News-Ticker

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt - Experte erklärt, was jetzt wichtig ist: Delta „nicht die letzte Mutation“

Die Corona-Zahlen in Deutschland sind im Sinkflug, doch die Delta-Variante ist auf dem Vormarsch. Jens Spahn warnt vor sorglosem Urlaub in manchen Reiseländern. Der News-Ticker.

  • Die Corona*-Fallzahlen in Deutschland sind weiter auf einem niedrigen Niveau (siehe Update vom 24. Juni, 6.40 Uhr).
  • Ärzteverbände drängen, das Impftempo deutlich zu erhöhen (siehe Update vom 24. Juni, 6.40 Uhr).
  • Gesundheitsminister Jens Spahn warnt vor der Verbreitung des Delta-Virus im Sommer-Urlaub (siehe Update vom 23. Juni 18.42 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 24. Juni finden Sie hier.

Update vom 24. Juni, 6.40 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1008 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Stand: 24. Juni, 4.10 Uhr). Vor einer Woche hatte der Wert bei 1330 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 6,6 an (Vortag: 7,2; Vorwoche: 11,6). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 93 neue Todesfälle verzeichnet.

Angesichts der wachsenden Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus haben Ärzteverbände eine Beschleunigung der Impfkampagne in Deutschland und mehr Impfstoff für niedergelassene Ärzte gefordert.„Gebt uns genügend Impfstoffe! Wir dürfen beim Durchimpfen nicht nachlassen“, forderte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. „Je mehr Menschen geschützt sind, desto geringer sind auch die Chancen für die Delta-Variante“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Delta-Variante werde „nicht die letzte Mutation sein, die das Virus im Kampf ums Überleben finden“ werde, sagte Weigelt. Angesichts der aktuellen Inzidenzen sehe er derzeit jedoch keinen Grund, alarmiert zu sein. Auch der Verband der Kinder- und Jugendmediziner forderte, das Impftempo deutlich zu erhöhen. Bundessprecher und Kinderarzt Jakob Maske sagte dem Netzwerk, besonders gefährdet sei die Altersgruppe zwischen 30 und 60 Jahren. „Diese Menschen haben oft keine oder nur die erste Impfung erhalten und sind so einem erhöhten Risiko ausgesetzt.“

Corona in Deutschland: Spahn warnt vor einem „Sorgenherbst“

Update vom 23. Juni, 18.42 Uhr: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Delta-Variante während des Sommers erheblich zirkulieren wird, besonders unter jüngeren Menschen, die nicht geimpft werden“, erklärte Andrea Ammon, Leiterin der EU-Gesundheitsbehörde ECDC laut dpa am Mittwoch. Die Delta-Virusvariante könnte nach Angaben von Experten bis Ende August für 90 Prozent der Corona-Neuinfektionen in der EU verantwortlich sein.

Auch in Deutschland warnt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn deshalb vor einem „Sorgenherbst”. Er gehe zwar davon aus, dass Menschen grundsätzlich unbesorgt in den Sommer-Urlaub fahren könnten, „bei Reiseländern, die von der Delta-Variante* bereits stark betroffen sind, sieht das aber anders aus“, so Spahn* (CDU) gegenüber dem Düsseldorfer Handelsblatt. Hier sei das Risiko deutlich höher, sich anzustecken und die Variante dann aus dem Urlaub wieder nach Hause zu bringen. „Ich appelliere an alle Reisende, sich sorgsam über das Infektionsgeschehen zu informieren, Testangebote* anzunehmen und die Quarantänepflichten ernst zu nehmen!”

Update vom 23. Juni, 16.58 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland nimmt weiter ab. Laut DIVI-Intensivregister werden derzeit 812 Corona-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Davon müssen 585 künstlich beatmet werden. Es ist der niedrigste Wert seit dem 18. Oktober 2020. Insgesamt sind nach den DIVI-Daten 3.387 Intensivbetten frei.

Corona-Regeln am Arbeitsplatz werden gelockert

Update vom 23. Juni, 14.06 Uhr: Ab 1. Juli werden die Corona-Regeln am Arbeitsplatz gelockert. Unternehmen müssen zwar weiterhin zwei Tests pro Woche für Beschäftigte anbieten, die nicht von zu Hause aus arbeiten können. Allerdings ist dies laut neuer Corona-Arbeitsschutzverordnung nicht mehr erforderlich, wenn Arbeitgeber „durch andere geeignete Schutzmaßnahmen einen gleichwertigen Schutz der Beschäftigten“ sicherstellen oder nachweisen können, zum Beispiel wenn diese vollständig geimpft sind. 

Eine entsprechende Verordnung hat die Bundesregierung am Mittwoch beschlossen. Sie soll bis 10. September gelten. Arbeitgeber sind demnach aber weiterhin gehalten, „die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen (...) auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren“. Zudem bleibt es dabei, dass betriebliche Hygienepläne erstellt und Infektionsschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, etwa durch Trennwände und Abstandsregeln. Wo das nicht möglich ist, müssen medizinische Masken zur Verfügung gestellt werden.

Corona-Testzentren: Kontrollen verschärft - Vergütung gesenkt

Update vom 23. Juni, 13.16 Uhr: Strengere Kontrollen soll es in Zukunft für Testzentren geben. Nach Verdachtsfällen auf Abrechnungsbetrug billigte das Bundeskabinett eine Verordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn. Private Testzentren sollen dann nur noch nach Einzelprüfung zugelassen werden können.  Die Möglichkeit von Sammelabrechnungen für mehrere Teststellen etwa für überregionale Betreiber soll wegfallen.

