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Nächstes Lawinen-Unglück in den Alpen: Mindestens ein Toter - Fünf Menschen verschüttet

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Von: Martina Lippl, Felix Durach

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Aufgrund der Wetterbedingungen kam es in Österreich zu mehreren Lawinen-Abgängen. Die Zahl der Lawinentoten steigt weiter. Der News-Ticker.

Update vom 5. Februar, 13.58 Uhr: Acht Menschen starben am Freitag nach Lawinenabgängen in Österreich. Nun ist es am Samstag in Tirol zu einem weiteren Unglück gekommen. Nach Polizei-Angaben ist in Schmirn unterhalb der Gammerspitze mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Die Suche nach einer Person laufe aktuell noch.  Insgesamt seien fünf Wintersportler verschüttet worden, drei von ihnen hätten lebend geborgen werden können. Nähere Informationen über die Identitäten der Opfer sowie über den Unfallhergang konnte die Polizei zunächst nicht liefern.

Lawinen-Unglücke in Österreich: Acht Tote allein am Freitag

Update vom 5. Februar, 10.08 Uhr: Nach heftigen Schneefällen in Österreich hatten Behörden ausdrücklich vor Lawinen und Schneebrettern gewarnt. Staatlich geprüfte Berg- und Snowboard-Führer konnten dem Neuschnee offenbar nicht widerstehen. Auch Tourengänger mit Lawinenausrüstung wähnten sich sicher. Für einige ein tödlicher Fehler. In der Nacht auf Samstag endete in der Wildschönau eine große Suchaktion – ein Ehepaar konnte nur noch tot aus Schneemassen geborgen werden (siehe Update vom 5. Februar, 8.57 Uhr). Nach dutzenden gemeldeten Lawinenabgängen in Österreich stieg damit die Zahl der Lawinen-Toten auf acht.

Vorarlberg: Retter kämpfen mehr als 20 Minuten um Leben eines 43-Jährigen

Am Arlberg im Schigebiet Albona in Klösterle wurde ein versierter Skifahrer (43) trotz Lawinenairbag gegen 15.50 Uhr von einem Schneebrett komplett verschüttet. Seine drei Begleiter, darunter laut Polizei auch ein staatlich geprüfter Snowboardführer, konnten den 43-Jährigen mit einer Sonde in zwei Metern Tiefe orten. „Nach etwa 10 Minuten Graben stießen sie auf den Verschütteten und die ersten Rettungskräfte kamen mit dem Hubschrauber auf die Lawine“, heißt es im Polizeibericht. „Der Notarzt konnte trotz weiterer Reanimationsversuche leider nur noch den Tod des 43-jährigen Schifahrers feststellen.“

Vier Schweden unter den Lawinen-Toten in Österreich

Vier schwedische Tourengänger zwischen 43 und 47 Jahren und ein einheimischer Bergführer (42) kamen am Freitag in Tirol im Grenzgebiet zur Schweiz im Schigebiet Ischgl / Samnaun ums Leben. Die Gruppe war abseits der Piste unterwegs, als sich über ihnen eine 400 Meter breite Lawine löste.  Der Berg- und Schiführer sowie vier Männer wurden bis zu 350 Meter weit von der Lawine mitgerissen und komplett verschüttet. Ein Schwede (43) wurde nur zum Teil verschüttet und konnte per Handy einen Freund in Schweden über das Lawinenunglück verständigen. Gegen 13.04 Uhr wurde die Polizei in Österreich über den Lawinenabgang in Kenntnis gesetzt, allerdings ohne eine genaue Ortsangabe. Um 13.22 Uhr entdeckten Einsatzkräfte vom Hubschrauber aus im Suchgebiet einen frischen Lawinenkegel.

