In Italien

Nach vermeintlichem Mafia-Mord - Opfer stand wohl doch nicht unter Polizeischutz

Im italienischen Pesaro wurde ein Mann ermordet. Die Tat wird der Mafia Organisation 'Ndrangheta zugeschrieben. Das Opfer stand wohl doch nicht, wie zuerst vermeldet, unter Polizeischutz.

Update: 27. Dezember 2018, 17.00 Uhr:

Der Bruder eines Mafia-Kronzeugen, der am Dienstag im italienischen Pesaro erschossen wurde, stand nicht unter Polizeischutz. Dies erklärte Italiens Innenminister Matteo Salvini am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der Adriastadt. Der Mord hatte für Aufsehen gesorgt, weil der 51-Jährige eigentlich unter dem Zeugenschutz des Innenministeriums stand. Er wurde abends beim Parken seines Autos mit 20 Schüssen getötet. Von wem, ist noch unbekannt.

Der Mann habe schon vor zwei Jahren darum gebeten, seinen Polizeischutz abzuziehen, sagte Salvini. An seiner Haustür habe sein echter Name gestanden. Bei dem Ermordeten soll es sich um den Bruder eines Familienmitglieds der Mafia-Organisation 'Ndrangheta handeln.

Die ursprünglich aus Kalabrien stammende 'Ndrangheta gilt als mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie dominiert den Drogenschmuggel nach Europa und ist auch in Deutschland aktiv.

Pesaro - Der Bruder eines Mafia-Kronzeugen ist in Italien von Unbekannten erschossen worden. Der Fall erregte besonderes Aufsehen, weil der Mann unter speziellem Schutz des Innenministeriums stand, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Dennoch gelang es den Tätern am Dienstagabend, den 51-Jährigen mit mindestens 20 Schüssen zu töten, als dieser sein Auto in einer Garage parkte. Bei dem Toten soll es sich um den Bruder eines Angehörigen einer Familie der Mafia-Organisation 'Ndrangheta handeln.

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Kritik an Innenminister Salvini

Am Tag nach dem Mord gab es Kritik an Innenminister Matteo Salvini. Er hatte am Mittwochmorgen ein Selfie von sich mit einem Nutella-Brot getwittert. „Wenn Sie Brot und Nutella aufgegessen haben, hätten wir gerne ein paar Informationen“, schrieb daraufhin der Bürgermeister von Pesaro, Matteo Ricci, auf Twitter an Salvini gerichtet. 

Die Stadt sei verstört angesichts des Mordes an einem Mann, der unter Zeugenschutz stand. Salvini kündigte an, am Donnerstag an einem Treffen in der Präfektur in Pesaro teilzunehmen.

AFP

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb / Federico Gambarini (Symbolbild)

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