Forscher aus Greifswald sicher

Durchbruch bei Corona-Impfstoff von Astrazeneca: „Menschen können sich bedenkenlos impfen lassen“

  • Kai Hartwig
    VonKai Hartwig
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Der bereits schlechte Ruf des Astrazeneca-Impfstoffs litt zuletzt weiter, wegen schwerer Nebenwirkungen bei einigen Patienten. Jetzt haben Forscher positive Nachrichten.

Greifswald - Der Corona-Impfstoff* von Astrazeneca wird vielerorts skeptisch betrachtet. Fälle von Hirnvenenthrombosen bei Patientinnen und Patienten nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin* sorgten für einen vorübergehenden Impfstopp. Und befeuerten das sowieso schon schlechte Image des Serums.

Zahlreiche Experten stellten dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens ein sehr gutes Zeugnis aus. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA gab grünes Licht, das Impfen mit wieder aufzunehmen.* Trotzdem bleiben seit Wochen viele Astrazeneca-Impfdosen ungenutzt liegen. Viele Menschen in Deutschland scheinen verunsichert zu sein, ließen ihren Impftermin* ungenutzt verstreichen. In Berlin sollen beispielsweise etwa 100.000 Dosen nicht verimpft worden sein. Ob es tatsächlich am Impfstoff liegt, oder teils auch an der Organisation der Termine ist zunächst noch unklar.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: „Menschen können sich bedenkenlos impfen lassen“, sagen Forscher der Uni Greifswald

Forscher der Uni Greifswald schafften einen Durchbruch*, der Vorbehalte gegen den Astrazeneca-Impfstoff deutlich mindern könnte. Zuerst entschlüsselten die Wissenschaftler einen Mechanismus der Blutgerinnsel im Gehirn nach Corona-Impfungen* verursachen kann. Aber das ist noch nicht alles. Dem Forscherteam um Prof. Andreas Greinacher gelang es eine sichere Behandlungsmethode gegen das Thromboserisiko zu entwickeln.

„Dies ist ein echter Fortschritt, die Menschen können sich nun bedenkenlos mit diesem Impfstoff impfen lassen“, freute sich Greinacher in einer virtuellen Pressekonferenz. Er leitet die Abteilung für Transfusionsmedizin am Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin Greifswald. Über diese wissenschaftlichen Forschungsergebnisse berichtet auch die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie in einer Pressemitteilung.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Forscher der Uni Greifswald entwickeln Behandlunsmethode gegen Thrombosegefahr

Ein spezielles Eiweißmolekül spielt bei dem Behandlungsverfahren der Greifswalder Forscher eine wichtige Rolle. Patienten wird dieses spezielles Eiweißmolekül verabreicht. Es ist in der Lage, Blutplättchen zu blockieren, die im Körper einen Mechanismus in Gang setzen, die eine Thrombose auslöst.

Dadurch wird der Thromboseverlauf stark gehemmt und die Blutgerinnsel können so mit gerinnungshemmenden Medikamenten ausgemerzt werden. Greinacher bekräftigte unterdessen erneut, dass schwere Komplikationen wie eine Thrombose bei Astrazenca-Geimpften sowieso nur extrem selten vorkommen. Jedoch sei es nun möglich, diese erfolgreich zu behandeln.

Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern kann der Corona*-Impfstoff bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus auslösen. Durch das Vakzin werden Blutplättchen, sogenannte Thrombozyten, aktiviert. Eigentlich tritt dieser Vorgang bei einer Wundheilung auf, sobald das Blut gerinnt. So wird im Normalfall eine Wunde verschlossen. Doch durch den Impfstoff gegen das Coronavirus* kann ungewollt genau dieser Mechanismus ausgelöst werden und ein Blutgerinnsel zur Folge haben. Dies tritt offenbar überwiegend im Gehirn auf. (kh) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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