer Twitter-Nutzerin zu Corona-Verschwörungstheorien. (Symbolbild)
Christian Drosten amüsiert sich über einen humorvollen Beitrag einer Twitter-Nutzerin zu Corona-Verschwörungstheorien. (Symbolbild) © Fabian Sommer/dpa

Eine Twitter-Userin erheitert mit dem humorvollen Vergleich „Mein Auto hat Corona“ das Netz. Sogar Virologe Christian Drosten reagiert auf den Tweet.

Kassel – „Mama, Hausärztin, Team #Globukalypse“, mit diesen Worten beschreibt sich die Twitter-Nutzerin „Dr. Julia“ auf ihrem Profil. Thema Nummer eins auf dem Twitter-Kanal: Corona*. Neben der Aufklärung, etwa zur Corona-Impfung, beschäftigt sie sich auf eine humorvolle Weise mit Verschwörungsmythen.

Mit dem aktuellen Beitrag „Mein Auto hat Corona: ein Vergleich“ sorgte die Twitter-Userin für Aufsehen. Nicht nur tausende Nutzerinnen und Nutzer feierten den Tweet. Sogar Christian Drosten, Chef-Virologe der Berliner Charité, amüsierte sich darüber.

Twitter-Nutzerin schildert Corona-Gedankenexperiment

Doch was hat es mit dem Autovergleich auf sich? Also von vorn: Twitter-Nutzerin „Dr. Julia“ schildert ein Problem, dass vermutlich viele kennen. Ihr Auto macht komische Geräusche. Und was jetzt? Da sie Ärztin ist, hat sie keine Ahnung von Autos. Die Lösung liegt also auf der Hand.

„Ich fahre in eine Werkstatt“, beginnt die Userin ihren Beitrag. Der Meister, augenscheinlich Experte in Sachen Autos, empfiehlt ihr einen neuen Bremsschlauch. Doch der scheint ganz schön teuer zu sein. 150 Euro verlangt der Kfz-Mechaniker. „Deswegen gehe ich noch in neun andere Werkstätten und hole mir deren Meinung“, heißt es weiter in dem Tweet.

Auto-Vergleich bei Twitter: Die meisten Experten raten zu einem neuen Bremsschlauch

Die meisten Mechanikerin raten der Ärztin einen neuen Schlauch zu kaufen. Er sei notwendig, damit die Bremse richtig funktionieren kann. Ansonsten könnte es möglicherweise lebensgefährlich werden, wenn sie es nicht reparieren lässt. „Einer sagt aber, das sei alles Quatsch! Ich bräuchte gar nichts machen! Dieses Geräusch sei komplett normal, das haben Autos in dem Alter nun mal! Die anderen wollen nur Geld machen“, spinnt die Nutzerin ihr Gedankenexperiment weiter.

Und wenn sie jetzt so darüber nachdenkt, wird ihr klar: „Der Chef vom Autohaus hat sich hier jetzt ne fette Hütte hin bauen lassen. Irgendwoher muss er das Geld ja haben!“ Also was nun? Die Twitter-Userin zieht ihren Onkel zurate. Er habe gesagt, dass der Bremsschlauch wahrscheinlich immer wieder gemacht werden müsse. Sei ja ein Verschleißteil.

Mehrzahl der Twitter-User reagieren positiv auf Corona-Vergleich

Zudem habe ein Kollege erzählt, „sein Cousin hat das mal machen lassen und danach sei das Auto kaputt gewesen“. Auf YouTube gibt es zu dem Thema sogar einige enthüllende Videos. Doch damit nicht genug: Jetzt mischt sich auch noch die Regierung ein. „Ich bekäme nur dann die TÜV Plakette, wenn dieser Schlauch ausgewechselt wird! Das ist ja Diktatur! Frechheit!“, heißt es weiter in dem Twitter-Beitrag.

Was der Autovergleich mit Corona zu tun hat, wird beim Lesen des Beitrags immer deutlicher. „Mit der Pandemie haben es Verschwörungstheorien in die Mitte der Gesellschaft geschafft“, erklärte Giulia Silberberger, Gründerin der Organisation „Der goldene Aluhut“, im HNA-Interview*. Solche Mythen hätten „in der Pandemie viele Menschen angesprochen, weil die Erforschung von Corona anfangs noch nicht weit genug war. Sie haben ihre offenen Fragen durch Schwurbel ersetzt. Zusammengefunden haben sie durch das globale Ereignis. Für die Demokratie ist das eine große Gefahr“, so Silberberger weiter.

Die Mehrzahl der Reaktionen auf den Tweet sind aber positiv. „Die meisten haben die Ironie verstanden“, zog die Twitter-Nutzerin Bilanz zu dem Gedankenexperiment.

Virologe Christian Drosten reagiert auf Twitter-Beitrag

Inzwischen hat auch Christian Drosten mit einem Retweet reagiert. „Ich sags ja immer: KFZ-Vergleiche!“, schrieb der Virologe. Er hatte in der Vergangenheit bereits selbst einen Vergleich zur Corona-Infektion herangezogen. „Wer glaubt, durch eine Infektion sein Immunsystem zu trainieren, muss konsequenterweise auch glauben, durch ein Steak seine Verdauung zu trainieren“, so der Virologe in einem Tweet vom 29. Dezember.

Aktuell dominiert die Corona-Variante Omikron das Infektionsgeschehen in Deutschland. Doch seit Jahresbeginn hat sich Virologe Christian Drosten optimistisch zur Corona-Situation geäußert. Hier sind fünf Zitate zur Pandemie, die Mut machen. (kas) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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