Pandemie im News-Ticker

Corona-Vorstoß in Österreich: Kanzler Kurz will sich mit Astrazeneca impfen lassen - „Habe mir ein Bild gemacht“

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Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz kritisiert die Verteilung des Corona-Impfstoffs in der EU - und will sich mit dem Astrazeneca-Impfstoff immunisieren lassen. Der News-Ticker.

+++ Dieser Ticker ist beendet. Alle weiteren Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Österreich lesen Sie fortan in diesem News-Ticker. +++

Update vom 12. März, 21.30 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will das Vertrauen der Bürger in Astrazeneca stärken - und lässt sich deshalb mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharma-Konzerns gegen das Coronavirus* impfen.

Das berichten mehrere österreichische Medien am Freitagabend übereinstimmend. Demnach erklärte Kurz: „Ich habe mir hier ein klares Bild gemacht. Nachdem es viele Menschen gibt, die sich Sorgen machen, werde ich mich auch mit AstraZeneca impfen lassen, um zu zeigen, dass ich Vertrauen in den Impfstoff habe.“

Zuletzt hatten Dänemark, Norwegen und Italien die Immunisierungen mit dem Coronavirus-Impfstoff von Astrazeneca* vorerst gestoppt, nachdem es kurz nach Impfungen Todesfälle gegeben hatte. Ersten Erkenntnissen zufolge stehen diese aber nicht im Zusammenhang mit dem Impfen. Jetzt will Kurz offenbar eine Vorbildfunktion einnehmen.

Corona-Pandemie in Österreich: Kanzler Sebastian Kurz hegt Verdacht

Update vom 12. März, 14 Uhr: „Die Lieferungen erfolgen nicht nach Bevölkerungsschlüssel“, erklärte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Freitag auf einer Pressekonferenz. Er sieht die angestrebte gerechte Verteilung von Corona-Impfstoff innerhalb der EU in Gefahr. Recherchen des Kanzleramts hätten ergeben, dass möglicherweise Nebenabsprachen zwischen Pharmafirmen und einzelnen Mitgliedsstaaten existierten. Diese Zusatzvereinbarungen unterliefen das gemeinsame EU-Ziel einer pro Kopf berechneten Zuteilung, so Kurz.

„Es entsteht das Bild, dass Malta dreimal so viele Impfdosen bekommen würde als Bulgarien.“ Die Niederlande bekämen bis dahin das Doppelte von Kroatien, fuhr der Bundeskanzler fort. „Wenn sich der Trend so fortsetzt, dann kommt es zu einer massiven Ungleichheit“, so sein Vorwurf.

Sebastian Kurz (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, übt massive Kritik an der Verteilung des Corona-Impfstoffs in der EU.

Kurz habe jüngst mit mehreren Regierungschefs telefoniert, die davon „sehr überrascht“ gewesen seien, erklärte der Kanzler. Er stellte klar, dass sich die Vorwürfe nicht gegen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel richten, sondern gegen das Steering Board. „Es muss herausgefunden werden, wer die Unterschriften im Steering Board geleistet hat“, forderte Kurz volle Transparenz. Der Kanzler bezeichnete die Vorgehensweise als eine Art „Basar“.

„Österreich hat noch keinen Schaden genommen“, berichtete Kurz weiter. Man liege aktuell im Mittelfeld. Es sei aber „eindeutig, dass manche Mitgliedsstaaten eindeutig zu viel, andere zu wenig“ erhalten haben. 

Corona in Österreich: Erstmals neue Virus-Variante in Kärnten festgestellt

Update vom 11. März, 14.50 Uhr: In Kärnten wurde erstmals die sogenannte nigerianische Corona-Mutation festgestellt. Das teilte der Landespressedienst in einer Aussendung am Donnerstag mit. Eine Frau war als Reiserückkehrerin aus Afrika im Institut für Lebensmittelsicherheit, Veterinärmedizin und Umwelt (ILV Kärnten) positiv auf das Coronavirus* getestet worden.

