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Billie Bob Harrell Jr. gewann 31 Millionen Dollar im Lotto. Der Gewinn zerstörte sein Leben.

Sein Leben wurde zerstört

Lotto-Spieler gewinnt 31 Mio.  - „Das Schlimmste, das mir je widerfahren ist“

Ein Mann gewann 31 Millionen im Lotto, die eigentlich sein Leben zum Positiven verändern sollten. Doch am Ende hatte er nichts mehr und sah keinen Ausweg.

  • Billie Bob Harrell Jr. gewann 31 Millionen Dollar im Lotto.
  • Der Gewinn sollte all seine Probleme lösen.
  • Am Ende hatte das Geld sein Leben zerstört.

Für viele Menschen ist es ein absoluter Wunschtraum: Die richtigen sechs Zahlen in der Lotterie ankreuzen und einen riesigen Gewinn abkassieren. Die Vorstellung von schnellem Geld, was man mit einem Lottogewinn alles kaufen und machen könnte, ist wahrscheinlich der Hauptgrund, warum überhaupt Gewinnscheine gekauft werden. Bei vielen ist damit auch die Hoffnung auf ein besseres Leben verbunden.

Texaner Billie Bob Harrell Jr. gewinnt 31 Millionen im Lotto

So ist es Billie Bob Harrell Jr. (47) in Texas auch gegangen und sein Traum wurde erfüllt. Er gewann im Juni 1997 unglaubliche 31 Millionen Dollar in der Texas Lottery. Über seinen Fall berichtete Houstenpress.com

Harre ll hatte es in der Vergangenheit nicht leicht. Er hatte mehrere Jobs verloren und räumte zurzeit bei Home Depot Regale ein. Aufgrund finanziellen Problemen hatte er Schwierigkeiten, seine Frau und seine drei Kinder zu versorgen. Die Aussicht, dass sich alle Geldprobleme auflösen, brachte ihn immer wieder dazu einen neuen Lotto-Schein zu kaufen. Als er eines Abends in seinem bequemen Sessel zu Hause die Zeitung mit den Gewinnzahlen las, traute er seinen Augen nicht. Er musste die Zahlen zuerst von seinem Sohn und später von seiner Frau kontrollieren lassen, bis er es glauben konnte: Er hatte im Lotto gewonnen, und zwar 31 Millionen Dollar. 

Sein Leben sollte sich schlagartig verändern. Bei der zeremoniellen Übergabe seines Gewinns meinte er noch: „Ich wollte einfach nicht aufgeben. Jeder hat mir gesagt, es wird besser. Ich dachte nicht, dass es sich um so viel bessern würde.“ Harrel und seine Frau sind anfangs nicht überstürzt an den Gewinn herangegangen. Sie holten sich eine Anwältin, die auf plötzlichen Vermögenszuwachs spezialisiert war und baten sie um Rat. Nach dem Gespräch vereinbarten sie mit der Lottogesellschaft, dass über 25 Jahre jeweils knapp 1,2 Millionen Dollar auf ein Konto ausgezahlt werden. Das sollte Planungssicherheit schaffen und Steuern sparen.

Nach Problemen sah Lotto Gewinner Harrel keinen Ausweg mehr

Die Anwältin versuchte Harrell später noch zu weiteren Vorsichtsmaßnahmen zu überreden. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Gewinner jedoch schon die Kontrolle verloren. Er sammelte neuerdings Kunst und Grundbesitz, kaufte seiner Familie Autos und spendete großzügig an seine Gemeinde. Zu einem Thanksgiving stiftete er 480 Truthähne an bedürftige Familien. Doch sein lockerer Umgang mit Geld führte dazu, dass sich viele Bittsteller an ihn und seine Familie wandten. Sie mussten mehrmals ihre Telefonnummern wechseln und konnten teilweise ihr Haus nicht verlassen. Außerdem begann die Ehe von Billie Bob Harrell Jr. und seiner Frau zu zerbröckeln. Plötzlicher Reichtum kann eine Beziehnung schwer belasten.

Harrel kam zudem in einen finanziellen Teufelskreis, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Einen großen Teil des Vermögens verschleuderte er zudem mit Fehl-Investments. Das ausgezahlte Geld reichte ihm nicht mehr und er verkaufte seinen Gewinn im Voraus an eine Firma. Diese zahlte ihm dafür ein Drittel seines Gewinns sofort aus. Doch auch dieses Geld war schnell ausgegeben und so war er am Ende pleite. Dass Millionengewinn nicht lang anhalten können, musste auch ein anderer Lottospieler erfahren.

Eine junge Frau aus Hessen dagegen durfte sich über einen Gewinn freuen.

Knapp zwei Jahre nach seinem großen Gewinn stand Harrell vor den Scherben seines Lebens. Zu einem Finanzberater meinte er noch: „Die Lotterie zu gewinnen war das Schlimmste, das mir je widerfahren ist.“

Am 22. Mai 1999 schloss sich Billie Bob Harrell Jr. in seinem Schlafzimmer ein, zog sich aus und beendete sein Leben mit einer Schrotflinte. Seine Familie hat sich über seinen Tod zerstritten.

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de

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jh

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