Ein Postbote liefert mit seinem Fahrrad Briefe und Päckchen aus. (Symbolbild)
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Ein Postbote liefert mit seinem Fahrrad Briefe und Päckchen aus. (Symbolbild)

Ermittlung

Postbote hortet Hunderte Briefe: Wahlbenachrichtigungen bleiben hängen

  • Julian Dorn
    VonJulian Dorn
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Ein Mitarbeiter der Deutschen Post in Schleswig-Holstein soll Hunderte Wahlbenachrichtigungen unterschlagen haben. Bei ihm zu Hause findet die Polizei aber noch mehr.

Schleswig – Schon länger hatten interne Ermittler der Deutschen Post DHL* den Mitarbeiter aus Schleswig in Schleswig-Holstein im Visier. Immer wieder verschwanden auf seiner Route Wahlbenachrichtigungen für die Ortschaften Borgwedel und Stexwig (Kreis Schleswig-Flensburg). Am Ende waren es 700. Der Verdacht: Der Postbote hat die Briefe vorsätzlich zurückgehalten. Die Deutsche Post AG in Schleswig-Holstein schaltete daraufhin die Kriminalpolizei ein.

Die Beamten durchsuchten schließlich am Dienstag (21.09.2021) die Wohnung des verdächtigen Postboten in Schleswig. Was sie dabei sicherstellten, dürfte selbst die Polizei überrascht haben.

Deutsche Post DHL: Postbote hortet Hunderte Briefe in Schleswig-Holstein

Denn die Beamten wurden fündig – und zwar hundertfach. Die Kripo entdeckte nicht nur die gesuchten 700 Wahlbenachrichtigungen, sondern weitere Kisten mitsamt Briefen – „eine vierstellige Zahl“, wie die Polizei in einer Pressemitteilung schreibt.

Die Staatsanwaltschaft hat nun ein Ermittlungsverfahren gegen den Mitarbeiter der Deutschen Post eingeleitet. Warum der Mann die Briefe in seiner Wohnung hortete, ist nach Angaben einer Polizeisprecherin noch unklar. Die Kripo glaubt derzeit jedoch nicht, dass die Unterschlagung politisch motiviert ist.

Die Bürger, die bislang vergeblich auf ihre Wahlbenachrichtigungen gewartet haben, sollten nun endlich Post bekommen haben. Die Gemeindeverwaltung hat neue Briefe an die betroffenen Haushalte versendet.

Mitarbeiter der Deutschen Post AG unterschlägt Briefe: Wahl auch ohne Wahlbenachrichtigung möglich

Doch auch ohne Wahlbenachrichtigung hätte einem Urnengang bei der Bundestagswahl 2021* am kommenden Sonntag (26.09.2021) wohl nichts im Wege gestanden. Grundsätzlich gilt laut Bundeswahlordnung: Solange der Bürger im Wählerverzeichnis eingetragen ist, kann er auch ohne Wahlbenachrichtigung wählen. Mitzubringen ist lediglich ein Lichtbildausweis.

Wer trotz Antrags auf Briefwahl keinen Wahlschein erhalten hat, der kann bis Samstag (25.09.2021), um 12 Uhr, einen neuen bekommen. Der Wahlbrief muss allerdings bis zum Sonntag (26.09.2021), um 18 Uhr, bei der zuständigen Stelle eingegangen sein. Per Post wird das nun eng, der Brief sollte lieber vor Ort abgegeben werden.

Immer wieder verschwinden Briefe und Pakete auf dem Postweg. Oft ist es ein Versehen oder ein technischer Fehler bei der Deutschen Post AG, hin und wieder aber auch Vorsatz: Ein Mitarbeiter der Deutschen Post bunkert jahrelang Briefe und Postkarten in seiner Wohnung in Wiesbaden. Die Zustellung erfolgt erst jetzt. (Julian Dorn)*fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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