Eine anschließende Untersuchung auf Mutationen erhärtete den Verdacht auf die Infektion mit einer besonderen Corona-Variante. Hierbei handelte es sich um die Virus-Variante B.1.525, die auch schon in Deutschland am Flughafen Berlin-Brandenburg entdeckt wurde.

Das Contact Tracing ergab im Umfeld der infizierten Frau keine weiteren Ansteckungen. Am Ende ihrer Quarantäne wurde sie ebenfalls negativ getestet. Laut dem Landespressedienst Kärnten wird die Virus-Variante B.1.525 nicht als bedenklich eingestuft. Sie wird als „variant under Investigation“ geführt, also als eine Variante, die genau epidemiologisch beobachtet wird. Nach derzeitigem Wissensstand sei nicht davon auszugehen, dass die Corona-Mutation ansteckender ist, hieß es weiter.

Corona in Österreich: Impf-Pilot-Projekt in Tiroler Hotspot gestartet

Update vom 11. März, 13.25 Uhr: In einem Pilotprojekt können sich seit Donnerstag alle Bürger des Tiroler Bezirks Schwaz gegen das Coronavirus impfen lassen. Rund 50.000 der etwa 64.000 berechtigten Personen haben sich dafür angemeldet. Nach Angaben der Stadt Schwaz startete die Impfaktion am Donnerstag planmäßig. In der EU gilt die Maßnahme als Modell zur Überprüfung der Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer auch gegen die südafrikanische Virus-Variante. Die Region im Bundesland Tirol ist besonders von der Verbreitung der Mutation betroffen.

Das Ziel sei, die ansteckendere Variante zu bekämpfen und die Infektionszahlen zu senken, erklärte Tirols Landeschef Günther Platter (ÖVP) am Donnerstag. Er erwarte, dass im Zuge der Massenimpfung auch die Beschränkungen der Einreise von Tirol nach Bayern aufgehoben würden. „Da gibt es natürlich schon Kontakte mit Deutschland“, versicherte Platter. „Ich orte schon, dass diese Aktion sehr positiv gesehen wird.“

Günther Platter (ÖVP), Landeshauptmann von Tirol, hofft auf eine baldige Aufhebung der Reisebeschränkungen nach Bayern. (Archivbild)

Das Impfprojekt wird von einer sechsmonatigen wissenschaftlichen Studie begleitet. Dazu werden mindestens 5000 Teilnehmer nötig. Die Verantwortlichen gehen allerdings davon aus, dass sich deutlich mehr Geimpfte freiwillig melden und einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen. Für das Pilotprojekt stehen 100.000 Dosen des Corona-Impfstoffs zur Verfügung, die mit Hilfe der EU geliefert wurden. Die erste Impf-Phase soll am kommenden Montag abgeschlossen sein. Im Rest Österreichs werden vorerst weiterhin hauptsächlich nur hochbetagte Menschen, Gesundheitspersonal und Lehrer geimpft.

Corona in Österreich: Tirol fordert Aufhebung der Grenzkontrollen und nennt neue Zahlen

Update vom 11. März, 9.40 Uhr: „Das muss ein Ende haben“, forderte der Tiroler Landeschef Günther Platter (ÖVP) am Mittwoch im Landtag in Innsbruck. Das Bundesland dringt mehr denn je auf die Aufhebung der deutschen Grenzkontrollen zu Österreich. Es sei gelungen, die Fälle mit der Südafrika-Variante des Coronavirus massiv zurückzudrängen - von 193 aktiv positiven bestätigten Fällen und Verdachtsfällen auf 47, berichtete Platter. Die Kontrollen seien nicht mehr zu rechtfertigen. Zudem seien die Maßnahmen nach Ansicht vieler Experten ohnehin nicht EU-konform.

