Der EuGH verhandelt ein Gutachten zur Beschwerde des Tatverdächtigen im Fall Maddie. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa
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Der EuGH verhandelt ein Gutachten zur Beschwerde des Tatverdächtigen im Fall Maddie.

Beschwerde

Fall Maddie McCann: Verdächtiger Christian B. muss Rückschlag am EuGH hinnehmen

Der Tatverdächtige im Fall Maddie McCann, Christian B., ist mit der Forderung, ein Urteil wegen Vergewaltigung aufzuheben, vor den Europäischen Gerichtshof gezogen.

Luxemburg - Der Tatverdächtige im Fall Maddie McCann, Christian B., hat bei seinen Bemühungen um eine Freilassung aus dem Gefängnis einen Rückschlag hinnehmen müssen. Ein Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes kam am Donnerstag (06.08.2020) in einem Rechtsgutachten zu dem Ergebnis, dass der 43 Jahre alte Deutsche im Dezember 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen der Vergewaltigung einer US-Amerikanerin verurteilt werden durfte. Das Gutachten ist für die EuGH-Richter nicht bindend, meist folgen sie aber der Einschätzung des zuständigen Generalanwaltes.

Tatverdächtiger im Fall Maddie McCann fordert Aufhebung des Urteils wegen Vergewaltigung

Konkret geht es in dem EuGH-Verfahren darum, dass Christian B. eine Aufhebung des Urteils wegen der Vergewaltigung fordert, weil er ursprünglich auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls für eine andere Straftat an Deutschland ausgeliefert worden war. Er verweist dabei darauf, dass es EU-Regeln für den Europäischen Haftbefehl verbieten, dass jemand dann auch wegen anderer vor der Auslieferung begangener Straftaten belangt wird.

Nach dem Rechtsgutachten ist diese Regelung aber für den Fall irrelevant, da Christian B. Deutschland zwischenzeitlich wieder freiwillig verlassen hatte und erst über einen neuen Europäischen Haftbefehl zurück nach Deutschland kam. Dieser wurde von Behörden in Italien vollstreckt - die auch zustimmten, dass der Mann wegen der Vergewaltigung verfolgt und verurteilt wird. In diesem Fall greifen die Einschränkungen für den ersten Haftbefehl nach Auffassung des Generalanwalts nicht mehr.

Verfahren vor dem EuGH könnte Auswirkungen auf den Fall Maddie McCann haben

Relevant ist das Verfahren auch wegen möglicher Auswirkungen auf den Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine „Maddie“ McCann: Sollte Christian B. vom EuGH Recht bekommen, könnte ihm womöglich in Deutschland nicht der Prozess gemacht werden. Der Mann wird inzwischen verdächtigt, die dreijährige Britin 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve entführt zu haben. Die deutschen Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen tot ist.

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