Wo sich die Bevölkerung infiziert

Corona in Österreich: Infektionszahlen steigen massiv an, erste Klinik in Wien bereits überfüllt - ist es ein Party-Problem?

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Die Coronavirus-Pandemie verschärft sich auch in Österreich wieder. Kanzler Sebastian Kurz informiert über neue Covid-19-Schutzmaßnahmen - hier im News-Ticker.

  • Coronavirus-Pandemie*: Auch in Österreich nehmen die Corona-Neuinfektionen auf hohem Niveau zu.
  • Kanzler Sebastian Kurz verkündet eine massive Verschärfung der Covid-19-Maßnahmen in der Alpenrepublik.
  • Eine Maskenpflicht gilt jetzt auch in der Gastronomie und im ÖPNV, private Feiern werden auf zehn Personen beschränkt - das betrifft auch Weihnachtsfeiern und Hochzeiten. Alle Entwicklungen hier im News-Ticker.

+++ Wir beenden diesen Ticker. Alle weiteren Infos und Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Österreich lesen Sie in diesem News-Ticker. +++

Update vom 20. September 2020: In Österreich hat sich die Corona-Lage in den letzten Wochen drastisch verschlechtert. Laut WHO kommt die Alpenrepublik auf eine 14-Tages-Inzidenz von 100, Deutschland hat 26. Immer mehr Menschen infizieren sich mit dem Virus. Nun ist klar, wo.

Laut oe24.at sind infizieren sich immer mehr Menschen in Clubs, Bars sowie auf Privatfeiern. So gehe ein Groß der Corona-Fälle Innsbrucks auf die dortige Diskothek „Queens Club“ zurück. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Wiener Neustadt und Krems.

Eine wohl immer bedeutendere Rolle spielen derweil auch Fußballspiele. In Dornbirn kam ein Corona-Ausbruch etwa durch das gemeinsame Feiern von Amateurteams zustande. In Wien hätten zudem größere Hochzeiten für gestiegene Covid-19-Fälle gesorgt. Österreichweit sei aktuell zudem zu beobachten, dass sich immer mehr Menschen in Fitnessstudios infizieren.

Corona in Österreich: 808 neue Covid-19-Fälle im Land

Update vom 19. September 2020: Österreich verzeichnet weiterhin hohe Corona-Infektionszahlen. 808 neue Fälle waren es am Freitag (Update 18.09). Damit steigt die Gesamtzahl auf 37.474. Am stärksten betroffen ist mit 12.052 Fällen weiterhin die Hauptstadt Wien. So haben die hohen Zahlen dort bereits zu ersten Konsequenzen. geführt Die führende Corona-Klinik, das Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien ist voll belegt und kann keine Corona-Patienten mehr aufnehmen, berichtet oe24. 171 Patienten werden in Wien derzeit aufgrund des Coronavirus in Krankenhäusern behandelt, 34 davon liegen aktuell auf der Intensivstation.

Dennoch sieht der Wiener Gesundheitsverband aktuell keinen Grund zur Sorge. Neue Corona-Patienten müssen lediglich auf andere Spitäler umgelagert werden. „Alle unsere Spitäler haben Abteilungen und Bereiche definiert, in denen Corona-Patienten nach Bedarf betreut werden können“, so Nina Brenner-Küng vom Gesundheitsverbund laut oe24. „Jeder Patient in Wien mit einem schweren, spitalspflichtigen Corona-Verlauf kann in unseren Kliniken behandelt werden“, garantiert sie weiter. Wien gilt seit Mittwoch, 16.9., laut RKI als Risikogebiet. Hier finden Sie alle aktuellen Risikogebiete im Überblick.

Corona-Knall in Österreich: Kanzler Kurz verschärft Maßnahmen - Die Zahlen steigen weiter

Update vom 18. September 2020: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Österreich steigt weiter. Von Donnerstag auf Freitag wurden in Österreich insgesamt 808 Neuinfektionen verzeichnet. Die meisten Infektionen meldete Wien mit 341. Für die österreichische Hauptstadt gilt derzeit die zweithöchsten Warnstufe Orange auf der Corona-Ampel. Bisher gab es in Österreich 36.661 positive Testergebnisse. Stand (9.30 Uhr)heute sind in der Alpenrepublik 763 Personen an den Folgen des Coronavirus verstorben und 28.451 sind wieder genesen. Derzeit befinden sich 334 Personen in Behandlung im Krankenhaus, 62 davon auf Intensivstationen.

Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass Deutschland schon bald eine zweite Corona-Welle bevorsteht.

Update vom 17. September, 16.30 Uhr: Die Hauptstadt Wien mit ihren knapp 1,9 Millionen Einwohnern bleibt der Corona-Hotspot in Österreich.