Vor rund einem Monat sind verschärfte Einreisekontrollen an der Grenze zu Tirol zum Schutz vor Corona-Varianten in Kraft getreten. (Archivbild)

Deutschland hatte vor einer Woche seine Kontrollen wegen der Gefahr durch die Virus-Varianten an der Grenze zu Tschechien und Tirol bis zum 17. März verlängert. Die Ausreisekontrollen aus Tirol in die benachbarten Bundesländer Salzburg und Vorarlberg durch Österreich sollten am Mittwoch enden. Einen Monat lang war die Ausreise nur mit negativem Corona-Test erlaubt.

Corona-Krise in Österreich: Gastronomie öffnet in Vorarlberg deutlich früher als im Rest des Landes

Update vom 10. März, 19.30 Uhr: Wie gut schützen die Impfungen gegen Infektionen mit dem Coronavirus? Im österreichischen Wien* gehen die Corona-Fälle in Altenheimen extrem zurück - also dort, wo Covid-19-Risikopatienten leben (siehe Link).

Update vom 10. März, 18.30 Uhr: Österreich will trotz anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen an Plänen festhalten, wonach die Gastronomie nach einem langen Lockdown am 27. März wieder öffnen soll.

Bangen in der Corona-Krise um ihre berufliche Zukunft: Kellner, wie dieser Mann im österreichischen Wien.

Unser erklärtes Ziel ist, dass wir am 27. die Öffnung vollziehen“, erklärte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) laut Kronen Zeitung an diesem Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

Ein Bundesland schert derweil aus: In Vorarlberg an der Grenze zur Schweiz und zu Deutschland dürfen Restaurants und Cafés unter strengen Hygieneregeln bereits am Montag, 15. März, öffnen.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Mega-Hilfspaket für die Wirtschaft und Gastronomie

Erstmeldung vom 10. März: München/Wien - Österreich* will seine Wirtschaft nach einem Jahr Coronavirus-Pandemie* wieder richtig ankurbeln. Dafür hat die Bundesregierung von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP)* die nächsten Mega-Wirtschaftshilfen verkündet.

Es geht laut Regierungschef aus Wien um ein Hilfspaket über 430 Millionen Euro im Fokus: Branchen, die durch die Schließungen im harten Lockdown* besonders betroffen waren oder weiter sind, etwa die Gastronomie und Hotellerie sowie die Tourismusbranche als Gesamtes.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: 430 Millionen Euro Corona-Wirtschaftshilfen

„Österreich befindet sich mit den Wirtschaftshilfen und den Unterstützungen bei der Kurzarbeit in Europa auf Platz 1. Aber einige besonders betroffenen Branchen leiden weiter massiv unter den notwendigen Einschränkungen. Es ist daher wichtig, betroffenen Unternehmen und deren Mitarbeiter besonders zu unterstützen“, erklärte Kurz laut Nachrichtenportal oe24.at.

Markant: Diesmal ist laut dem Bericht auch ein Trinkgeldverlust für Kellnerinnen und Kellner enthalten. Einmalig gibt es demnach 175 Euro netto. Immerhin könnte man sagen. Allerdings, wer sich mit der Gastro beschäftigt, weiß, dass gute Servicekräfte in der Regel vielmehr an Trinkgeld für den eigenen Geldbeutel erwirtschaften.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Trinkgeld-Kompensation für die Gastronomie

20.000 Betriebe und 150.000 Mitarbeiter sollen alleine von dieser Regelung betroffen sein. Währenddessen bleiben trotz weiterer geplanter Lockerungen die Corona*-Infektionszahlen hoch. Das Gesundheitsministerium vermeldete für Mittwoch, 10. März, 2528 neu registrierte Covid-19*-Fälle binnen 24 Stunden. Innerhalb eines Tages wurden demnach 19 weitere Todesopfer im Zusammenhang mit der heimtückischen Lungenkrankheit gezählt.

Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur Corona-Krise* in Österreich hier im News-Ticker. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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