1. Startseite
  2. Welt

Flugverbot für Maschinen aus Russland: Flugzeuge stranden in Europa

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Richter

Kommentare

Flugzeuge der russischen National-Airline Aeroflot stranden in der EU. Sanktionen verbieten den Rückflug nach Russland. (Archivfoto)
Flugzeuge der russischen National-Airline Aeroflot stranden in der EU. Sanktionen verbieten den Rückflug nach Russland. (Archivfoto) © Marina Lystseva/dpa

Flugzeuge aus Russland dürfen nicht mehr über europäischen Luftraum fliegen. Jetzt stecken zahlreiche Maschinen an Flughäfen fest.

Frankfurt – Die EU-Sanktionen gegen Russland haben unübersehbare Auswirkungen auf den Luftverkehr. Am Sonntag (27.02.2022) wurde der Luftraum über der Europäischen Union für russische Flugzeuge geschlossen. Im Gegenzug sanktionierte die Putin-Regierung den Westen – und sperrte den eigenen Luftraum für europäische Flieger. Eine Folge der Flugverbote: In der EU strandeten zahlreiche Flugzeuge aus Russland, die nicht mehr abheben dürfen.

Vor allem die russische, staatliche Airline Aeroflot ist betroffen. Wie die Plattform aerotelegraph.com berichtet, wurde die Airline möglicherweise von den Sanktionen überrascht. Noch am Tag der Bekanntgabe der Strafmaßnahmen waren Jets der russischen Nationalairline auf dem Weg nach Westeuropa gewesen. Der Aeroflot-Flug AFL2300 drehte kurz vor der Ostsee ab – andere Flüge schafften es nicht mehr zurück nach Russland.

Sanktionen gegen Russland: Flugzeuge müssen in Europa am Boden bleiben

Jetzt steckt unter anderem der Airbus A321 von Aeroflot in Genf fest. Eigentlich hätte die Maschine schon am Sonntagnachmittag zurück nach Moskau starten sollen. Auch zwei Airbus A320 bleiben laut aerotelegraph in Europa zunächst am Boden: Einmal ein Flugzeug mit dem Kennzeichen VP-BET, das in München steht, und eine Maschine mit dem Kennzeichen VP-BAC, das in Amsterdam gestrandet ist.

Nicht nur der Passagierverkehr ist von den Sanktionen gegen Russland betroffen, auch Frachtflieger dürfen nicht mehr Richtung Russland abheben. So steht unter anderem am Flughafen Mailand-Malpensa eine Boeing 747-8F der Frachtairline Air Bridge Cargo (Kennzeichen: VP-BIN), in Köln eine Boeing 737-400 F der Frachtairline Atran (Kennzeichen: VQ-BVF).

Russische Nationalairline Aeroflot heftig von Sanktionen betroffen

Auffällig: Keines der gestrandeten Flugzeuge trägt das russische Kennzeichen, das eigentlich mit RA beginnt. Stattdessen sind sie mit Kennzeichen aus Bermuda versehen, also den Ziffern VP- oder VQ. Vermutlich hat die Registrierung im britischen Überseegebiet steuerliche Hintergründe. Inwieweit die Registrierung der Flugzeuge mit dem Flugverbot zusammenhängt, lässt sich in der aktuellen Situation nicht genau bestimmen. Es ist aber denkbar, dass die Airlines darauf hofften, dass nur Flugzeuge mit russischer Kennung von den Sperrungen betroffen seien.

Die Sanktionen gegen Russland könnten Aeroflot noch weitreichender schaden. Denn ein großer Teil der Flotte der russischen Nationalairline ist geleast, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die großen Leasingunternehmen Aer Cap und BOC Aviation haben bereits angekündigt, die Strafen strikt umzusetzen und somit ihre Flugzeuge zurückzufordern. Für Aeroflot und die Unternehmenstochter Pobeda könnte das bedeuten, dass 110 ihrer Maschinen zurückbeordert werden. Und durch den Ausschluss Russlands vom Swift-System könnten die Airlines in große Geldnot geraten – und ihre Leasing-Raten ohnehin nicht mehr bezahlen. (spr)

Auch interessant

Kommentare