Update vom 5. Februar, 8.57 Uhr: Nach dem Lawinenunglück mit fünf Toten in Tirol in Spiess (Bezirk Landeck) ist am Freitag auch ein Ehepaar in der Wildschönau bei einer Skitour ums Leben gekommen. Die beiden waren am Abend nicht zurückgekehrt, teilt die österreichische Polizei am Samstag mit. Angehörige alarmierten gegen 21.40 Uhr die Polizei. Daraufhin startete eine nächtliche Suchaktion. Die beiden konnten nur noch tot geborgen werden.

Zwei weitere Lawinentote in Tirol - Wildschönau

Die 61-jährige Frau und der 60-jährige Mann waren am Freitagnachmittag zu einer Skitour von der Schönangeralm in der Wildschönau zur Breitegg-Spitze (1868 Meter) aufgebrochen. Gegen 15.30 Uhr erreichten die beiden den Gipfel und informierten eine Kontaktperson. Das war der letzte Kontakt. Als die beiden dann am Abend nicht zurückgekehrt waren und auch telefonisch unerreichbar, setzten Angehörige einen Notruf ab. Alpinpolizei, Bergrettung und die Feuerwehr Auffach starteten sofort mit der Suchaktion.

Drama in Tirol: Vermisstes Ehepaar unter Lawine entdeckt

Unterstützt wurden die Einsatzkräfte von drei Suchhunden der Bergrettung, der Drohne der Feuerwehr und dem Polizeihubschrauber aus Salzburg (Libelle FLIR Salzburg), der mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist. Vom Hubschrauber aus konnte eine Schneebrettlawine südlich des Gipfels der Breitegg Spitze erkannt werden. Suchmannschaften machten sich dann auf den Weg zu diesem Bereich. Die beiden Tourengeher konnten mithilfe von Lawinenverschüttetensuchgeräten (LVS) unter den Schneemassen um 0.40 Uhr geortet werden. Sie konnten jedoch nur noch tot geborgen werden.

Tirol Österreich: Sieben Lawinentote an einem Tag

Mit dem Lawinenabgang in der Wildschönau und dem Unglück an der Grenze zur Schweiz verloren insgesamt sieben Menschen in Tirol am Freitag ihr Leben. Bei der Leitstelle in Tirol gingen am Freitag zahlreiche Meldungen von Lawinenabgängen ein. Viele davon verliefen glimpflich.

Lawinenabgang in Fieberbrunn - 24-Jähriger trotz Lawinenairbag schwer verletzt

In Fieberbrunn wurde ein 24-jähriger Skifahrer im Bereich Hörndlinger Graben von einer Lawine erfasst. Der 24-Jährige wurde komplett verschüttet. Der ausgelöste Lawinen-Airbag sei laut Polizei noch an der Oberfläche sichtbar gewesen. Seine Begleiter konnten den Verschütteten schnell bergen. Der 24-Jährige wurde jedoch schwer verletzt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Zell am See und von dort weiter ins Landeskrankenhaus Salzburg transportiert. Die Lawine am Hörndlinger Graben hatte sich auf einer Höhe von 1.800 Metern ausgelöst. Sie habe eine Länge von 700 Meter und eine Breite von etwa 70 Metern gehabt. Alpinpolizei, der Polizeihubschrauber aus Salzburg (Libelle FLIR Salzburg), 20 Bergretter, drei Lawinensuchhunde sowie der Alpin Heli 6 und Heli 1 waren am Einsatz beteiligt.

Drama in Österreich: Sieben Lawinentote an einem Tag in Tirol. Die Alpinpolizei (Foto) ist neben Bergrettung der Bezirke im Einsatz.
Drama in Österreich: Sieben Lawinentote an einem Tag in Tirol. Die Alpinpolizei (Foto) ist neben Bergrettung der Bezirke im Einsatz. © Alpinpolizei Österreich/BMI

Fünf Tote nach Lawinen-Abgang: Experte reagiert mit Unverständnis - „erschüttert und wütend“

Update vom 4. Februar, 21.15 Uhr: Nach dem Lawinenunglück mit fünf Todesopfern am Freitag hat der Chef des Tiroler Lawinenwarndienstes, Rudi Mair, mit Unverständnis auf das Verhalten der Wintersportler reagiert. „Es macht mich traurig, aber ich bin auch erschüttert und wütend, dass alle Warnungen nichts nützen“, so Mair gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Behörde habe seit Tagen auch die kritischen Verhältnisse hingewiesen, die durch den Neuschnee entstanden waren. Skitouren und Variantenabfahrten erforderten aktuell besonders viel Erfahrung in der Beurteilung der Lawinengefahr.

