Eine Bildmontage zeigt von links nach rechts einen Vulkanausbruch, weiße Fassaden in Griechenland und Meeresschaum.
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Forscher wollen die Erde vor der schädlichen Sonneneinstrahlung abschirmen.

3 Methoden des Solar-Geoengineering

Wissenschaftler arbeiten an Möglichkeiten, die Erde künstlich zu kühlen

  • Zülal Acar
    VonZülal Acar
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Wissenschaftler arbeiten an Methoden, um die Erde künstlich abzukühlen. Drei Möglichkeiten in der Luft, im Wasser und an Land stehen dabei im Mittelpunkt.

Boston - Auf unserem Planeten wird es immer heißer. Und die Auswirkungen des Klimawandels (*FNP berichtete) spüren wir schon jetzt: Hitzewellen*, Dürren, Waldbrände treten häufiger und extremer auf. Wissenschaftler arbeiten deshalb unentwegt an Methoden, um die Erde abzukühlen. Aktuell machen drei Theorien den Forschern Hoffnung.

Strategien, um den Klimawandel künstlich einzudämmen, sammeln Wissenschaftler unter dem Begriff Geoengineering bzw. Solar-Geoengineering, wenn dabei Sonnenstrahlen zurück in den Weltraum reflektiert werden. Kritiker bemängeln jedoch unter anderem, dass diese Eingriffe und Manipulationen in das weltweite Klimasystem viele ungeahnte und verheerende Folgen haben könnten.

Erde künstlich abkühlen: Forscher nehmen Natur als Vorbild

Eine der vielversprechendsten Methoden zur Eindämmung der Hitze auf unserem Planeten ist der Vulkan-Effekt. Er basiert auf einem einfachen Prinzip: Schwefel-Aerosole sollen in die Stratosphäre geschleudert werden, wo sie sich mit Wasserteilchen verbinden und die Sonnenstrahlen reflektieren. Microsoft-Gründer Bill Gates unterstützt ein ähnliches Projekt der Harvard Universität*.

Wie wetter.de berichtet, dient dieser „Stratospheric Aerosol Injection“ (SAI) die Natur als Vorbild. Forscher konnten nämlich regelmäßig beobachten, dass sich die Erde nach Vulkanausbrüchen abkühlt, da dort Aerosole und Staub freigesetzt werden. Die Erde durch diese Methode längerfristig künstlich abzukühlen, dauert allerdings oft mehrere Jahrzehnte. Kritiker befürchten zudem, dass sich extreme Wetterlagen häufen könnten oder die Ozonschicht beschädigt wird.

Meer: Wasser stark überhitzt

Auch im Wasser lassen sich offenbar die schädlichen Sonnenstrahlen reflektieren, um die Erde abzukühlen. Forscher wollen dazu die Meeresoberfläche mit sogenannten „Microbubbles“ bedecken. Bei dem auch als „Ocean foaming“ bezeichneten Verfahren soll laut phys.org das Meer durch den künstlichen Schaum über Jahre hinweg den Planeten kühlen.

Die Idee stammt von Harvard-Physiker Russell Seitz. Er ist überzeugt, dass diese Methode die Wassertemperatur im Meer nachhaltig senken würde. Zumal die Ozeantemperatur sich immer stärker überhitzt, wie scinexx.de berichtet. Die Folgen des zu warmen Wassers sind auf Dauer verheerend: Extreme Wetterphänomene*, zerstörte Meereslebensräume sowie Meeresspiegelanstieg. Doch auch hier haben kritische Forscher die Sorge, dass dieses künstliche Verfahren zur Abkühlung negative Folgen für das Meer und seine Ökosysteme haben könnte.

Künstliches Abkühlen: „Die Energie geht zurück in den Weltraum statt in den Stein“

Auf dem Land sollen weiße Städte die Erde vor der destruktiven Sonnenstrahlung abschirmen. In vielen Regionen der Welt ist diese Methode schon gängige Praxis, etwa in Griechenland oder der Türkei. Da dunkle Gebäude und Beton sich schneller erhitzen, könnte ein weißer Anstrich Abhilfe schaffen, vermuten Forscher. Wie spiegel.de berichtet, hatte der amerikanische Energieminister 2009 bei einem Treffen mit Nobelpreisträgern vorgeschlagen, fast alle Dächer in den USA und auch weltweit weiß anzustreichen. „Die Energie geht zurück in den Weltraum statt in den Stein“, so Steven Chu. Die Häuser müssten so weniger klimatisiert werden und würden weniger Wärme speichern.

Ob und welche dieser Methoden künftig breitflächig zum Einsatz kommen, steht zwar noch nicht fest. Aber: Die menschengemachte Erderwärmung schreitet voran. Wenn die Treibhausemissionen nicht verringert werden, ist laut des Umweltbundesamtes eine Erwärmung um 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt für die nächsten 30 Jahre sehr wahrscheinlich. *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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