Zudem werden Vergütungen gesenkt, die bisher inklusive Sachkosten für das Testmaterial bei bis zu 18 Euro pro Test lagen. Für Sachkosten sollen statt bis zu 6 Euro ab 1. Juli pauschal 3,50 Euro gezahlt werden - der bisherige Höchstbetrag soll „aufgrund der Manipulationsanfälligkeit der tatsächlichen Kosten“ wegfallen. Für die Abnahme der Tests sollen künftig 8 Euro vergütet werden. Bisher waren es 12 Euro bei nichtärztlichen Anbietern.

Corona-frei! Zahl der Kreise mit einer Inzidenz von 0 nimmt zu

Update vom 23. Juni, 10.37 Uhr: „Corona-frei“! Die Zahl der Kreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von 0 nimmt zu. Inzwischen weisen 23 Regionen von 412, die das RKI ausweist, diesen Wert auf. Keine Neuinfektion wurden hier gemeldet.

Nur noch in einer Region Deutschlands liegt der Wochenwert über 35: Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) hat den höchsten bundesweiten Wert von 49,7 (Vortag: 43,9). In Schweinfurt (Bayern) ist die 7-Tage-Inzidenz auf 28,1 gerutscht. Am Dienstag lag der Wert laut RKI-Daten noch bei 43,1.

Corona: Nur noch eine Region über Inzidenz von 35

  • SK Zweibrücken - 49,7
  • LK Lichtenfels - 31,4
  • LK Unstrut-Hainich-Kreis - 28,4
  • SK Schweinfurt - 28,1

Corona: Schneller impfen gegen Delta fordern Experten

Update vom 23. Juni, 9.55 Uhr: Mit Blick auf die Ausbreitung der Delta-Variante fordern Deutschlands Kassenärzte ein noch höheres Impftempo. „Wir stehen in einem Wettlauf mit der Zeit“, erklärte Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Je mehr Menschen in den nächsten Tagen und Wochen beide Impfungen erhalten werden, umso geringer wird der Einfluss der Delta-Variante sein“, so seine Prognose.

Um schneller zu werden, „müssen noch mehr Impfstoffe her“, forderte Gassen. „Es ruckelt noch zu sehr in der Mengenauslieferung. Das geht zulasten der Planbarkeit.“ Die derzeit niedrigen Inzidenzwerte seien kein Anlass für Leichtsinn. „Die derzeit hohe Impfbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger darf nicht nachlassen“, sagte er. „Wir dürfen nicht sorglos und damit leichtsinnig werden. Sonst drohen wir das bereits Erreichte wieder zu verspielen“, so die Befürchtung des Kassenärzte-Chef.

Bereits zuvor hatte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, dazu aufgerufen, stärker auf „Impfskeptiker und Impfleugner“ zuzugehen. „Wenn wir nicht auch einen Teil dieser Gruppe vom Sinn der Impfung überzeugen, werden wir die Herdenimmunität nicht erreichen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wer sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später mit dem Coronavirus infizieren“, so Montgomerys Prognose mit Blick auf die Delta-Variante.

Corona in Deutschland: Brandenburg ohne Neuinfektion

Erstmeldung vom 23. Juni: Berlin - Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen ist erneut gesunken. Das Robert-Koch-Institut vermeldet einen Wert von 7,2 pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldet das RKI 1016 Neuinfektionen. Zudem wurden 51 weitere Todesfälle registriert. Brandenburg verzeichnet keine neuen Fälle.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Seinen bislang höchsten Stand hatte der Wert mit 197,6 am 22. Dezember erreicht. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 13,2.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.723.798. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 90.523.

Corona in Deutschland: Delta-Variante auf dem Vormarsch

Trotz der sinkenden Zahlen ist aber die als ansteckender geltende Delta-Variante des Virus auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Am Mittwochabend (23. Juni) werden dazu neue Daten des RKI erwartet. Es ist damit zu rechnen, dass sich die zunächst in Indien entdeckte Mutante in vielen Teilen Deutschlands weiter ausgebreitet hat - wenn auch auf insgesamt niedrigem Niveau. Virologe Christian Drosten plädierte im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info)* aufgrund der Entwicklungen auf verstärkte Impfungen.

Coronavirus: Menschen spüren laut Umfrage direktere Corona-Gefahr

Währenddessen kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zu dem Ergebnis, dass die Gefahr einer Corona-Infektion für immer mehr Menschen in Deutschland im Verlauf der Pandemie näher gerückt sei. So haben im vergangenen März bereits sieben von zehn Menschen mindestens einen Menschen aus dem engeren Umfeld gekannt, der sich mit dem Virus infiziert hatte. Im Mai 2020 waren es erst 23 Prozent. Die Umfrageergebnisse werden an diesem Mittwoch mit dem Gesundheitsreport 2021 der TK präsentiert, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Dass sie die Corona-Situation psychisch belastet habe, sagten im Mai 49 Prozent der Befragten über sich, wie zuletzt eine Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller ergab. Bei einer Befragung von Juni 2020 hatten dies 44 Prozent bejaht. (jh/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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