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Blockade eskaliert: Frau zieht Klima-Aktivistin an Haaren über die Straße

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Straßenblockade der Letzten Generation.
Bei einer Straßenblockade der „Letzten Generation“ haben Passanten die Mitglieder der Klimaschutzgruppe attackiert. © Twitter / Tino Pfaff

Bei einer Blockade der „Letzten Generation“ ist es zu gewaltvollen Übergriffen gekommen. Gleich mehrere Menschen gehen die Klimaschutzgruppe an.

Bottrop – Straßenblockade in ganz Deutschland. Die „Letzte Generation“ protestiert für härteren Klimaschutz. Deshalb hatte die Klimaschutzgruppe am Freitag bundesweit Aktionen mit einem „besonderen Protestbild“ angekündigt. In Anzügen gekleidet haben sich die Mitglieder der „Letzten Generation“ auch in Bottrop auf die Straße begeben, um sie zu blockieren. Dabei haben Passanten sie angegriffen und immer wieder von der Straße gezerrt. Nicht der erste Vorfall in den vergangenen Tagen, die Gewalt gegen die Protestbewegung scheint zuzunehmen.

„Letzte Generation“ blockiert Straße, Passanten greifen gewaltvoll ein

Auf Twitter kursiert ein Video der Straßenblockade in Bottrop. Dabei ist zu sehen, wie drei Mitglieder der „Letzten Generation“ in Höhe einer Fußgängerampel die Fahrbahn besetzten und den Verkehr stoppen. Zunächst gehen zwei Männer zu einem der Aktivisten, um ihn ein paar Meter von der Straße zu ziehen.

Der Aktivist versucht, unmittelbar nachdem die Männer von ihm gelassen haben, wieder an seinen Ursprungsort zu begeben. Der Passant fragt ihn: „Willst du nochmal sitzen? Dann machen wir das nochmal“. Erneut packen sie die Passanten, um ihn von der Straße zu zerren. Dieses Mal schleifen sie den Aktivisten jedoch deutlich schneller von der Straße.

Frau zerrt Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ an den Haaren von der Straße

Zeitgleich geht eine Passantin auf eine Aktivistin zu, um ihr an den Haaren ebenfalls von der Straße zu ziehen. Die Frau brüllt zur Aktivistin: „Was ist mit dir?“ Es folgt eine äußerst schwere Beleidigung. Währenddessen werden die anderen beiden Mitglieder erneut von den Männern von der Straße gezogen. Die Mitglieder der „Letzten Generation“ suchen sich immer wieder ihren Weg zurück auf ihren Platz, selbst als ein wartender Lkw losfährt.

Das Video endet, nachdem die Passantin erneut zu der Klimaaktivistin läuft und sie erneut an den Haaren von der Straße zieht, dieses Mal jedoch über eine deutlich größere Distanz. Als sie die Aktivistin am Rande der Straße hat, ist noch eine Schlagbewegung zu ahnen, bevor der anfahrende Lkw die Sicht verdeckt.

„Selbstjustiz im Netz muss aufhören“: Video von „Letzter Generation“-Protest sorgt für Streit im Netz

Im Netz sorgt das Video für ordentlich Diskussionen. Dabei meldet sich auch die „Letzte Generation“ zu Wort. In einer Mitteilung auf Twitter heißt es: „Sind wir diejenigen, gegen die sich gerichtet werden sollte, wenn wir uns friedlich auf die Straßen setzen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Zivilisation in der Klimakatastrophe versinken wird?“ Erst zuletzt hatte ein Gericht eine Rekordstrafe für ein Mitglied der „Letzten Generation“ ausgesprochen.

Die Meinungen der User scheinen dabei deutlich auseinanderzugehen. Ein User schreibt: „Ich bin kein Fan der Letzten Generation und von ihren Aktionen, aber diese Selbstjustiz auf den deutschen Straßen muss aufhören“. Erst vor kurzem hat sich das Video eines Mannes verbreitet, der die Klimaaktivisten bedroht und mit seinem Lkw einen Aktivisten angefahren hatte. Ein User kommentiert: „Ich kann den Frust verstehen, aber ich würde nicht riskieren, wegen denen in den Knast zu gehen“.

Gewalt gegen „Letzte Generation“: Meinungen im Netz gehen weit auseinander

Eine Nutzerin kommentiert: „Die Leute bis aufs Blut provozieren ist alles andere als friedlich. Es ist passiv-aggressiv, eine der perfidesten, bösartigsten, niederträchtigsten Aggressionsformen überhaupt“. Ein anderer kommentiert: „Ich glaube, sie wissen genau, was sie da tun. Ich denke, Gewalt ist keine Lösung, aber das sollte von beiden Seiten ausgehen“.

Doch nicht wenige befürworten auch die Aktion der „Letzten Generation“: „Einfach nur armselig: Was werden diese Leute wohl mit anderen Menschen machen, wenn sie vor ihnen in der Schlange um Trinkwasser und Lebensmittel anstehen?“, schreibt ein User. Ein anderer kommentiert: „Noch werden die Klimaaktivisten als Abschaum behandelt, mal sehen, wie die Menschen das in ein paar Jahren beurteilen“.

Wohl vorerst keine weiteren Konfrontationen: „Letzte Generation“ kündigt Sommerpause an

Insgesamt scheint es immer häufiger zu Gewalt gegen die Klimaaktivisten zu kommen. Unter den Usern glauben einige, dass sich die Teile der deutschen Bevölkerung erst so aggressiv verhalte, seit dem der Umgang mit Klimaaktivisten im Netz immer wieder auf Zustimmung stoßen würde. Eine Frau schreibt: „Grausam einfach, wie selbstverständlich diese Frau diesen jungen Menschen einfach an den Haaren wegzieht. Und andere finden eine Plattform, solch ein Verhalten nachzumachen“.

Auch wenn sich die Fronten immer weiter zu verhärten scheinen, dürfte vorerst Schluss mit den Auseinandersetzungen sein. Denn die „Letzte Generation“, die kürzlich auch Luxus-Geschäfte angesprüht hatte, hat angekündigt, vorübergehend in die Sommerpause zu gehen und vorerst keine weiteren Protestaktionen geplant seien.

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