In der Debatte um die Corona-Impfung für Kinder äußern Mediziner:innen trotz der erteilten EMA-Empfehlung Zweifel. (Symbolbild)
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Auch Moderna hat einen Impfstoff für Jugendliche entwickelt und jetzt die Zulassung beantragt.

Wirksamkeit mit 100 Prozent angegeben

Nach Biontech: Nächster Hersteller beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff für Jugendliche in der EU

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Bisher gibt es für Kinder und Jugendliche nur einen Corona-Impfstoff von Biontech. Nun hat ein zweiter Hersteller die Zulassung beantragt. Die Wirksamkeit des Vakzins soll bei 100 Prozent liegen.

Amsterdam - Nach Biontech* hat nun auch Moderna nachgezogen: Der US-Pharmakonzern hat bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragt. Dies teilte das Unternehmen am Montag mit. Bei einem positiven Votum der EMA wäre es das zweite für Jugendliche in der EU zugelassene Vakzin. So jungen Menschen darf in der EU bisher nur der Impfstoff von Biontech/Pfizer verabreicht werden. Moderna hat eine EU-Zulassung ab 18 Jahren.

Corona-Impfstoff für Jugendliche: Moderna gibt Wirksamkeit mit 100 Prozent an

Grundlage des Antrags sei eine Phase-2/3-Studie mit dem mRNA-1273 genannten Moderna-Impfstoff bei 2500 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in den USA, teilte das Unternehmen mit. Die Wirksamkeit habe dabei bei 100 Prozent gelegen. Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil seien wie bei der Phase-3 Studie von Erwachsenen, hieß es weiter. Das Präparat werde „im Allgemeinen gut vertragen“.

Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche: Bisher keine Stiko-Empfehlung

In Deutschland gibt es von Seiten der Ständigen Impfkommission (Stiko) bislang keine allgemeine Empfehlung für eine Impfung von Kindern und Jugendlichen. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Impfung bei jungen Menschen sei weniger deutlich als bei der erwachsenen Bevölkerung. Deshalb äußerte die Stiko wiederholt Vorbehalte gegenüber einer breiten Impfkampagne für Kinder und Jugendliche. Sie verwies dabei auch auf mögliche Impfrisiken, die noch nicht genau bekannt seien.

Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“: „Es ist keine generelle Empfehlung der Stiko für alle gesunden Kinder zu erwarten.“ Ähnlich hatten sich zuletzt auch weitere Stiko-Mitglieder geäußert. Es fehlten noch Daten, um das Risiko einer Covid-19-Erkrankung bei Kindern genau gegen das mögliche Risiko einer Impfung abwägen zu können. Erwartet wird eher eine eingeschränkte Empfehlung der Stiko - etwa für Kinder mit Vorerkrankungen.

Doch auch ohne Empfehlung der Stiko können seit Montag (7. Juni 2021) in Deutschland Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gegen Corona geimpft werden.

Für Erwachsene hat der Moderna-Impfstoff* bereits seit 6. Januar eine bedingte Marktzulassung in der Europäischen Union. Er wurde inzwischen millionenfach gespritzt. Die EU-Kommission hatte im Namen der 27 Mitgliedsstaaten zunächst 160 Millionen Dosen des Präparats geordert. Im Februar folgte dann ein zweiter Vertrag über bis zu 300 Millionen weitere Dosen. Corona-Impfstoff in Deutschland: Hier* finden Sie einen Überblick. (dpa/va) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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