Bis Donnerstagvormittag (17. September) waren binnen 24 Stunden 780 neue Covid-19-Fälle im ganzen Land registriert worden. Was die Bundesregierung nun zu wiederholt drastischen Schutzmaßnahmen wie eine Maskenpflicht in der Gastronomie und die Beschränkung privater Feiern auf zehn Personen veranlasste.

Von den 780 gemeldeten Neuinfektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 entfielen Behördenangaben zufolge 366 auf Wien, gefolgt von den Bundesländern Oberösterreich (124) und Niederösterreich (100).

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (m.) hat die Corona-Maßnahmen in seinem Land erneut verschärft.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Kanzler Sebastian Kurz macht auch Mut

Update, 15.10 Uhr: Zum Schluss hat Kanzler Kurz wegen Corona doch noch eine gute Botschaft nach den ganzen schlechten Nachrichten für die Österreicher an diesem Nachmittag.

„Wir rechnen damit, dass der nächste Sommer wieder ein normaler wird“, sagt der junge Regierungschef: „Wir haben immer gesagt, dass der Herbst und der Winter hart werden.“ Das war's mit der Pressekonferenz aus Wien - wir bedanken uns fürs Mitlesen!

Update, 15 Uhr: Bitter! Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wird nach Hochzeiten gefragt, ob diese eine Ausnahme bei privaten Feiern darstellen würden. Seine klare Antwort: Nein! Auch hier gelte die Zehn-Personen-Regel.

„Es gilt für alle private Feierlichkeiten“, sagte der 34-jährige Regierungschef: „Wir können da nicht unterscheiden. Der einzige Bereich, für den es nicht gilt, sind Begräbnisse.“ Ergo: In Österreich ist mit einigen abgesagten Hochzeiten zu rechnen.

Update, 14.50 Uhr: Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) ist an der Reihe, und damit jener Mann, wie er erklärt, der „für die öffentliche Sicherheit verantwortlich“ ist. Nehammer, der für seine hemdsärmelige Art bekannt ist, hinterlässt einen strikten Eindruck.

Die „Sperrstundenverordnung wird bei Nachtclubs intensivst kontrolliert“, erklärt der 47-jährige Wiener und kündigt an: „Es kommt zu Anzeigen.“ Er rät deshalb, „die Maßnahmen umzusetzen“. Klare Ansage vom Ressortleiter aus dem Bundeskanzleramt.

Corona-Pandemie in Österreich: „Clubs“ und Fußball-Klubs als Covid-19-Herde

Update, 14.40 Uhr: Gesundheitsminister Rudolf „Rudi" Anschober geht auf vermutete Infektionsherde ein, spricht mit Blick auf den Fußball vom „Aprés-Soccer-Bereich“.

Demnach habe es immer wieder vermehrt neue Corona-Fälle nach Feiern von Amateur-Fußballmannschaften auf Sportplätzen und dergleichen gegeben. Auch das Nachleben spiele eine hervorgehobene Rolle.

„Clubs“ hätten „bis morgens Früh um 6 Uhr“ geöffnet gehabt und dafür auch noch geworben, erzählt er weiter, darauf seien ebenfalls verhältnismäßig viele Covid-19-Infektionen zurückzuführen.

Gesundheitsminister Österreichs: Rudolf „Rudi“ Anschober.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Verdoppelung der täglichen Corona-Fälle befürchtet

Update, 14.30 Uhr: Gesundheitsminister Rudolf „Rudi" Anschober (Die Grünen) informiert auf der Pressekonferenz zur Corona-Krise in Wien über neue Coronavirus-Fälle* in der Alpenrepublik.

Die meisten Neuinfektionen würden „mit deutlichem Abstand in Wien“ festgestellt, erklärt Anschober. Mit Blick auf die Zukunft erzählt er von Prognosen, die von 1.500 Covid-19-Neuinfektionen pro Tag ausgehen - was eine Verdoppelung der aktuellen Zahlen wäre. Im Verhältnis zu größeren Ländern wie Deutschland wäre das sehr viel.

Corona-Krise in Österreich: Bundesregierung Kurz verlängert Mehrwertsteuersenkung für Gastronomie

Update, 14.20 Uhr: Zum Schluss seiner Rede warnt Sebastian Kurz (ÖVP) nochmal eindringlich vor „katastrophalen wirtschaftlichen Folgen durch einen zweiten Lockdown“. 