Der Freitag sei nach offiziellen Angaben der lawinenreichste Tag des Winters gewesen. Über 60 Schneebretter hätten sich bundesweit gelöst. Der Lawinenwarndienst hatte für ganz Tirol die Lawinenwarnstufe drei von fünf ausgerufen und vor „erheblicher“ Gefahr gewarnt.

Tirol: Lawinenabgang am Freitag - Zahl der Todesopfer steigt auf fünf

Update vom 4. Februar, 17.30 Uhr: Die Person, die nach dem Lawinenabgang im österreichischen Bundesland Tirol am Freitag noch als vermisst galt, konnte mittlerweile von der Bergrettung nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden. Damit steigt die Zahl der Todesopfer bei dem Unglück nahe Grenze zur Schweiz auf fünf, wie die örtliche Polizei am Nachmittag bestätigte. Eine weitere Person wurde mit Verletzungen in ein Schweizer Krankenhaus geflogen.

Zunächst hatten die Rettungskräfte lediglich vier Todesopfer bestätigt, jedoch noch eine weitere Person unter der Lawine vermutet.

Lawinenabgang in Tirol: Vier Todesopfer - eine weitere Person wird vermisst

Lawinenkegel sind auf einem Berg in der Nähe von Spiss in Tirol sichtbar, nachdem dort eine Lawine abgegangen war.
Eine Luftaufnahme der Polizei Tirol zeigt die Stelle, wo am Freitag die Lawine abgegangen war. © Polizei Tirol/AFP

Erstmeldung vom 4. Februar:

Innsbruck - Im österreichischen Bundesland Tirol hat sich am Freitagvormittag ein Lawinenunglück mit mehreren Todesopfern ereignet. Im Gebiet der Gemeinde Spiss an der Grenze zwischen Österreich* und der Schweiz* löste sich nach Angaben der örtlichen Einsatzkräfte ein Schneebrett und sorgte für einen Lawinenabgang im Bereich der Flimspitze (2.929 m).

Lawine in Tirol abgegangen: Vier Personen tot geborgen - Bergrettung weiter im Einsatz

Gleich mehrere Personen, die sich zum Zeitpunkt des Abgangs in dem Gebiet befanden, wurden von der abgehenden Lawine getroffen und unter den Schneemassen begraben. Nach Informationen der Polizei konnten bisher vier Personen nur noch tot aus der Lawine geborgen werden. Eine weitere Person wurde am Freitagnachmittag noch immer vermisst. Über Herkunft und Identität der Opfer konnte am Freitagnachmittag noch keine Aussagen gemacht werden. Die Rettungskräfte befinden sich nach Angaben der Polizei weiterhin im Einsatzgebiet.

Die Schneelage, sowie Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt, sorgten in Tirol gleich für mehrere Lawinenabgänge. 13 Schneebretter hätten sich alleine am Freitag gelöst. Für das Bundesland im Westen Österreichs galt am Freitag Lawinenwarnstufe drei (erhebliche Gefahr) von fünf möglichen Stufen.

Österreich: Lawine im Skigebiet - sechs Personen aus den Schneemassen gerettet

Auch im beliebten Skigebiet Sölden ging eine Lawine auf eine Skipiste ab und begrub mehrere Wintersportler unter sich. Die Rettungskräfte konnten nach Informationen der Krone Zeitung bisher sechs Personen lebend bergen. Ob sich noch weitere Personen in dem Gebiet aufgehalten haben, ist nach jetzigem Kenntnisstand nicht klar. (fd/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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