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Blutgruppen beeinflussen Ansteckungsgefahr: Studie liefert neueste Erkenntnisse zu Corona

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Von: Patrick Mayer

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Einer Studie zufolge hängt die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus auch von der eigenen Blutgruppe ab. Eine Blutgruppe neigt demnach zum Superspreader.

München/Lausanne - Der Fokus der Gesellschaft hat sich voll auf den Russland-Ukraine-Krieg gelegt. Egal, wohin man kommt, es drängt sich einem der Eindruck auf: Das Coronavirus wird vielerorts zur Nebensache, obwohl einzig in Deutschland am 3. Mai wieder 113.522 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden festgestellt wurden. Es sind Zahlen, die früher für kollektiven Ausnahmezustand gesorgt hätten.

Ansteckungen mit dem Coronavirus: Blutgruppen sollen mitentscheidend sein

Nachrichten aus dem privaten Umfeld, dass sich Personen schon ein drittes Mal mit dem heimtückischen Virus angesteckt haben, sind für viele Menschen keine Seltenheit mehr. Aber: Wer steckt sich öfter an? Lassen sich diese Menschen eingrenzen? Eine Studie hat nun den Zusammenhang zwischen den Blutgruppen und der Ansteckungsgefahr untersucht. Die Studie mit dem Namen „ABO Blood Group Incompatibility Protects Against SARS-CoV-2 Transmission“ erschien im wissenschaftlichen Magazin frontiers in Microbiology, das seinen Sitz in der französischen Schweiz hat. In der Studie wurden 333 Paare und deren Ansteckungen untereinander untersucht.

Die Autoren der Studie hätten gezeigt, „dass wenn die Viren bei der Ansteckung von jemand kommen, der die Blutgruppen A, B oder AB hat, sie es schwer haben, jemanden anzustecken, der Antikörper gegen A und B hat – und das sind Menschen mit der Blutgruppe 0“, erklärte der Berliner Immunologe Prof. Andreas Radbruch der Bild. Heißt: Menschen mit der Blutgruppe 0 bekommen demnach seltener Corona. Die Gefahr, dass sie sich mit dem Virus anstecken, ist geringer.

Das habe der Einschätzung von Radebruch nach einen plausiblen Grund. Denn: Menschen mit der Blutgruppe 0 könnten nur von der gleichen Gruppe Blut gespendet bekommen. Deshalb würden sich diese Menschen am seltensten mit einem Coronavirus infizieren. Umgekehrt neige jemand mit der Blutgruppe 0 eher zum „Superspreader“, da sein oder ihr Blut Menschen mit allen anderen Blutgruppen gespendet werden kann. Der Studie zufolge sind Infektionen zwischen Menschen, deren Blutgruppen nicht zueinanderpassen, wesentlich seltener.

Infektionen mit dem Coronavirus: Ansteckungsgefahr hängt mit Blutgruppen zusammen

Wer wem Blut spenden kann, entscheidet damit über das Ansteckungsrisiko mit. Radbruch findet das „gar nicht verwunderlich“, da dieser Mechanismus „auch schon für andere Viren nachgewiesen wurde“. Das bedeute aber nicht, dass sich Menschen mit derselben Blutgruppe nicht auch gegenseitig anstecken könnten. (pm)

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