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„Viel Nonsens“: Virologe Drosten äußert sich zu neuen Omikron-Varianten

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Von: Sophia Lother

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Derzeit sorgen neue Omikron-Varianten von Corona für Besorgnis. Nun meldet sich Virologe Christian Drosten und verrät, wie gefährlich diese wirklich sind.

Berlin – Schon seit Längerem hatte sich Virologe Christian Drosten via Twitter nicht mehr zu den grassierenden Subtypen der Corona-Variante Omikron geäußert. Doch das hat nun ein Ende: „Nach dem vielen Nonsens, der hier in den vergangenen Wochen verbreitet wurde, möchte ich mal wieder ein paar Informationen zu SARS-CoV-2 geben“, twitterte der Direktor des Charité in Berlin.

Nachdem sich der Omikron-Subtyp BA.2 Anfang des Jahres immer stärker ausgebreitet hatte, sind nun drei neue Corona-Varianten aufgetreten. Sie alle werden laut Drosten von der SARS2-Überwachung beobachtet.

Nachdem er sich längere Zeit nicht zu Omikron und dessen Subtypen geäußert hat, meldet sich Virologe Christian Drosten plötzlich wieder auf Twitter zu Wort. (Archivbild)
Nachdem er sich längere Zeit nicht zu Omikron und dessen Subtypen geäußert hat, meldet sich Virologe Christian Drosten plötzlich wieder auf Twitter zu Wort. (Archivfoto) © Florian Gaertner/Imago Images

Neue Corona-Varianten breiten sich aus: Virologe Drosten wird deutlich

Bei BA.4 und BA.5 handelt es sich um Varianten von Omikron, welche einen eigenen Ursprung haben. Sie stammen weder von BA.1 noch von den anderen, vorhergehenden Subtypen ab. Stattdessen gehen sie auf einen gemeinsamen „Omikron-Vorläufer“ zurück, erklärte der Virologe. Durch eine Mutation, mit dem Namen L452R, im Spike Proteine, könne es sein, dass die Virulenz erhöht ist. Zudem sei ein Immunescape wahrscheinlich. Eine weitere entdeckte Mutation (F486V) erhöht dieses Risiko noch weiter, twitterte er.

Aktuell breiten sich diese Omikron-Varianten allerdings weniger in Deutschland oder in Europa aus, sondern sorgen in anderen Ländern wie beispielsweise Südafrika für steigende Corona-Zahlen. „Wie ist das möglich?“, fragte Drosten und beantwortete sich diese Frage gleich selbst.

„Wahrscheinlich hat die Variante einen Immunescape-Vorteil in einer Bevölkerung, in der es (wie in Südafrika) keine BA.2-Welle gab“. Dementsprechend habe der Schutz vor Übertragung dort mit der Zeit abgenommen, was nun zu steigenden Inzidenzen führt. Doch auch eine dritte Corona-Variante breitet sich aktuell immer schneller aus.

Neue Omikron-Varianten: BA.2.12.1 grassiert in den USA und Indien

Unter anderem in den USA und Indien kommt es aktuell zu immer mehr Corona-Infektionen mit BA.2-Stämmen mit speziellen Mutationen auf dem Spike-Protein L452. Diese Mutanten werden als BA.2.12.1, berichtete Drosten. Auch hier könne von einer höheren Virulenz ausgegangen werden. Doch wie gefährlich ist die neue Omikron-Variante?

Virologe Drosten betonte auf Twitter: „In besonders betroffenen Gegenden kommt es derzeit schon zu Zunahmen der Krankenhausaufnahmen, allerdings ist die Gesamtzahl weiter beruhigend niedrig. Man muss die Situation weiter beobachten.“ Dem stimmt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu. Auf Twitter warnte Lauterbach: B.2.12.1 scheine „deutlich ansteckender als Omicron BA2 zu sein“, und fügte hinzu: „Niemand hört das gerne, aber es ist so: Das Coronavirus bleibt unberechenbar. Durch Überwachung neuer Varianten und Anpassungen der Impfstoffe sind wir aber gut vorbereitet“. (slo)

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