Er wisse, dass manche Branchen besonders betroffen seien - und meint explizit die Gastronomie sowie den Tourismus. Deswegen werde es eine „Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie und den touristischen Bereich für das gesamte Jahr 2021“ geben und damit eine „Verlängerung um ein Jahr“. Kurz hat aber weiter schlechte Nachrichten, so bedeute die Beschränkung privater Treffen zum Beispiel „keine Weihnachstfeiern“.

Corona-Pandemie in Österreich: Sozialkontakte, Gastronomie, Maskenpflicht - drei Verschärfungen

Update, 14.17 Uhr: Kanzler Kurz kündigt drei maßgebliche Covid-19-Schutzmaßnahmen für Österreich an, die ab Montag (21. September) gelten sollen:

  • 1. Sozialkontakte werden in Österreich drastisch eingeschränkt. Heißt, private Feiern indoor werden auf maximal 10 Personen limitiert. Ausgenommen sind Begräbnisse und Demonstrationen. Outdoor bleibt die Grenze von 100 Personen bei privaten Zusammenkünften. Zum Beispiel bei Fußballspielen gilt die Grenze von 3000 Personen.
  • 2. Gastronomie: Für geschlossene Veranstaltungen in Clubs, Discos und Bars gilt: An Tischen dürfen nicht mehr als zehn Personen einer Gruppe sitzen. Beim Verlassen eines Tisches, etwa um auf die Toilette zu gehen, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Ferner gilt ein Tanzverbot.
  • 3. Maskenpflicht: Diese gilt nicht mehr nur für Shops und Geschäfte, sondern ab Montag auch in der Gastronomie, heißt für Gäste beim Betreten des Lokals - wie in Deutschland praktiziert. Maximal 10 Personen dürfen an einem Tisch sitzen. Es wird eine generelle Maskenpflicht für Märkte in Österreich wie den Naschmarkt in Wien erlassen. Die Maskenpflicht gilt auch in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Kurz schließt: „Das wird uns helfen, die zweite Welle zu überstehen.“ Die unter anderem vom Nachrichtenportal oe24.at angenommene Sperrstunde kommt dagegen nicht. Stattdessen sollen in Clubs und Diskotheken die Leute zwingend sitzen und ihre Tische nicht ohne Mundschutzmasken verlassen.

Corona-Pandemie in Österreich: Sebastian Kurz warnt vor zweitem Covid-19-Lockdown

Update vom 17. September, 14.12 Uhr: Die Pressekonferenz mit Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat begonnen.

Kurz erzählt von „ausführlichen Beratungen der Bundesregierung.“ Er spricht von einem „exponierten Anstieg der Neuinfizierten-Zahlen in Österreich, wir haben eine Verdoppelung der Zahlen erlebt.“

Der österreichische Regierungschef wirkt sehr ernst: „Wir müssen jetzt reagieren, um einen zweiten Lockdown zu verhindern.“ Er verweist indirekt auf die deutsche Reisewarnung für die Hauptstadt Wien. So gehe es jetzt darum, „negative Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort und den Arbeitsmarkt abzufedern“.

„Gerade das, was uns Freude macht, ist oft der Ort für Ansteckungen“, sagt er weiter und kündigt „drei ganz konkrete Maßnahmen in ganz Österreich“ an.

Erstmeldung vom 17. September - München/Wien - Es war eine gängige Formel in der ersten Welle der Coronavirus-Pandemie: Aus Deutschland wird in der Corona-Krise nach Österreich* geschaut, schließlich war der südliche Nachbar der Bundesrepublik mit dem Infektionsgeschehen stets etwa drei Wochen voraus.

So bekräftigte es mit Blick auf das Coronavirus Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wiederholt. Und nicht nur er.

Corona-Pandemie in Österreich: Pressekonferenz von Kanzler Sebastian Kurz

Der Mann, auf den zwischen Salzburg und München, zwischen Vorarlberg und Bodensee, zwischen Wien und Berlin alles schaute, will seine Landesleute heute - mitten in der zweiten Corona-Welle* - wieder informieren über den neuesten Stand: Kanzler Sebastian Kurz von der ÖVP.

Laut Nachrichtenportal oe24.at werden neue Schutzmaßnahmen wegen steigender Corona-Fallzahlen* erwartet. So könnte es etwa ein Gästelimit für private Feiern geben. Stand Donnerstagvormittag waren binnen 24 Stunden 780 Neuinfektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 hinzugekommen.

Coronavirus in Österreich: Im Vergleich mit Deutschland viele neue Corona-Fälle

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden 2.194 neue Corona-Fälle in Deutschland registriert - doch die Bundesrepublik hat fast zehnmal so viele Einwohner. Um 14 Uhr spricht also Kanzler Kurz in Wien - verfolgen Sie die wichtigsten Entwicklungen hier im News-Ticker. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Hans Punz/dpa

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