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Ex-Hotspot Ischgl startet Skisaison

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Sessellift
Wintersportler sitzen in Sesselliften in Ischgl. Zum Saisonstart blieben die Pisten weitgehend leer. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Im März 2020 wurde der Tiroler Ort Ischgl mit seiner Après-Ski-Szene zum Hotspot für die Verbreitung des Coronavirus in Europa. Nun laufen erstmals wieder Lifte - unter strengen Vorkehrungen.

Ischgl - Strahlender Sonnenschein, frischer Neuschnee, und dennoch die Pisten fast leer - so ist die österreichische Wintersportgemeinde Ischgl in die Saison gestartet. Bis zum frühen Nachmittag waren gut 2500 Wintersportler auf den weitläufigen Abfahrten unterwegs.

An guten Tagen vor der Pandemie waren es manchmal fast zehn Mal so viele. An den Liften in dem Tiroler Ort, von dessen Après-Ski-Szene aus sich das Coronavirus Anfang 2020 über Österreichs Grenzen hinaus verbreitet hatte, herrschte wenig Betrieb.

Ischgl leidet bis heute unter dem Image von März 2020 als Corona-Hotspot - und hat strikte Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Zwei Mal am Tag werden die Kabinen der Silvrettaseilbahn desinfiziert. Mitfahren dürfen nur Geimpfte und Genesene. An der Talstation stehen zudem Polizisten, stichprobenartig kontrollieren sie die Nachweise. Bereits vor dem ursprünglich für 25. November geplanten und wegen des Lockdowns verschobenen Saisonauftakt hatte die Gemeinde ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen erlassen. Auch Party-Stimmung auf den Parkplätzen soll es nicht mehr geben.

Hotels und Gastronomie geschlossen

Die weitläufige Ski-Arena bis hinüber nach Samnaun in der Schweiz lockte mit fast 240 Pistenkilometern vor der Pandemie regelmäßig ein internationales Publikum an - auf Sport und Natur setzt der Ort nun verstärkt. „Wir haben ein wunderbares Skigebiet, wir haben eine hervorragende Gastronomie und eine wunderbare Natur“, sagt Bürgermeister Werner Kurz.

Ischgl
Der Andrang an der Silvretta Seilbahn in Ischgl hielt sich beim Saisonauftakt in Grenzen. © Expa/Johann Groder/Expa/APA/dpa

Auf den Pisten zogen vor allem Einheimische ihre Schwünge. „Wir freuen uns alle. Das Leben hat uns wieder“, sagt Maritta aus Ischgl. Ein anderer Gast ist aus St. Anton gekommen - „weil bei uns alles zu ist“. Auch einige Deutsche sind für den Skitag früh morgens gestartet. Ein Paar aus Bayern ist um 5.30 Uhr zuhause aufgebrochen, gegen 8.45 Uhr stehen die beiden am Lift: „Es lohnt sich herzufahren“ - auch nur für einen Tag. Übernachten durften sie nicht. Bis mindestens 12. Dezember bleiben Hotels und Gastronomie in Österreich wegen des landesweiten Lockdowns geschlossen.

Sieben-Tage-Inzidenz in Tirol bei rund 950

Auch wenn Ischgl selbst jüngst nur eine Handvoll Corona-Fälle hatte: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Österreich zuletzt bei rund 780, in Tirol bei rund 950. Deutschland hat Österreich als Hochrisikogebiet eingestuft und eine Reisewarnung ausgesprochen. Seit Freitag gilt auch die Schweiz als Hochrisikogebiet. Für Deutsche heißt das: Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss bei der Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Die neue besorgniserregende Virus-Variante Omikron macht die Saison noch unwägbarer. „Auf Dauer ist klar, dass das nicht wirtschaftlich sein kann“, sagt Günther Zangerl, Vorstand der Silvrettaseilbahn.

In Deutschland hatte bisher nur das Skigebiet an der Zugspitze geöffnet. Am Freitag startete unter anderem in Oberstdorf im Allgäu sowie am Feldberg im Schwarzwald der Skibetrieb - am Feldberg mit 2G-Regel. In Bayern und damit an der Zugspitze und in Oberstdorf gilt hingegen 2G plus. Geimpfte oder Genesene müssen zusätzlich einen negativen Test vorlegen. Mancherorts laufen auch im Nachbarland Österreich schon Lifte, etwa am Stubaier Gletscher und in Kitzbühel. Andere Gebiete wie Sölden und Hintertux hatten nach der Verkündung der Lockdowns den Skibetrieb zunächst wieder eingestellt. dpa

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